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Mittwoch, 14.02.2018

Oxfam-Aufsichtsratschef tritt zurück

Juan Alberto Fuentes steht in einem Gerichtsgebäude in Guatemala City neben zwei Polizisten. Er wurde am 12.02.2018 festgenommen.
Juan Alberto Fuentes steht in einem Gerichtsgebäude in Guatemala City neben zwei Polizisten. Er wurde am 12.02.2018 festgenommen.

© dpa

Berlin. Neue Probleme bei Oxfam: Der Aufsichtsratsvorsitzende von Oxfam International, Juan Alberto Fuentes Knight, ist nach seiner Festnahme in Guatemala unter Korruptionsverdacht von seinem Amt zurückgetreten.

Die Vorwürfe bezögen sich auf seine Zeit als Finanzminister (2008-2010) in Guatemala und stünden nicht in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für Oxfam International, erklärte Oxfam Deutschland am Mittwoch in Berlin. Der Aufsichtsratsvorsitz sei ein Ehrenamt, es werde aber eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Die in Oxford gegründete Hilfsorganisation mit 20 nationalen Zweigen macht derzeit wegen Sex-Skandalen Negativschlagzeilen. So haben Oxfam-Mitarbeiter im Tschad 2006 und in Haiti nach dem Erdbeben 2011 Prostituierte eingeladen. Dabei sollen sie sich auch Sex durch Gefälligkeiten erkauft haben. Zugleich gibt es Vorwürfe sexueller Belästigung in großem Umfang in Oxfam-Shops in Großbritannien.

Fuentes Knight war seit 2015 Aufsichtsratsvorsitzender von Oxfam International. In dieser Position habe er keine operative Verantwortung gehabt, erklärte Oxfam Deutschland. Seine Stellvertreterin Henrietta Campbell wurde als kommissarische Nachfolgerin bestellt. Oxfam unterstütze die Entscheidung Fuentes Knights, zurückzutreten, um sich mit ganzer Kraft der Reaktion auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu widmen. Zu seinen Verdiensten zählt die Organisation den Umzug des Internationalen Sekretariats von Oxford nach Nairobi, der derzeit im Gang ist.

Fuentes Knights wurde zusammen mit Guatemalas Ex-Präsident Álvaro Colom und etwa einem Dutzend weiterer Beschuldigter festgenommen. Ihnen werden Betrug und Unterschlagung beim Bau des Nahverkehrssystems Transurbano vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag (Ortszeit) laut der Tageszeitung „Prensa Libre“ mitteilte. (epd)

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