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Mittwoch, 15.11.2017

Pfusch im neuen Wohngebiet

Gern hätten die ersten Bauherren schon die Haus-Fundamente gesetzt. Doch eine Baufirma ist in Verzug.

Von Anja Weber

In Stolpen hängt es derzeit gleich auf mehreren Straßen. Die Baufirma kommt nicht voran. Dazu sind offenbar auch noch einige Fehler passiert. Die Leidtragenden sind vor allem auch die Anwohner der Bahnhofstraße und die Bauherren im neuen Wohngebiet.Foto: Dirk Zschiedrich
In Stolpen hängt es derzeit gleich auf mehreren Straßen. Die Baufirma kommt nicht voran. Dazu sind offenbar auch noch einige Fehler passiert. Die Leidtragenden sind vor allem auch die Anwohner der Bahnhofstraße und die Bauherren im neuen Wohngebiet. Foto: Dirk Zschiedrich

In Stolpen ist die Aufregung groß. Vor allem bei den Anwohnern der Bahnhofstraße wächst die Kritik über die noch immer gesperrte Trasse und den schon seit Monaten andauernden Lärm an der Burg, begleitet von Staub und Dreck.

Die Baufirma ist mächtig in Verzug. Doch nicht nur dort. Auch mit den Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet unterhalb der Burg Stolpen stehen die Bauleute offenbar auf Kriegsfuß. Beide Bauvorhaben, die Bahnhofstraße wie auch die Erschließung des neuen Wohngebietes, hängen unmittelbar zusammen. Die Probleme allerdings sind unterschiedlich. Die Bahnhofstraße soll nun Ende November fertig sein. Auf der Bautafel steht der 22. September. Hier sei der Bauverzug eine Aneinanderreihung von verschiedenen Ursachen, sagt Stolpens Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) auf Nachfrage der SZ. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Arbeiten durch die Enso sowie die Entdeckung unbekannter Leitungen. Auftraggeber in der Bahnhofstraße ist der Wasser- und Abwasserzweckverband Mittlere Wesenitz. Den Baubetrieb will der Bürgermeister aber nicht gänzlich von einer Mitverantwortung am Bauverzug freisprechen.

Noch krasser ist der allerdings bei der Erschließung des neuen Wohngebietes Am Schlossberg unterhalb der Burg. Bereits im Juli sollten auch die Straßen und Gehwege für das neue Wohngebiet fertig sein. Danach hätten die ersten Interessenten schon ihre Kaufverträge unterschrieben und mit dem Bau beginnen können. Inzwischen ist einiges auf Null zurückgeschraubt worden. Denn die Baufirma hat offenbar gepfuscht. Äußern wollte sich dazu noch niemand. Aber Tatsache ist, dass ein Großteil des Fußwegpflasters und der Straßenborde wieder entfernt werden mussten. Sie wurden nicht mit der entsprechenden Technik verlegt und hätten offenbar auch nicht lange gehalten, informiert das Stolpener Bauamt auf Nachfrage der SZ. „Des Weiteren gab es zum Teil erhebliche Maßabweichungen zum vorliegenden Ausführungsplan“, sagt Bürgermeister Uwe Steglich (FDP). Die Stadt habe die Baufirma unter Fristsetzung aufgefordert, die festgestellten Mängel bei den Bordsetz- und Pflasterarbeiten umgehend abzustellen, da die Stadt nur mängelfreie Leistungen abnehme. Die Verantwortung für die Fehler am Bau würde nach Aussagen der Stadt eindeutig bei der Baufirma liegen. Diese müsse auch die Kosten für die Beseitigung der Mängel bezahlen. Der Stadt entstünden keine Mehrkosten.

Allerdings werden sich sowohl die neuen Bauherren im Wohngebiet als auch die Anwohner der Bahnhofstraße noch weiter gedulden müssen. Denn die Baufirma hat einen gewaltigen Verzug, der nicht mehr aufzuholen ist. Gemäß Vertrag sollten die Bauarbeiten im neuen Wohngebiet schon Mitte Juli 2017 abgeschlossen sein. Und schon da war wohl ein Bauverzug nicht mehr aufzuhalten. Die Straßenbauer mussten zuerst den Bauuntergrund so herrichten, um darauf überhaupt weiter bauen zu könne. Das dauerte zusätzlich offenbar noch einmal zwei Monate. Danach mussten noch die Mängel beseitigt werden. Fertig ist die Baufirma damit immer noch nicht. Die Stadt habe das Unternehmen aufgefordert, die Gesamtmaßnahme bis Ende Oktober 2017 abzuschließen, sagt der Bürgermeister. Trotz mehrmaliger Mahnungen konnte auch dieser Termin nicht eingehalten werden. Nach dem jetzigen Stand rechnet man in Stolpen mit einem Bauabschluss im neuen Wohngebiet nicht vor Ende November 2017.

Für die Bauherren im Wohngebiet Am Schlossberg wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr mit einem Baubeginn. Sie werden erst im Frühjahr 2018 den Grundstein für die ersten Häuser legen können. Davon geht man zumindest im Stolpener Bauamt aus. Aufgrund des Bauverzuges habe man jetzt auch noch keine Kaufverträge abgeschlossen. Diese seien alle in Vorbereitung und werden nach dem Ende der Erschließungsarbeiten auch unterzeichnet. Derzeit sind sechs der insgesamt 24 Bauflächen reserviert.

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