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Freitag, 21.04.2017

Nieskyer schaffen sich ihren Park neu

Mit einem Arbeitseinsatz am Sonnabend wird der Anfang gemacht. Es gibt noch viel zu tun im Monplaisir.

Von Steffen Gerhardt

Im Monplaisir wird es am Sonnabendvormittag einen Arbeitseinsatz geben, zu dem alle Nieskyer aufgerufen sind. Die beiden Initiatoren Gabriele Beinlich und Lothar Halke schauen sich vorab in dem sechs Hektar großen Gelände um, welche Arbeiten zuerst zu erledigen sind.
Im Monplaisir wird es am Sonnabendvormittag einen Arbeitseinsatz geben, zu dem alle Nieskyer aufgerufen sind. Die beiden Initiatoren Gabriele Beinlich und Lothar Halke schauen sich vorab in dem sechs Hektar großen Gelände um, welche Arbeiten zuerst zu erledigen sind.

© andré schulze

Das Grün an den Bäumen und Sträuchern erkämpft sich von Tag zu Tag mehr Raum in Nieskys Park Monplaisir. Für den Gartenfachmann Lothar Halke ist das zu viel grün, dass da von den Strahlen der Sonne erleuchtet wird. Damit meint der Nieskyer den zahlreichen Wildwuchs, der sich über die Jahre im Park breitgemacht hat. Dazu kommt, dass es anscheinend nur noch einen Hauptweg durch den Park zu geben scheint, denn alle anderen Wege sind mit Laub zugedeckt oder zugewachsen. Aber das wird sich ändern.

Zusammen mit Gabriele Beinlich ruft der Gartenfachmann zu einem Arbeitseinsatz am Sonnabend auf. Die Anregung dazu kam von einer Schulfreundin von Frau Beinlich. „Sie sagte, dass Niesky mit Monplaisir einen sehr schönen Park hat, der aber zunehmend verwildert. Dagegen könnte man doch etwas tun – und sie würde selbst mithelfen“, erzählt Gabriele Beinlich. Damit war die Idee geboren, dass die Nieskyer selbst mit Hand anlegen können, um einem Kleinod neuen Glanz zu geben.

Arbeit gibt es reichlich, sagt Lothar Halke. Und: „Je mehr Nieskyer sich beteiligen, umso mehr kann geschafft werden.“ Denn zum Anfang sollen die in Vergessenheit geratenen Wege vom Laub befreit und wieder begehbar gemacht werden. So, dass zwei Personen nebeneinander laufen können. Zudem sollen die großen Bäume von dem Wildwuchs um sie herum befreit werden. Das ist eine Menge Holz, die da zusammen kommt, und für den ersten Arbeitseinsatz wohl reichen dürfte.

Da beide Initiatoren Stadträte sind, haben sie das Vorhaben auch in ihrem Gremium kundgetan und hoffen auf eine rege Beteiligung. Die Stadt unterstützt das Ganze materiell über den Bauhof. Ebenso bietet die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft ihre Hilfe an. Geschafft werden soll sich in dem Teilstück Neu-Monplaisir, das sich von der Parkstraße in Richtung Waldfriedhof erstreckt. „Hier ist der Park noch in seinem nahezu alten Zustand, so wie ihn die Knaben des Nieskyer Pädagogiums in den Jahren nach 1760 angelegt haben“, sagt Lothar Halke. Aber es braucht schon Fantasie beziehungsweise eines Lageplanes von früher, um zu erkennen, wo die Wege einst entlang gingen.

Charakteristisch für den Park war, dass er von Knaben angelegt wurde, die ihn Monplaisir (mein Vergnügen) nannten. Und zu diesem sollte das rund sechs Hektar große Gelände dienen. Noch heute sind die Hügel zu erkennen, die in dem Park künstlich geschaffen wurden. Das waren die Treffpunkte der Stubengemeinschaften des Pädagogiums. Dort traf sich, wer zur jeweiligen Stube dazu gehörte. Aber die Schüler pflanzten nicht nur für Niesky unbekannte Laubbäume, die zum Teil heute noch stehen, sondern erschafften auch einige Bauwerke in dem Gelände. Nur die alten Nieskyer werden sich daran erinnern, dass ihr Monplaisir mal eine Freilichtbühne hatte, ebenso einen Japanischen Tempel, einen massiv gemauerten Hungerturm und eine hölzerne Kapelle. Alles das gibt es heute nur noch in der Erinnerung und auf alten Fotografien. Natürlich wäre es reizvoll, das eine oder andere wieder zu errichten, zumindest eine Parkbühne wieder aufzubauen, sagt Gabriele Beinlich. Denn die Künstlerin sieht den Park auch als eine Stätte für künstlerische Arbeiten an. So könnten unter dem Grün der Laubbäume eine Zeit lang verschiedene Installationen gezeigt werden. Damit käme man dem früheren Zweck eines Parkes zur Freizeitgestaltung wieder sehr nahe. Doch das liegt noch in der Ferne. Jetzt müssen erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden, und dazu braucht es Rechen, Harke, Astschere und Säge. „Der Arbeitseinsatz am Sonnabend soll eine Initialzündung für weitere Aktivitäten sein“, betont Lothar Halke. Was in anderen Städten und Gemeinden mit Arbeitseinsätzen und Parkseminaren schon zu einer Tradition geworden ist, soll sich nun auch in Niesky etablieren. Der Monplaisir ist einer von Nieskys historischen Parkanlagen.

Arbeitseinsatz am Sonnabend, von 9 bis gegen 12 Uhr. Treffpunkt an der Spitze Parkstraße/Langer Haag. Wer hat, sollte Rechen, Harke, Ast- bzw. Gartenscheren sowie Sägen mitbringen und an eigene Verpflegung denken.

Monplaisir

Geschaffen von den Knaben des Pädagogiums ab 1760. Zunächst als Knabengarten hinter der Roten Schule. 20 Jahre später wuchs der Park auf sechs Hektar und reichte in seiner Fläche bis zum Waldfriedhof.

Verfallen ist der Park in den 1940er Jahren, weil das Geld fehlte. Abrissarbeiten erfolgten nach dem Krieg.

Umgestaltet zu einem Volkspark wurde 1953 Alt-Monplaisir zwischen Ödernitzer und Parkstraße. Durch die Stadt Niesky wurden Bänke und Spielgeräte aufgestellt. Nach der Wende kam eine Skaterbahn dazu.

Quelle: Museum Niesky

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