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Dienstag, 02.01.2018

Oberwiesenthalerin vom Pech verfolgt

Die Tour de Ski sollte endlich die Tür zu Olympia öffnen. Doch für Katharina Hennig läuft es auf den ersten Etappen nicht rund.

Von Gerald Fritsche

Tränen der Enttäuschung: Katharina Hennig hadert mit sich. Foto: dpa
Tränen der Enttäuschung: Katharina Hennig hadert mit sich. Foto: dpa

© dpa

Katharina Hennig wollte nur noch weg. Weg aus dem Skistadion von Lenzerheide, raus aus dem Jahr 2017. Für das letzte Rennen im alten Jahr hatte sich die Oberwiesenthalerin so viel vorgenommen, wollte über 10 Kilometer in der klassischen Technik endlich die erste Hälfte der Olympia-Norm schaffen und den Fluch, der scheinbar über der bisherigen Saison zu liegen schien, besiegen. Doch die Misere ging weiter. In aussichtsreicher Position laufend stürzte die Sächsin und fiel weit zurück. Was blieb, waren viele Tränen und die Suche nach Trost.

Und den bekam sie. „Katha ist ein ganz starkes Rennen gelaufen bis zu dem Sturz. Ich denke, es wäre ein Top-10-Resultat geworden. Ihre Form stimmt, und ich bin sicher, dass sie bei Olympia dabei ist“, sagte Bundestrainer Torstein Drivenes. Er will wie auch die anderen im Team darauf achten, dass sich die Negativerlebnisse der vergangenen Wochen nicht im Kopf festsetzen. Doch auch am ersten Tag des neuen Jahres ging nichts bei der 21-Jährigen. Im Verfolgungsrennen fiel sie weit zurück und geht als 43. ins zweite Tour-Drittel.

Damit setzte sich fort, was seit Saisonbeginn anhält: Pech. Eigentlich begann es schon zum Ende des vergangenen Winters bei der WM in Lahti, als sie in der Staffel wegen eines von ihr unverschuldeten taktischen Fehlers überzogen hatte, was dem Quartett möglicherweise eine Medaille kostete. Dann verlief der Saisonstart in Kuusamo alles andere als rund. Beim Skiathlon in Lillehammer lag sie auf Olympia-Norm-Kurs, als beim Skiwechsel die Bindung der Skating-Ski nicht funktionierte und sie zurückgereicht wurde. Und in der Verfolgung in Toblach verfehlte sie die Olympia-Norm nur um wenige Zehntelsekunden. Und nun noch Lenzerheide.

„Es ist wie verhext. Ich habe das Pech an den Ski kleben“, sagte Hennig schluchzend. Steffi Böhler wollte nicht noch mehr auf die Tränendrüse drücken. „Das gehört dazu, wenn man erfolgreich sein will. Ich habe das auch alles schon erlebt“, sagte die 36-Jährige und fügte an: „Katha ist so stark, sie schafft das noch.“ Besser lief es für die dienstälteste DSV-Läuferin, die sich mit den Plätzen neun und 15 in den beiden Distanzrennen das Olympia-Ticket sicherte. Noch stärker war Nicole Fessel, die Sechste und Achte wurde. Ein kleiner Rückschlag für das Damen-Team war der Tour-Ausstieg von Julia Belger, zu dem die Oberwiesenthalerin ein Infekt gezwungen hatte.

Einziger Lichtblick bei den Männern ist Thomas Bing. Zweimal war der Thüringer über sich hinausgewachsen und bescherte mit den Plätzen 15 und elf den DSV-Herren den ersten Olympia-Startplatz. (dpa)

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