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Donnerstag, 08.03.2018 Speedskating

Noch Platz für Pokale und Medaillen

Eva-Lotta Ehrecke vom SSC Meißen gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen.

Von Thomas Riemer

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An der Spitze laufen und dann aufs höchste Podest – diesen Anspruch hat Eva-Lotta Ehrecke vom Speedskate-Club Meißen bei jedem Wettkampf. Die Erfolgsbilanz der 10-Jährigen fällt trotz der noch jungen Karriere beachtlich aus.
An der Spitze laufen und dann aufs höchste Podest – diesen Anspruch hat Eva-Lotta Ehrecke vom Speedskate-Club Meißen bei jedem Wettkampf. Die Erfolgsbilanz der 10-Jährigen fällt trotz der noch jungen Karriere beachtlich aus.

© privat

An der Spitze laufen und dann aufs höchste Podest – diesen Anspruch hat Eva-Lotta Ehrecke vom Speedskate-Club Meißen bei jedem Wettkampf. Die Erfolgsbilanz der 10-Jährigen fällt trotz der noch jungen Karriere beachtlich aus.
An der Spitze laufen und dann aufs höchste Podest – diesen Anspruch hat Eva-Lotta Ehrecke vom Speedskate-Club Meißen bei jedem Wettkampf. Die Erfolgsbilanz der 10-Jährigen fällt trotz der noch jungen Karriere beachtlich aus.

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Meißen. Sie ist es gewohnt, „von oben“ auf ihre Konkurrentinnen zu schauen. Denn: Eva-Lotta Ehrecke gehört in ihrer Altersklasse der Inline-Speedskaterinnen körperlich zu den Größten. Doch auch mit ihren Leistungen und Ergebnissen ragt die 10-Jährige im Vergleich zu Gleichaltrigen heraus. Erst am vergangenen Wochenende wieder, wenngleich diesmal nicht auf Rollen. Zum vierten Mal in ihrer jungen Laufbahn hatte das Mädchen vom Speedskate-Club Meißen beim alljährlichen Athletiktest die Nase vorn. Es ist der regelmäßige Aufgalopp der sächsischen Nachwuchsathleten für die neue Saison. Und Eva-Lotta hat dabei eine erstaunliche Frühform nachgewiesen. Im Vergleich mit den weiblichen Teilnehmern aller Altersklassen holte sie sich in zwei der kraftraubenden Disziplinen den absoluten Bestwert. „Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr in allen zehn Disziplinen verbessert. Das macht sie schon sehr stolz“, sagt Mutter Manja Ehrecke.

Sie hat einen wesentlichen Anteil, dass Eva-Lotta überhaupt zum Speedskaten gefunden hat. Im zarten Alter von sechs Jahren war das, als der SSC Meißen und da vor allem Altmeisterin Christine Beulich zu einem Schnupperkurs eingeladen hatte. „Es gab danach eine Urkunde und eine Zeitangabe, mit der wir erst einmal nichts anfangen konnten“, erinnert sich Manja Ehrecke. Erst später erfuhr sie: „Lotti“ war die zweitschnellste Zeit gelaufen, die Christine Beulich je bei einem Kindergartenskaten über die 30-Meter-Strecke gestoppt hatte. Und da sich Eva-Lotta in ihrer bisherigen Sportart, dem Geräteturnen, ein bisschen gelangweilt hatte, fiel der Wechsel auf die schnellen Rollen nicht allzu schwer. „Dass das eine Wettkampfsportart ist, war uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst“, so Manja Ehrecke.

2013 war das. Die „Neue“ beim SSC Meißen hatte den Bogen schnell raus, fuhr den Gleichaltrigen davon und im April ihren ersten Wettkampf. Eine schmerzhafte Erfahrung: Nach einem Sturz reichte es nur zum 10. Platz – bis heute ihr schlechtestes Wettkampfergebnis. Ansonsten aber wurden ihr Trainingsfleiß und ihr Talent meist belohnt. Zwischen 2014 und 2017 wurde Eva-Lotta zehnmal Landesmeisterin, holte Medaillensätze bei der Norddeutschen Meisterschaft, gewann dreimal den Sachsen-Thüringen-Cup, wurde dort einmal Zweite. Fast 60 Medaillen hat sie bereits gewonnen, 24 Pokale stehen zusätzlich in einem Extra-Regal in ihrem Meißner Zimmer. Platz für weitere Trophäen wäre da noch…

Es ist vor allem ihr absoluter Siegeswille und Ehrgeiz, die Eva-Lotta zu Höchstleistungen bei den Rennen über die kurze oder auch die längeren Distanzen treiben. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. „Sie musste auch lernen, wie es ist, zu verlieren, und nicht aufzugeben“, sagt Manja Ehrecke. Das falle ihrer Tochter nicht immer leicht. „Man muss sie dann einfach erstmal in Ruhe lassen und später wieder motivieren.“ Kein leichtes Amt für die Mutti sowie die Trainer und Betreuer. Vor allem bei Wettkämpfen mit internationaler Konkurrenz habe Eva-Lotta oft zu großen Respekt vor anderen Mädchen ihrer Altersklasse. Dennoch: Solche Wettkämpfe sind die beste Schule – und deshalb gehören zum Beispiel Europacup-Rennwochenenden in Gera und zuletzt auch im österreichischen Wörgl zum Pensum.

Dafür „quält“ sich Eva-Lotta dreimal pro Woche beim Training. Zählt man die vielen Wettkampf-Wochenenden übers Jahr hinzu, bleibt da natürlich vergleichsweise wenig Freizeit. Schule, Treff mit ihrer Freundin, Geschichten hören, schwimmen – der Freiraum wird so gut wie möglich genutzt.

Und doch ordnet sich dem Sport so ziemlich alles unter. 2018 soll wieder „ihr“ Erfolgsjahr werden. „Ich möchte viele Punkte sammeln, um wieder den Sathü-Cup zu gewinnen“, sagt Eva-Lotta. Gute Chancen rechnet sie sich zudem bei den Landes- und Norddeutschen Meisterschaften aus. Und auch bei international besetzten Events will Eva-Lotta die Konkurrenz ärgern und auf vorderen Plätzen mitmischen. Schade nur, dass sie für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, die „vor der Haustür“ in Großenhain stattfindet, zu jung ist. Dort wird sie Theo Fischer vom Großenhainer Rollsportverein, der daheim in Meißen gleich nebenan wohnt, die Daumen drücken. „Ich bewundere seinen Trainings- und Kampfeswillen.“