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Freitag, 16.06.2017

Philip Morris baut in Dresden Werk für Mini-Zigarette

Die Amerikaner setzen mit Iqos mehr als ein Rauchzeichen. Die Wirkung des verdampften Tabaks ist aber umstritten.

Von Nora Miethke, Ines Mallek-Klein und Michael Rothe

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Hinter dem Iqos verbirgt sich ein stiftförmiges Gerät mit speziell dafür entwickelten Tabak-Sticks.
Hinter dem Iqos verbirgt sich ein stiftförmiges Gerät mit speziell dafür entwickelten Tabak-Sticks.

© Philip Morris

Dresden. Der Chiphersteller Globalfoundries, sein Photomaskenzentrum und der Globus-Baumarkt bekommen unweit vom Dresdner Flughafen einen prominenten Nachbarn. Nach SZ-Informationen hat sich der Tabakhersteller Philip Morris International im Airportpark ein Grundstück gesichert, um ein neues Werk zu errichten.

Gefertigt werden soll jedoch nicht mehr die klassische Zigarette, sondern ein Ersatz- beziehungsweise Nachfolge-Produkt. Hinter jenem Iqos verbirgt sich ein stiftförmiges Gerät mit speziell dafür entwickelten Tabak-Sticks. Jene Mini-Zigaretten werden in dem Stift auf 200 bis 300 Grad erhitzt und nicht verbrannt. Das soll angeblich deutlich weniger gesundheitsschädlich sein. So wirbt das Unternehmen auf großen Plakaten, die derzeit im Dresdner Straßenbild auftauchen.

Philip Morris, in Deutschland vor allem durch die Marke Marlboro bekannt, wollte am Donnerstag die Ansiedlungspläne weder bestätigen noch dementieren. Die Vorsitzende der Geschäftsführung, Stacey Kennedy, wird die Details der Investitionspläne erst am kommenden Montag in Dresden erläutern.

In Deutschland gilt die Technologie als große Hoffnung, sie dürfte die weniger akzeptierte E-Zigarette schon bald überholt haben. In Japan beispielsweise verzeichnet das System bereits einen Marktanteil von zehn Prozent, in Tokio sogar von 15 Prozent. Der schnelle Erfolg kann auch daran liegen, dass in Japan E-Zigaretten verboten sind. In Deutschland wird ein Marktanteil von fünf Prozent angepeilt. Hier gibt es bislang einige Testläden, etwa in Berlin und München. Auch in Dresden wird es einen Shop geben: Mit Stellenanzeigen sucht man derzeit nach Mitarbeitern für ein Iqos-Geschäft in der Altmarktgalerie.

Ob Iqos-Zigaretten wirklich weniger schädlich sind als normale Zigaretten, ist umstritten. Noch gibt es keine unabhängigen wissenschaftlichen Studien, die die Langzeitwirkung des Systems erforschen.

Dresden ist für die Herstellung der Tabak-Sticks gut gerüstet. In der f6-Zigarettenfabrik, die Philip Morris samt der beliebten DDR-Marken f6 und Karo 1990 übernahm, laufen derzeit pro Jahr rund 600 Millionen Glimmstengel vom Band. Das sind aber gerade mal etwa fünf Prozent der Gesamtproduktion. Das Werk hat sich in den vergangenen Jahren schrittweise auf die Herstellung von Dreh- und Stopftabak spezialisiert. Der in dem neuen Zigarettentyp verwendete Tabak gilt als Pfeifentabak.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Wahrheitsverlust

    Und wieder wird dem Abhängigen suggeriert gesünder zu rauchen. Super!

  2. Thomas Rosenberg

    @1: Bitte mal darüber nachdenken, was Sie da geschrieben haben. Vielleicht vorher mal schlau machen, welche Abhängigkeiten es gibt und was dabei im Körper passiert. Sie stellen, ob bewusst oder unbewusst, einen Raucher auf die gleiche Stufe, wie einen Fixer. Und Raucher sind auch nicht dümmer als Nichtraucher, denn sie wissen im Regelfall, dass rauchen nicht gesund ist. Nebenher: Im übrigen wird ja auch sugeriert, das Milchschnitte gesund ist. Genauso super.

  3. ungebrauchterWandel

    Es gibt die Produkte, auf die könnte man komplett verzichten. Ich würde mich sehr viel mehr freuen, wenn die Schienenfahrzeugbetriebe vollständig erhalten blieben und Herr Dulig endlich eine reine Güterverkehrtrasse von Ost nach West(keine Elektrifizierung der Bahn) projektieren ließe, sämtliche neuen Autobahnprojekte abstellen würde und in SINNVOLLE FORSCHUNG, Technologie, Umweltschutz investieren würde, anstatt Unternehmen zu fördern, die Menschen süchtig machen, Umwelt zerstören und NUR der Profitgenerierung frönen ohne Nutzen für die Allgemeinheit. Die Autobahntrasse zwischen DD und Prag war aus touristischer, ökolog,sicherheitsstrateg. Sicht und für den Handel in DD sowie den kleineren Städten auch bez. auf Folgekosten für Sachsen wieder einmal ein Bärendienst, hat aber ordentlich gekostet! Die Zigarettenindustrie sollte sterben! Das Geld wäre im Umweltschutz/Trinkwasserschutz besser angelegt.

  4. exSportler

    @2 realistisch betrachtet ist ein Raucher ein Süchtiger. Nicht mehr und nicht weniger. Was die anderen Sünden des Alltags mit dem Körper machen ist erstmal dahingestellt. Die E-Zigarette ist ein in meinen Augen ein neuer blöder Versuch wie z.B. die Lightzigerette die Jugend für Blöd zu erklären und als Kunde zu gewinnen um Geld zu verdienen. Was daran gesund sein soll Chemikalien zu verdampfen und sein Körper zu vergiften stellt sich immer wieder als Frage. Mir hat vor kurzem ein Teeny gesagt das es total cool ist mit den Teilen. Da kann ich nur den Kopf schütteln und einsehen das alle Belehrungen dazu sinnlos sinn. Ich war selber 20 Jahre starker Raucher, habs genossen und keiner konnte mich von abbringen. Nur ein gut gemeinter Rat eines Lungenspezialisten nach einem Unfall haben mich dazu gebracht aufzuhören. Ich kenne also die Ausreden der "Süchtigen" und weis auch das man mit Bevormundung und Belehrungen nichts erreicht außer das Gegenteil.

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