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Dienstag, 17.04.2018

Pflegezusatzversicherung - nicht nur für die Generation 50 plus unverzichtbar

Vielleicht denken Sie nicht gerne an ihr fortschreitendes Alter oder an eine mögliche zukünftige Hilfsbedürftigkeit bei schweren Krankheiten und körperlichen Einschränkungen.

Bildquelle: PublicDomainPictures / GB
Bildquelle: PublicDomainPictures / GB

Das sollten Sie aber! Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nämlich keine Vollkaskoversicherung. Wenn Sie pflegebedürftig werden, übernimmt sie nur einen kleinen Teil der Kosten, die durch den Pflegeaufwand entstehen - egal ob Sie zuhause oder in einem Pflegeheim versorgt werden. Daher ist für die Mehrheit der Menschen eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll. Wer nicht will, dass bei Pflegebedürftigkeit das Ersparte in schwindelerregendem Tempo aufgebraucht wird oder dass die Kinder zur Kasse (Stichwort Elternunterhalt) gebeten werden, der sorgt mit einer Pflegezusatzversicherung vor. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

1. Wie viele Menschen in Deutschland brauchen derzeit Pflege?

Immer mehr Menschen werden durch fortschreitendes Alter, Behinderung, Krankheit oder Unfall pflegebedürftig. Hätten Sie gedacht, dass inzwischen annähernd drei Millionen Menschen in Deutschland Pflege brauchen? Knapp 800.000 Personen werden vollstationär in einem Pflegeheim versorgt (Quelle destatis.de). Dabei ist die Tendenz steigend. Viele Menschen werden sehr alt und immer älter, auch dank unseren aktuellen Erkenntnisse aus Medizin, Hygiene, Ernährung und Sport. Unsere Gesellschaft sieht sich mit also damit konfrontiert, dass alle Erkrankungen, die mit fortschreitendem Alter immer wahrscheinlicher werden, sich häufen werden. Dazu zählen Demenz, Schlaganfälle, Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krankheiten im Bereich des Skelettapparates. Man erkennt daran die Notwendigkeit für jeden Erwachsenen, sich über eine Pflegezusatzversicherung Gedanken zu machen. Werde auch ich zu der stark steigenden Zahl der Pflegefälle gehören? Wenn ja, wer versorgt mich, und wie finanziere ich das?

Tipp:

Seit dem 01.01.2017 gibt es das neue Pflegestärkungsgesetz (PSG II). Dieses verbessert die Lage rund um die Pflege zwar leicht, behebt aber das wesentliche Problem nicht: Die gesetzliche Pflegeversicherung kommt nach wie vor nur für einen Teil der Kosten für Ihre Pflege auf, der oft sehr gering ausfällt. Suchen Sie sich daher am besten eine private Pflegezusatzversicherung aus, die die gesetzliche Vorsorge maßgenau ergänzt.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Formen der privaten Pflegezusatzversicherung.

2. Pflegezusatzversicherung I: Die Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung gewährt dem Versicherten bei einer vorhandenen Pflegefälligkeit eine Pflegerente, die der Versicherte vorher vertraglich festgelegt hat. Diese Pflegerente wird ein Leben lang gezahlt. Je nach Pflegegrad, also dem Ausmaß der Pflegebedürftigkeit, wird entweder ein prozentualer Anteil der festgelegten Summe bezahlt - oder die gesamte Summe. Beispiele: Wer in die Pflegestufe III eingeordnet wurde, kann möglicherweise 100 Prozent erhalten, bei Pflegestufe II 50 Prozent und bei Pflegestufe I 25 Prozent.

3. Pflegezusatzversicherung II: Die Pflegetagegeldversicherung

Bei der Pflegetagegeldversicherung erhält der Versicherungsnehmer, wenn er pflegebedürftig wird, ein Tagegeld. Dieses wird vorher vertraglich festgelegt. Der jeweils bewilligte Tarif hängt vom Pflegegrad ab. Es gibt Pflegetagegeldversicherungen mit statischen Tarifen, aber auch solche, bei denen der Versicherte die Summen selbst festlegen kann. Tarife können u. U. vom Staat gefördert werden, und zwar mit dem Pflege-Bahr. Der Vorteil bei der Pflegetagegeldversicherung ist der vergleichsweise günstige Einstieg und die Flexibilität in der Leistung. Der Versicherte kann die Leistungshöhe frei festlegen und erhält das Geld im Bedarfsfall zur freien Verfügung ausbezahlt. Er kann dazu z.B. auch eine sogenannte „Laienpflege“ finanzieren (z.B. Pflegekraft aus Osteuropa).Bereits seit dem Jahr 2013 sind die Beiträge für beide Geschlechter gleich (sogenannte Unisex-Tarife).

4. Pflegezusatzversicherung III: Die Pflegekostenzusatzversicherung

Die Pflegekostenzusatzversicherung wird auch Pflegekostenversicherung genannt und leistet einen Beitrag zur kommerziellen Pflege. Sie schneidet im Vergleich der verschiedenen Versicherungsarten meist relativ schlecht ab. Wie der Name schon sagt, beteiligt sich eine Pflegekostenversicherung an wirklich effektiv entstandenen Kosten - übernommen wird hier im Regelfall nur „professionelle“ Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst oder eine stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim. Wer von Angehörigen gepflegt wird, erhält in der Regel bei diesem Versicherungstyp nichts oder nur sehr wenig Geld.

Oft wird bei Abschluss einer Pflegezusatzversicherung eine Altershöchstgrenze festgelegt, die zwischen 60 und 70 Jahren liegen kann. Zudem wird eine Gesundheitsprüfung durchgeführt. Man sollte damit etwa ab einem Alter von 40 bis 50 Jahren über den Abschluss einer zusätzlichen Versicherung nachdenken - später sind zum einen die Beiträge deutlich höher, zudem könnte es dann Probleme mit Höchstalter oder Gesundheitsprüfung geben.

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