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Freitag, 19.05.2017

Neue Chance fürs Gewerbegebiet Copitz-Nord

Jahrelang lag die Fläche an der Lohmener Straße brach, lediglich Schafe weideten dort. Nun aber könnte sich was entwickeln.

Von Thomas Möckel

Die Pläne

Noch ein weites Feld: Auf dem Areal zwischen Wehlener Straße (l.) und Lohmener Straße (r.) soll das Gewerbegebiet Copitz-Nord entstehen. Lange tat sich nichts, doch in diesem Jahr soll das Areal erschlossen werden. Interessenten gibt es bereits.
Noch ein weites Feld: Auf dem Areal zwischen Wehlener Straße (l.) und Lohmener Straße (r.) soll das Gewerbegebiet Copitz-Nord entstehen. Lange tat sich nichts, doch in diesem Jahr soll das Areal erschlossen werden. Interessenten gibt es bereits.

© Norbert Millauer

Pirna. Schafe weiden auf der Wiese, ein hölzerner Unterstand gibt ihnen Schutz. Wind streicht übers Gras, auf Erdhügeln recken sich junge Bäume empor. Was anmutet wie eine beinahe unberührte Steppenlandschaft, ist in Wirklichkeit ein Gewerbegebiet im Norden Pirnas, ein 6,6 Hektar großes Gelände, eingerahmt von der Lohmener und Wehlener Straße. Mehrere Jahre tat sich nichts auf der Fläche, nun aber soll sie entwickelt werden. Die SZ stellt die neuen Pläne vor.

Die Pläne

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Gibt es inzwischen Firmen, die sich in Copitz-Nord niederlassen wollen?

Inzwischen interessieren sich mehrere Firmen für das Gewerbegebiet. Laut Flörke gibt es eine ganz konkrete Anfrage des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE), der in Copitz-Nord gern eine Fläche von 9000 Quadratmetern haben möchte. Die SEP unterbreitete bereits ein Verkaufsangebot. Der ZAOE benötigt das Gelände nach Aussage der SEP für einen Wertstoffhof und ein Behälterlager. Der ZAOE übernimmt ab 2018 wieder selbst das sogenannte Abfalltonnenmanagement – also er stellt künftig die Mülltonnen für die Verbraucher bereit. Und nicht mehr, wie bisher, der jeweilige Entsorger. Zudem braucht der ZAOE rechtselbisch eine Ausweichfläche für Havariefälle, dieser Bedarf resultiert aus den beiden Flutkatastrophen 2002 und 2013. Darüber hinaus gibt es eine Anfrage eines ortsansässigen Maschinenbauers, der derzeit noch in einem Mietobjekt produziert, aber gern ein eigenes Firmengrundstück hätte. Er benötigt eine ähnlich große Fläche wie der ZAOE. Mittlerweile hat sich auch ein dritter Interessent aus Dresden gemeldet. Und auch einige örtliche Mittelständler – beispielsweise eine Tischlerei, ein Autohaus sowie ein Gartenbaubetrieb – interessieren sich für Grundstücke in Copitz-Nord. Konkrete Anfragen gibt es laut Flörke derzeit für eine Fläche von 2,5 Hektar – damit wäre mehr als ein Drittel des 6,6 Hektar umfassenden Gewerbegebietes schon vermarktet.

Wer entwickelt jetzt das Gewerbegebiet Copitz-Nord?

Ursprünglich wollte die Stadt Pirna das Gelände selbst entwickeln, auch, um dafür möglicherweise Fördermittel zu bekommen. Denn weder SEP noch Stadtwerke, die das Gebiet erschließen, können Empfänger von Fördermitteln sein. Die städtische Aufgabe stand anfangs so auch im Doppelhaushalt für 2017/18. Inzwischen aber entschied der Stadtrat, dass die SEP, der das gesamte Areal gehört, das Gewerbegebiet nun doch selbst entwickeln soll. Ausschlaggebend dafür war, dass die Erschließungskosten minimiert werden konnten. So wird es laut Flörke beispielsweise keine Ringstraße von der Lohmener zu Wehlener Straße geben, wie in früheren Plänen ausgewiesen. Stattdessen wird lediglich von der Wehlener Straße eine Stichstraße ins Gebiet gebaut, an deren Ende ein Wendehammer entsteht. Vom Wendehammer führt künftig ein Fußweg zur Lohmener Straße.

In welchem Zeitraum wird das Gewerbegebiet entwickelt?

Die Planung, das Gelände zu erschließen, wurde im März dieses Jahres in Auftrag gegeben. Eine Vorplanung liegt bereits vor. Erschlossen wird das Gelände gemeinsam mit den Stadtwerken, die sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen im Untergrund verlegen. Die Genehmigungsplanung, so der SEP-Chef, soll bis Ende Mai vorliegen. Der Baubeginn für die Stichstraße und die Kanäle ist für Anfang Oktober 2017 vorgesehen, am 30. Juni 2018 soll das Vorhaben fertig sein. Der Zeitraum ist so getaktet, dass der ZAOE im September kommenden Jahres seine Anlage auf dem Areal eröffnen kann. „Ich bin optimistisch“, sagt Flörke, „dass bis 2021 ein Großteil des Gewerbegebietes gefüllt sein wird.“ Arbeiter haben inzwischen schon einen Großteil des Wildwuchses auf dem Terrain entfernt, auch ein Großteil der Erdhaufen ist verschwunden. Und auf etwas ganz Besonderes müssen die Erschließer noch achten: Ein Teil des sich im Gewerbegebiet sammelnden Oberflächenwassers – beispielsweise nach Regenfällen – muss in den angrenzenden Lugteich eingeleitet werden – weil der Teich wiederum den Kratzbach nebst Forellenzucht speist, der beim Hotel Elbparadies in Posta in die Elbe fließt.

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