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Freitag, 13.10.2017

Neubau am Wichernhaus wird eingeweiht

Zwei Millionen Euro hat die Diakonie in Mittelherwigsdorf investiert. Nun wird ein neues Pflegekonzept umgesetzt.

Von Holger Gutte

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Im großen Gemeinschaftsraum des Neubaus am Wichernhaus in Mittelherwigsdorf betreut Wohnbereichsleiterin Manja Hoferichter bereits die ersten Bewohner.
Im großen Gemeinschaftsraum des Neubaus am Wichernhaus in Mittelherwigsdorf betreut Wohnbereichsleiterin Manja Hoferichter bereits die ersten Bewohner.

© Matthias Weber

Blick in ein gerade bezogenes Einbett-Zimmer im HausII des Wichernhauses.
Blick in ein gerade bezogenes Einbett-Zimmer im Haus II des Wichernhauses.

© Matthias Weber

Im ersten Obergeschoss des Neubaues befindet sich ein großes Sanitärzimmer.
Im ersten Obergeschoss des Neubaues befindet sich ein großes Sanitärzimmer.

© Matthias Weber

Der umzäunte Sinnesgarten hinterm Neubau wird im Frühjahr weiter begrünt.
Der umzäunte Sinnesgarten hinterm Neubau wird im Frühjahr weiter begrünt.

© Matthias Weber

 Das HausII (kleines Bild) wird am 13.Oktober eingeweiht.
Das Haus II (kleines Bild) wird am 13. Oktober eingeweiht.

© Matthias Weber

Mittelherwigsdorf. Altenpflegerin Manja Hoferichter kümmert sich bereits im großen neuen Gemeinschaftsraum um die ersten an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen im Haus II des Wichernhauses in Mittelherwigsdorf. Acht Bewohner sind im Oktober bereits in das Erdgeschoss des Neubaus eingezogen. Am Sonnabend wird schon die nächste Frau erwartet. Bis Ende des Monats und im November werden dann die anderen Pflegebedürftigen folgen. Rund zwei Millionen Euro hat die Diakonie Löbau-Zittau in den Bau eines zweiten Hauses in ihrem Standort am Wichernhaus in Mittelherwigsdorf investiert. Am Freitag wird es eingeweiht.

Fast auf den Tag genau ist erst vor einem Jahr am 14. Oktober der Grundstein für das Gebäude gelegt worden. Das Interesse an der Pflege- und Betreuungseinrichtung ist groß. Das haben die zahlreichen Besucher am Tag der offenen Tür vor zwei Wochen gezeigt. „Viele der Besucher haben beim Verabschieden einen Antrag für eine Heimaufnahme mitgenommen“, berichtet Heimpflegedienstleiterin Ines Bahr. 26 an Demenz erkrankte Frauen und Männer werden im Neubau fachgerecht betreut. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sollen jeweils 13 Heimbewohner in insgesamt vier Doppelzimmern und 18 Einzelzimmern untergebracht werden.

Mit der Inbetriebnahmen des Hauses II wollen die rund 50 Mitarbeiter vom Wichernhaus jetzt auch einen weiteren Schritt bei der Betreuung der an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen gehen. Anders als in dem im Jahr 2000 eröffneten Haus I sollen im Neubau ausschließlich demenzkranke Leute betreut werden. Das bringt für Personal und Bewohner Vorteile. Und die werden jetzt in einem neuen Betreuungskonzept umgesetzt.

Validation ist dabei das Schlagwort und heißt nichts anderes, als die Gefühlswelt des Patienten ernst zu nehmen. Mit verschiedenen Methoden soll dabei Wertschätzung dem Demenzkranken vermittelt und Stress abgebaut werden.

Ines Bahr will mit ihrem Team möglichst viel von der Selbstständigkeit ihrer dementen Bewohner fördern. Dafür ist es für sie wichtig, dass sie sich mit der Biografie eines jeden Heimbewohners beschäftigen. Das können die Mitarbeiter im Vorfeld nur mit den Kindern und Angehörigen des Demenzkranken tun. So ist es besser möglich, ihre früheren Neigungen und Hobbys wie Singen oder Basteln zu fördern. Im zentralen Anlaufpunkt des Hauses, einem großzügig gestalteten Gemeinschaftsraum, gibt es dafür reichlich Platz. In ihm sind eine Küche, ein Essbereich und ein Wohnzimmer integriert. Falls möglich, können hier die an Demenz erkrankten Bewohner noch selbstständig ihren Frühstückstisch decken oder Salate selbst zubereiten.

Stolz führt Ines Bahr durch den Neubau. Im Erdgeschoss gibt es außerdem einen Therapieraum, in dem Einzelbetreuungen möglich sind und im ersten Obergeschoss einen großen Wasch- und Sanitärraum. Im Dachgeschoss werden Funktions- und Lagerräume sowie Umkleidezimmer für das Personal eingerichtet. Und hinter dem Haus haben sie nun einen Sinnesgarten, der genau so geworden ist, wie sie es wollten. „Der Park ist umzäunt, was gerade bei einigen an Demenz Erkrankten, die einen großen Bewegungsdrang haben, wichtig ist“, schildert die Heimpflegedienstleiterin. Der große Pavillon und die Terrasse bieten viel Platz für Beschäftigungen im Garten. Und im Frühjahr soll er noch weiter begrünt werden.

Der Neubau und sein Garten fügen sich nahtlos in das bestehende Ensemble des Alten- und Pflegeheimes mit seinen 47 Bewohnern ein. „Ich muss den Baufirmen, aber auch meinen Mitarbeitern ein großes Lob aussprechen. Sie haben während der einjährigen Bauphase alle eine wunderbare Arbeit geleistet“, sagt Ines Bahr. Und was dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen.

Fünf Altenpflegehelfer und eine Fachkraft sind bereits eingestellt worden. Alle verfügen schon über Berufserfahrung. „Mindestens drei bis vier Altenpfleger würden wir aber gern noch einstellen“, sagt Ines Bahr. Im Wichernhaus werden auch Altenpfleger ausgebildet. Drei Azubis lernen hier gerade den Beruf. Jedes Jahr wird ein Ausbildungsplatz angeboten. Im kommenden Jahr werden es erstmals zwei sein.

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