• Einstellungen
Samstag, 12.08.2017

Neues Schuljahr, alter Ärger

Die Linie 308 bereitet Probleme. Die Busse sind nicht pünktlich und wieder wurden in Medingen Schüler stehengelassen.

Von Sven Görner

Im März kontrollierten Polizeibeamte den Bus der Linie 308, der auch Schüler aus Medingen und Ottendorf-Okrilla zur Oberschule nach Radeburg bringt. Schon damals war der Bus überfüllt. Mit dem neuen Schuljahr sollte alles besser werden. Doch schon nach wenigen Tagen tauchen die Probleme erneut auf.
Im März kontrollierten Polizeibeamte den Bus der Linie 308, der auch Schüler aus Medingen und Ottendorf-Okrilla zur Oberschule nach Radeburg bringt. Schon damals war der Bus überfüllt. Mit dem neuen Schuljahr sollte alles besser werden. Doch schon nach wenigen Tagen tauchen die Probleme erneut auf.

© Archivfoto: Thorsten Eckert

Medingen. Wie viele Schüler am Mittwoch um 7.48 Uhr an der Haltestelle am Angelsteg in Großdittmannsdorf vom Bus der Linie 308 nicht mitgenommen wurden, war nicht genau herauszubekommen. Hagen Fiedler, der die SZ von dem Geschehenen informierte, brachte vier Nachbarskinder mit seinem Auto nach Radeburg. Ein Vater habe zwei oder drei weitere Schüler zur Schule gefahren. Der Bus, so die Aussage der Kinder, hätte gar nicht erst angehalten, sondern wäre einfach vorbeigefahren. Warum, wusste niemand.

Michael Ufert, Schulleiter der Radeburger Heinrich-Zille-Oberschule, war in der vergangenen Woche noch zuversichtlich gewesen. „Wir haben den Beginn der ersten Schulstunde um fünf Minuten nach hinten verschoben und so die Konsequenzen aus den Problemen mit der Linie 308 gezogen.“ Damit, so hatte der Schulleiter gehofft, sollte der Dauerärger mit überfüllten Bussen auf dieser Strecke nun endlich der Vergangenheit angehören. Durch den etwas späteren Unterrichtsbeginn um 8.10 Uhr sollen die Oberschüler nun ausreichend Zeit haben, es von der Haltestelle pünktlich bis in die Schule zu schaffen. Da der Bus 7.54 Uhr am Rathaus ankommt, dürfte das nun selbst bei einer kleinen Busverspätung klappen. Mit dieser Gewissheit, so die Hoffnung der Verantwortlichen in Radeburg, sollte es nun gelingen, dass der Großteil der Oberschüler aus Ottendorf-Okrilla, Medingen und Großdittmannsdorf diesen Bus nutzt.

In den vergangenen Jahren waren viele Schüler, um nicht zu spät zu kommen, auf den früheren Bus ausgewichen. Dieser kommt bereits 7.22 Uhr am Rathaus an, ist aber eigentlich vorrangig für die Grundschüler gedacht. Das Ergebnis dieser ungewollten Doppelbelegung war, dass dieser Bus oft so überfüllt war, dass Kinder in Medingen und Großdittmannsdorf nicht mehr mitgenommen werden konnten. Im März stellte die Polizei bei einer Kontrolle sogar 19 Fahrgäste zu viel in einem Bus fest. Zwar hatte ein Elternvertreter mit einem Aufruf an die Eltern damals vermutlich mit für den vollen Bus gesorgt, an den tatsächlichen Problemen auf dieser Linie des Regionalverkehrs Dresden (RVD) änderte das indes nichts.

Am Dienstag, so Michael Ufert, habe er die Eltern mit einem Brief noch einmal darauf hingewiesen, dass ihre Kinder zur ersten Stunde bitte den zweiten Bus nehmen sollen. „Und am nächsten Tag passiert dann so etwas“, sagt der Schulleiter und man merkt ihm dabei den Ärger an.

Verärgert zeigte sich auch Andreas Herr, Dezernent im Landratsamt Meißen. „Durch die Maßnahmen der Schule wurde gerade versucht, das Problem zu lösen und wieder Vertrauen aufzubauen und dann werden wieder Kinder nicht mitgenommen, weil der Bus überfüllt ist.“

Dabei sei das Problem offenbar eine hausgemachte Sache des RVD. „Das Unternehmen hat für diesen Bus Anmeldungen für Kindergruppen entgegengenommen, aber offenbar nicht das Platzangebot geprüft“, so der Dezernent. „Oder aber versäumt, eine entsprechende Information an den Subunternehmer weiterzugeben, der diese Strecke bedient.“ Bei den angemeldeten Kindern handelt es sich vermutlich um die 18 Mädchen und Jungen aus der Kita Zwergenland in Medingen, die den Kindertag im Landgestüt besuchten. Ob auch die 20 Medinger Grundschüler mit im Bus waren, die ebenfalls an dem Tag teilgenommen haben, ist nicht bekannt.

Volker Weidemann, beim RVD verantwortlich für Marketing und Verkehr, sieht den Vorfall vom Mittwoch nicht als ein vorhersehbares Ereignis, sondern eher als die üblichen Anlaufschwierigkeiten zu Schuljahresbeginn. „Wir haben 20 Minuten später einen Bus zum Einsammeln der stehengelassenen Kinder hinterhergeschickt.“ Übrigens auch gestern. Denn da, so Volker Weidemann, sei der Bus erneut überfüllt gewesen. Allerdings habe es da keine zusätzlichen Anmeldungen, wohl aber mehr Fahrgäste in dem Linienbus gegeben.

Probleme gibt es auf der von Radeberg über Dresden bis nach Radeburg verkehrenden Linie derzeit aber auch wieder mit der Pünktlichkeit. Die Gründe dafür sind nach Auskunft des zuständigen Landratsamtes in Bautzen die parallel verlaufenden, zahlreichen Baustellen auf Ober- und Badstraße in Radeberg und der Ortsumgehung S 177.