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Freitag, 17.03.2017

Niesky macht ernst im Kampf gegen Hundekot

An neun Standorten hat die Stadt Beutel-Spender aufgestellt. Dazu gibt es noch eine private Initiative.

Von Steffen Gerhardt

Matthias Penk mit seiner Hündin Fee. Hier am Café Becker an der Rothenburger Straße wäre nach Ansicht des Nieskyers ein weitere Standort für eine Spendenbox für Plastikbeutel mit denen der Hundekot entsorgt werden kann.
Matthias Penk mit seiner Hündin Fee. Hier am Café Becker an der Rothenburger Straße wäre nach Ansicht des Nieskyers ein weitere Standort für eine Spendenbox für Plastikbeutel mit denen der Hundekot entsorgt werden kann.

© andré schulze

Niesky. Verspielt und etwas scheu gegenüber fremden Menschen ist Fee. Aber die Hündin ist auch erst ein Jahr jung, sagt ihr Besitzer Matthias Penk. Der Nieskyer wohnt in der Breitscheidstraße und ist täglich mit der Labrador-Hündin unterwegs in der Stadt. „Mir ist schon aufgefallen, dass die Stadt Tütenspender für die Hundebesitzer aufgestellt hat, denn nichts ist ärgerlicher, als in einen Hundehaufen zu treten“, sagt Matthias Penk. Bei seiner Fee achtet er darauf, dass die gemachten Haufen gleich wieder verschwinden, deshalb trägt er eine kleine Box mit Plastiktüten bei sich.

Solche Hundehalter lobt die Stadt, denen die Sauberkeit wichtig ist. Um sie zu unterstützen und diejenigen, die es mit den Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht so genau nehmen, dazu zu bringen, wurden jetzt neun Tütenspender für Hundekot aufgestellt. Simone Sturm, Sachgebietsleiterin Ordnung und Sicherheit sagt, dass die Spender dort aufgestellt sind, wo häufig Hundebesitzer mit ihren Tieren unterwegs sind. Zwei dieser dunkelgrünen und briefkastengroßen Metallbehälter wurden im Ortsteil See aufgestellt. „Wir denken, dass an diesen Standorten der Bedarf am größten ist. Was aber nicht heißen soll, dass die Verteilung der Tütenspender nun festgeschrieben ist. Wir wollen erst abwarten, wie diese Spender angenommen werden“, erklärt Simone Sturm.

Seit zwei Wochen sind die vom Bauhof der Stadt aufgestellten Beutelspender in Nutzung. Bisher sind die Reaktionen durchweg positiv, bestätigt Simone Sturm, auch was die Auswahl der Standorte betrifft. Und: „Die Beutel werden in der Mehrzahl für das benutzt, wofür sie da sind“, ergänzt die Sachgebietsleiterin.

Bei der Auswahl der Aufstellorte wurde vonseiten der Stadt auch darauf geachtet, dass Papierkörbe in der Nähe sind, um die schwarzen Beutel samt Inhalt auch los zu werden. Hundebesitzer Penk kritisiert, dass im Stadtgebiet aber zu wenig Papierkörbe stehen. Das fällt ihn auf, wenn er von der Breitscheidstraße ins Stadtzentrum mit seinem Hund läuft. „Den ersten Papierkorb, den ich auf dem Weg entdecke, ist einer am Landratsamt.“ Bis dahin muss er also sein Beutelchen tragen, um es ordnungsgemäß zu entsorgen.

Aber auch in die östliche Richtung sind Matthias Penk und Hündin Fee oft unterwegs und steuern dabei das Eiscafé Becker an. Hier fühlt sich der Hundebesitzer gut aufgehoben: „Mein Hund hat hier schneller sein Wasser als ich mein Bier“, erzählt der 57-Jährige. Café-Besitzerin Katja Becker muss darüber schmunzeln, obwohl es ihr Anliegen ist, dass sich alle Gäste des Cafés an der Rothenburger Straße wohlfühlen, auch die Vierbeinigen. „Im Sommer haben wir am Tag manchmal vier bis fünf Hunde mit ihren Besitzern bei uns zu Gast. Da ist es für uns selbstverständlich, dass auch die Hunde versorgt werden“, sagt die Geschäftsfrau. Sie selbst hat auch einen Hund, deshalb begrüßt die Nieskyerin die Initiative der Stadt, solche Tütenspender aufzustellen. „Wobei, ich habe meine Beutel immer mit dabei“, ergänzt sie. Aber ihr geht es genauso wie Matthias Penk um ein sauberes Stadtbild allgemein, und dazu tragen solche Spender durchaus bei.

Matthias Penk hält es für angebracht, noch einen zehnten Standort mit so einer Metallbox zu bestücken: hier am Café Becker. Er begründet das zum einen, weil hier einige Hundebesitzer einkehren, zum anderen weil der Fußweg an der Rothenburger Straße oft zum „Gassi gehen“ genutzt wird. Diesen Vorschlag hat er bereits der Stadt unterbreitet – und auch seine Bereitschaft geäußert, als Sponsor für so einen Kasten zu wirken. Somit kommt zu der städtischen Initiative für diese Beutelboxen nun auch noch eine private.

Die Stadt hatte vor, diese Spender bereits im vergangenen Jahr aufzustellen. Dafür plante sie 1 200 Euro im Haushalt ein. Nicht nur für die Anschaffung der Aufbewahrungsboxen, sondern gleichzeitig für eine große Anzahl an Beuteln zum Füllen der Spender. Angeschaut haben sich das die Rathausmitarbeiter in der Stadt Bautzen, die das seit Oktober 2013 praktiziert und nach eigener Aussage mehrheitlich gute Erfahrungen gemacht hat. Inzwischen gibt es 20 Standorte. Aber auch in der Stadt Görlitz und in Weißwasser stehen inzwischen solche Beutelspender.

Standorte in Niesky: Zinzendorfplatz (Bibliothek), Bahnhofstraße/Horkaer Straße, Fichtestraße (Jahnsportplatz), Am langen Haag (Waldfriedhof), Ringstraße (Heizhaus), Pestalozzi-Straße/Muskauer Straße, zwischen Emmaus und Waldbad sowie in See (Postweg, Grundschule)

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