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Dienstag, 21.03.2017

Olbersdorf will seine letzte Telefonzelle behalten

Die Telekom will die Zelle am Kreisverkehr aus Kostengründen abbauen. Die Gemeinde sieht dafür aber keine Notwendigkeit.

Symbolbild: Hände weg von unserer Telefonzelle, sagen die Olbersdorfer Gemeinderäte.
Symbolbild: Hände weg von unserer Telefonzelle, sagen die Olbersdorfer Gemeinderäte.

© dpa

Olbersdorf. Mit der letzten verbliebenen öffentlichen Telefonzelle im Ort mussten sich die Olbersdorfer Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung beschäftigen. Die Telekom Deutschland GmbH hatte sich zuvor mit dem Antrag an die Gemeinde gewandt, die Telefonzelle am Buswendeplatz im Oberdorf zurückzubauen und wollte dafür die Meinung der Gemeinde einholen. Das Telefonunternehmen hatte in seinem Antrag von Strukturanpassung gesprochen.

Vor allem finanzielle Gründe stecken hinter dem Ansinnen der Telekom GmbH: Die Telefonzelle am Buswendeplatz bringt keinen Umsatz und ist damit unrentabel. Bei einem Mindestumsatz für Telefonzellen von 50 Euro im Monat gebe es in der Zelle am Olbersdorfer Buswendeplatz manchmal nur 60 Cent im Monat, erklärte ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in der Ratssitzung. Einige Olbersdorfer Gemeinderäte konnten das nachvollziehen: Die Telefonzelle werde kaum genutzt, haben sie beobachtet. Auch gebe es immer wieder Zerstörungen an der Telefonzelle, die dann behoben werden müssten, erklärte ein Gemeinderat. Und das koste nun mal. Bürgermeister Andreas Förster (FDP) sagte zum Antrag des Telefonunternehmens: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir Einfluss darauf haben, ob die Telefonzelle wegkommt oder nicht. Für mich geht es bei dem Beschluss nur um eine politische Willensbekundung.“

Diese haben die Gemeinderäte nun abgegeben – und sich einstimmig gegen den Rückbau der Telefonzelle ausgesprochen. Bürgermeister Förster erklärte das damit, dass es für die Gemeinde keine Notwendigkeit gebe, dem Abbau der Telefonzelle zuzustimmen, selbst wenn diese unrentabel sei. Schließlich sei das Gebiet am oberen Kreisverkehr ein zentraler Versorgungsbereich im Ort, an dem es neben dem Buswendeplatz auch einen Einkaufsmarkt und die Sparkasse gibt. Und wenn die letzte öffentliche Telefonzelle im Ort erst einmal abgebaut sei, gebe es keinen Anspruch auf eine neue Zelle, weiß der Bürgermeister.

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