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Montag, 12.02.2018

Oberseifersdorfer Solarfeld wird noch größer

Bis zum Sommer soll der erste Bauabschnitt fertig sein. Und die Firma löst für den Ort ein Problem.

Von Holger Gutte

Auf der rot schraffierten Fläche wird jetzt in Oberseifersdorf der schon bestehende Solarpark vergrößert. Im ersten Bauabschnitt wird auch ein Regenwasserrückhaltebecken gebaut.
Auf der rot schraffierten Fläche wird jetzt in Oberseifersdorf der schon bestehende Solarpark vergrößert. Im ersten Bauabschnitt wird auch ein Regenwasserrückhaltebecken gebaut.

© GeoSN

Oberseifersdorf. Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Solarfelder in Oberseifersdorf haben begonnen. Bis Juli bestehen deswegen bereits Halteverbote an der Dischinger Straße, an der Straße am Krebsbach und an einem Teil der Hauptstraße. Schon vor einigen Tagen ist die zu bebauende Fläche von einem Munitionsbergungsdienst untersucht worden. Die neuen Solaranlagen entstehen auf dem Areal zwischen der Firma Grimm, Dischinger Straße und der Straße Am Krebsbach. Das Unternehmen Enerparc AG in Hamburg hatte das Grundstück dafür, das nicht im Besitz der Gemeinde war, schon vor längerer Zeit erworben. Ursprünglich sollten die Arbeiten schon im Vorjahr losgehen.

Gebaut wird nun in zwei Bauabschnitten. Im Moment haben erst die Vorbereitungsarbeiten begonnen. Richtig los geht es ab dem 20. Februar, berichtet Stefan Müller vom Firmen-Vorstand von Enerparc. Im ersten Abschnitt legt das Unternehmen für die Gemeinde Mittelherwigsdorf ein Regenwasserrückhaltebecken im südöstlichen Grundstücksteil an. Damit kann künftig in diesem Bereich das Oberflächenwasser zurückgehalten und gedrosselt in den Eckartsbach abgeleitet werden. Gerade an einem Kurvenbereich der Dischinger Straße gab es bisher bei starken Regenfällen oft Probleme. Enerparc baut das Regenwasserrückhaltebecken als Sponsorleistung für die Gemeinde. Nach der Kostenschätzung des Planungsbüros kostet das Rückhaltebecken etwa 32 500 Euro Netto. „Das Geld hierfür wird jedoch nicht der Gemeinde übergeben, sondern das Becken im Zuge der Errichtung der Photovoltaikanlage angelegt“, schildert Stefan Müller.

Der zweite Bauabschnitt soll dann aber erst im Frühjahr 2020 in Angriff genommen werden. Dazu gehört vor allem das Fertigstellen des neuen Solarfeldes. Um die Anlage zwischen Dischinger Straße und der Straße Am Krebsbach ist ein Grünstreifen vorgesehen. Die Planung hierfür sieht innerhalb des Zaunes eine Heckenpflanzung sowie einen zusätzlichen Gehölzstreifen mit Hecken und Bäumen östlich und südlich der Anlage als Sichtschutz zur angrenzenden Wohnbebauung vor.

Enerparc betreibt schon seit 2013 an der Bundesstraße 178 eine 13 Hektar große Photovoltaik-Anlage, die 2015 noch mal um 5,3 Hektar erweitert wurde. Der Solarpark hat insgesamt bereits eine Leistung von 14,37 Megawatt. Mit der Erweiterung vergrößert sich die Solarpark-Fläche um zwei Hektar und die Leistungsfähigkeit um 1,96 Megawatt, berichtet Stefan Müller.

Von dem neuen Solarfeld im Mittelherwigsdorfer Ortsteil könnte die Gemeinde allerdings in ein paar Jahren steuerrechtlich gesehen mehr profitieren als von den bestehenden Anlagen. Inzwischen gibt es hierfür nämlich eine andere Regelung. 70 Prozent der zu zahlenden Gewerbesteuer für solche Anlagen fließen nun in die Kommune, in der die Anlagen stehen und nicht an den Ort des Firmensitzes.

Auch wenn das Solarfeld wegen seiner Dimension und Optik umstritten ist, hat die Gemeinde bisher gut von der Firma profitiert. Enerparc bringt sich seit dem Bau des Solarfeldes vor etwa drei Jahren sogar in der gesamten Gemeinde Mittelherwigsdorf ein. Die Vereinsförderung wäre seitdem im Ort zumindest in dieser Höhe nicht möglich. Nach anfangs jährlich 3 000 Euro unterstützt das Unternehmen mittlerweile mit 5 000 Euro die Vereinsarbeit in allen Ortsteilen. Und 2016 sponserte Enerparc noch extra rund 30 000 Euro für den Kauf von elf Spielgeräten für Oberseifersdorf.

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