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Donnerstag, 14.09.2017

Olympia im Doppelpack

Das IOC macht mit der Vergabe der Sommerspiele Paris 2024 und Los Angeles 2028 glücklich.

Von Nikolaj Stobbe

Thomas Bach verkündet Neues – und zwar die Reihenfolge.
Thomas Bach verkündet Neues – und zwar die Reihenfolge.

© dpa

Als Thomas Bach die Karten mit den Namen Paris und Los Angeles in die Höhe hielt, brach großer Jubel im Convention Center von Lima aus. Obwohl die Doppelvergabe der Olympischen Sommerspiele von 2024 und 2028 bereits feststand, feierten die Delegationen beider Städte, als hätten sie gerade erst vom Zuschlag erfahren.

„Wir wollen zwei große Städte hochleben lassen“, rief Los Angeles’ Bürgermeister Eric Garcetti der Vollversammlung zu und betonte das gute Verhältnis zu Paris trotz der anfänglichen Konkurrenzsituation. Nun sei die Ungeduld in seiner Stadt aber sehr groß. „Für uns beginnen die Spiele nicht erst in elf Jahren, sondern gleich. Wir können es nicht erwarten, sie 2028 zu begrüßen“, meinte das Stadtoberhaupt.

Paris feierte den Zuschlag nach der einstimmigen Wahl der 90 Mitglieder mit kurzen Sprechchören. Die Vertreter der Delegation lagen sich in den Armen. Der per Video zugeschaltete Präsident Emmanuel Macron sprach in einer Grußbotschaft aus der Heimat von einer „großartigen Anerkennung“ und einem „Sieg für Frankreich“. Der 39-Jährige trat erneut als großer Förderer der Bewerbung auf und versprach die Unterstützung des Landes für die Dauer der Spiele. Anschließend ging es für die Paris-Abordnung in Lima mit den Vertretern von Los Angeles und IOC-Präsident Thomas Bach zur gemeinsamen Unterzeichnung der Host-City-Verträge.

„Frankreich verdient diesen Moment“, sagte Tony Estanguet, Co-Präsident des Pariser Bewerbung. Der Kanu-Olympiasieger erklärte, er freue sich schon auf die Eröffnungsfeier am 2. August 2024. Die olympischen Wunden waren in Paris besonders tief. 1992, 2008 und 2012 bewarb sich die Seine-Metropole um Sommerspiele. Dreimal gab es schmerzliche Abfuhren.

Bach bezeichnete die Doppelvergabe als eine Entscheidung, die den Start der Zukunft der olympischen Bewegung markiere. Mit den Kandidaten sei das IOC mehr als zufrieden. „Das sind zwei große Städte aus zwei großen Ländern mit großartiger olympischer Vergangenheit“, sagte der erste deutsche IOC-Präsident.

Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees beschloss die Doppelvergabe Mitte Juli. In Perus Hauptstadt musste sie den Vorgang noch offiziell machen. Auch Bach strahlte. Angesichts der nur noch wenigen guten Bewerber war die Doppellösung unumgänglich: „In politisch schwierigen Zeiten profitiert das IOC von der Stabilität der nächsten elf Jahre.“

Am Tag der Entscheidung bekamen beide Städte noch mal 25 Minuten Zeit, sich vor den Mitgliedern zu präsentieren. Paris baute auf seine Offenheit. Youssef Halaoua aus dem Bewerbungskomitee berichtete von seiner Herkunft in Tunesien und seinem Leben in Frankreich. Los Angeles zeigte die Vielfalt seiner Sportstätten und setzte auf seine lange olympische Geschichte seit 1932. Die beiden letzten im Kampf um 2024 verbliebenen Städte einigten sich mit dem IOC über die Reihenfolge. Paris hatte die besseren Argumente für 2024, da die Seine-Metropole 100 Jahre nach der letzten Austragung erneut Gastgeber ist. (sid)

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