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Dienstag, 28.02.2017

„Nazi in der Nachbarschaft“

Der Dresdner Richter und AfD-Mitglied Jens Maier wird auf Flugblättern von Linksextremen als Nazi bezeichnet. Man solle ihm das Leben zur Hölle machen. Die Partei ist entsetzt.

Jens Maier
Jens Maier

© dpa

Dresden. Seine Rede bei dem Auftritt von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke sorgte für Wirbel. Der Dresdner Richter und AfD-Direktkandidat für den Bundestag Jens Maier provoziert gerne. An jenem Abend forderte er die Zuhörer auf, das „Land zu verteidigen“, um die „Herstellung von Mischvölkern“ zu verhindern, mit denen „nationale Identitäten ausgelöscht“ werden sollen. Außerdem erklärte er den „Schuldkult“ rund um den 13. Februar für „endgültig beendet“.

Das reichte zwar nicht für Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen Maier, aber in seiner Nachbarschaft wurden nun Flugblätter verteilt. An deren Ende prangt das Logo der linksextremen „Antifaschistischen Aktion“. Überschrieben ist es mit „Vorsicht Nazi in der Nachbarschaft“. Dann nennen die Verfasser Maiers Geburtstag und -ort. Außerdem wird erwähnt, Maier wohne dort mit seiner Frau und habe zwei Kinder. Bei der Wohnadresse in Striesen allerdings sind sie nicht auf dem aktuellen Stand.

Dann werden seine Aussagen aufgelistet. „Für welche Ziele und Gesinnung seine Partei steht, scheint mit dem Blick auf Maier deutlich zu werden. Nazis aus der Deckung holen und ihnen das Leben in der Nachbarschaft zur Hölle machen!“

Dresdens AfD-Chef Jürgen Schulz ist entsetzt: „So etwas geht gar nicht.“ Vor allem für Frau und Kinder sei das schlimm. „Sicher hat Herr Maier in seiner Rede nicht immer den richtigen Ton getroffen, aber ihn als Nazi zu diffamieren, entbehrt jeglicher Grundlage.“ Die AfD fürchte, dass solche Flugblätter die Hemmschwelle senken. „Der Schritt zur realen Gewalt ist da nicht mehr groß“, meint Schulz. Die AfD werde das im Vorstand auswerten und überlegen, Anzeige zu erstatten. (SZ/awe)

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