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Donnerstag, 12.10.2017

Neuer Chef an der Orgel

Albrecht Koch kümmert sich ab dem kommenden Jahr um die traditionsreiche Konzertreihe in Reinhardtsgrimma.

Von Maik Brückner

Der Freiberger Domkantor Albrecht Koch – hier in der Kirche Geising zu sehen – wird künstlerischer Leiter der Orgelkonzerte in Reinhardtsgrimma.
Der Freiberger Domkantor Albrecht Koch – hier in der Kirche Geising zu sehen – wird künstlerischer Leiter der Orgelkonzerte in Reinhardtsgrimma.

© Archivfoto: Egbert Kamprath

Reinhardtsgrimma. Der Freiberger Domorganist Albrecht Koch übernimmt ab 2018 die künstlerische Leitung der traditionsreichen Konzertreihe an der Silbermann-Orgel in Reinhardtsgrimma. Darüber informiert Reinhardtgrimmas Pfarrer Johannes Keller.

Koch ist kein Unbekannter in Reinhardtsgrimma. Der Freiberger Domkantor und -organist ist seit 2010 Präsident der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft und künstlerischer Leiter der Silbermann-Tage, eines der wichtigsten deutschen Orgelfestivals. Schon deshalb ist er bestens mit den Besonderheiten der barocken Silbermann-Orgeln vertraut, so auch mit der in Reinhardtsgrimma. Mithilfe dieser wird es bei den im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragenen Silbermann-Tagen Konzerte gegeben.

Koch folgt Kreuzorganist Holger Gehring, der am 15. Oktober nach zehn Jahren seine Tätigkeit an der Spitze der Orgelkonzerte beendet. Das hatte er bereits im Mai angekündigt. Via Pressemitteilung erklärte er, dass es „grundlegende Differenzen mit der Reinhardtsgrimmaer Kirchgemeinde“ gebe und er die künstlerische Leitung dieser Konzertreihe zum Ende des Jahres beende. Auf SZ-Nachfrage sagt er, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder mal Meinungsverschiedenheiten mit der Kirchgemeinde gegeben habe. Diese haben sich um den Jahreswechsel herum zugespitzt, erklärte Gehring, der hauptberuflich als Organist an der Dresdner Kreuzkirche arbeitet. In Reinhardtsgrimma ist der Kreuzorganist auf Honorarbasis tätig.

Der Streit entlud sich demnach nicht an der künstlerischen Ausrichtung. Das bestätigte auch Keller damals. „Inhaltlich gab es keine Differenzen“, sagt er auf SZ-Nachfrage. Dem Vernehmen nach ging es vor allem um finanzielle Angelegenheiten. Zu Details wollten sich weder Keller noch Gehring äußern. Dass die Konzertreihe nun in ähnlicher Form weiter geführt wird, dürfte die Freunde der Orgelmusik freuen. Denn die Konzerte an der Silbermann-Orgel in Reinhardtsgrimma sind seit mehr als 80 Jahren fester Bestandteil der Kulturlandschaft im Osterzgebirge. Sie wurden 1936 vom damaligen Dresdner Kreuzorganisten Herbert Collum ins Leben gerufen. Seit Jahrzehnten kommen renommierte internationale Organisten in das Dorf. „Schon lange hat sich hier im ländlichen Raum ein hochklassiges Kulturangebot abseits der Großstadt etabliert“, sagt Pfarrer Keller. Von Mai bis Oktober findet einmal im Monat sonntags ein Orgelkonzert statt. Die diesjährige Saison wird am Sonntag beendet. Hier wird Kreuzorganist Holger Gehring noch einmal zu erleben sein. Er musiziert mit Matthias Schmutzler, einem Solotrompeter der Sächsischen Staatskapelle.

Auch in diesem Jahr soll es die schon traditionelle Weihnachtsvesper geben, sagt Keller. Dazu lädt die Kirchgemeinde Reinhardtsgrimma am zweiten Weihnachtstag herzlich ein. Andreas Reuter wird mit dem Leipziger Kammerchor die Weihnachtsbotschaft musikalisch gestalten. Der Eintritt zur Vesper ist in diesem Jahr wieder frei, kündigt der Pfarrer an.

Die Reinhardtsgrimmaer Silbermann-Orgel von 1731 ist eines der am besten erhaltenen Instrumente des berühmten sächsischen Orgelbaumeisters. Das Instrument genießt bei Organisten und Publikum einen hervorragenden Ruf.

Orgelkonzert in Reinhardtsgrimma am Sonntag, 15. Oktober, 16 Uhr, mit Kreuzorganist Holger Gehring und Solotrompeter Matthias Schmutzler