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Samstag, 13.01.2018

Plädoyer für Toleranz

Björn Reinhardt hat einen Roman über eine Flüchtlingsgeschichte geschrieben. Und bringt eine große Hoffnung nach Coswig mit.

Björn Reinhardt lebt im Nordwesten Rumäniens, in der Maramures. Er drehte viele preisgekrönte Dokumentarfilme.
Björn Reinhardt lebt im Nordwesten Rumäniens, in der Maramures. Er drehte viele preisgekrönte Dokumentarfilme.

© privat

Coswig. Der Autor Björn Reinhardt stellt am kommenden Dienstag, 16. Januar, 19 Uhr, im evangelischen Gemeindezentrum Coswig, Ravensburger Platz 6, sein Buch „Limes – Flucht über die Berge“ vor. Es ist sein Debüt als Schriftsteller.

Diese Lesung gegen Rassismus und für Weltoffenheit und Vielfalt wird getragen vom Verein Coswig – Ort der Vielfalt e.V. Die Sächsische Zeitung sprach vorab mit Björn Reinhardt, der 1963 in Ostberlin geboren wurde und heute in Rumänien lebt und arbeitet.

Herr Reinhardt, wie ist es zu dem Termin in Coswig gekommen?

Seit Jahren bekommen wir in Rumänien Besuch von der Initiative Partnerschaft mit Osteuropa, wodurch eine Freundschaft zu Michael Müller und weiteren ihn begleitenden Reiseteilnehmern entstand. Aufmerksamkeit erweckten wohl schon immer meine Dokumentarfilme. Als sie dann hörten, dass ich einen Roman geschrieben hatte, der sich um eine Flüchtlingsgeschichte dreht, war die Idee eines Besuchs in Coswig geboren.

Weshalb sollten die Coswiger Ihr Buch lesen?

Coswig wird keinen Bogen um das Thema der Integration von Flüchtlingen in ihre Gemeinde machen können. Die Bewohner Coswigs, welche mit mir der gleichen Meinung sind, haben meine Sympathie, aber ehrlich gesagt sollten das Buch diejenigen lesen, die anderer Meinung sind. Vielleicht kann ich sie zum Nachdenken und Umdenken anregen. Wie Sie sehen, bin ich ein Optimist.

Was wissen Sie über die Stadt?

Ich kenne Coswig noch aus DDR-Zeiten, als es hier kurz vor der Wende zu ein paar sich oppositionell gebärdenden Musikkonzerten gekommen war. Schon damals hatte ich mich über den Mut der regionalen Veranstalter gefreut, solche Konzerte durchzuführen.

Werden Sie und Ihre Frau die Stadt näher kennenlernen können?

Sicher, denn Raum und Zeit stehen uns zur Verfügung. Allerdings definiere ich Kennenlernen etwas anders. Dafür wird die Zeit dann wohl doch nicht reichen.

Was möchten Sie den Coswigern als Botschaft übermitteln?

Ich habe keine Botschaft, aber eine Hoffnung: Toleranz gegenüber anderen, und zwar so, wie wir es umgekehrt auch uns gegenüber erwarten würden.

Gespräch: Ines Scholze-Luft

Der Eintritt ist frei, bitte anmelden unter initiative@coswig-ort-der-vielfalt.de