• Einstellungen
Montag, 16.04.2018

Naturpark-Kinder pflanzen Obstbäume an Wanderweg

Dank des vielfältigen Angebots ist die Kindergruppe des Naturparks in Waltersdorf sehr gefragt. Darum soll nun eine zweite Gruppe gegründet werden.

Von Elke Schmidt

Alexander und Richard Hilse (hellgrüne T-Shirts) haben mit den anderen „Wilden Füchsen“ Bäume an der Waltersdorfer Sängerhöhe gepflanzt.
Alexander und Richard Hilse (hellgrüne T-Shirts) haben mit den anderen „Wilden Füchsen“ Bäume an der Waltersdorfer Sängerhöhe gepflanzt.

© Matthias Weber

Waltersdorf. Alexander Hilse, sein Bruder Richard und die anderen sind ganz bei der Sache. Heute pflanzen sie in Waltersdorf in der Nähe der Sängerhöhe sechs Bäume. Das ist gar nicht so einfach, denn der Boden ist nass und lässt sich dadurch nur schwer bearbeiten. Aber davon lassen sie sich nicht beirren, und bald sind sie fertig.

Einer der Bäume ist von Alexander Hilse. Er hat auf den Zittauer Kaiserfeldern den dort herumliegenden Müll eingesammelt und entsorgt. Manchmal bekam er dafür beim Wertstoffhof sogar Geld. Das hat er gespart und davon einen Baum gekauft. Für den Zwölfjährigen ist das selbstverständlich. Er und sein Bruder Richard sind oft in der Natur und finden es wichtig, dass sie erhalten wird. So war für beide auch sofort klar, dass sie in der Kindergruppe des Naturparks Zittauer Gebirge mitmachen.

Das sehen die anderen bei den „Wilden Füchsen“ genauso. Sie sind zwischen acht und elf Jahre alt und treffen sich einmal im Monat mit Sigrun Löffler im Naturparkgarten. Die Natur- und Wildnispädagogin hat die Kindergruppe im September 2016 ins Leben gerufen. Sie will den Kindern auf spielerische Art und Weise die Natur näherbringen. Dafür lässt sie sich einiges einfallen. Jedes der Treffen hat ein anderes Thema. Sie haben schon einen Schmetterlingsgarten angelegt, gelernt, wie man fachmännisch Feuer macht, ein Insektenhotel gebaut und vieles mehr. Am vergangenen Sonnabend lautete das Thema: Bäume pflanzen. Aber das war nicht das Einzige, was sie an diesem Tag gemacht haben. Los ging es mit der Morgenrunde. Da erzählten sie ihre schönsten Naturerlebnisse des letzten Monats. Wie zum Beispiel Linus, der einen Vogel beobachtet hat, als der sich ganz bequem Futter aus einem Insektenhotel pickte. Auch Vögel sind manchmal zu faul zum Suchen. Sigrun Löffler zeigt ihnen danach den sogenannten Fox-Walk“. Bei diesem „Fuchs-Gang“ setzt man zuerst die Ferse auf und rollt dann den Fuß über die Sohle bis zu den Zehen ab. Dieser Gang ist ideal, wenn man Tiere beobachten will, und das steht auf dem Nachmittagsprogramm der Gruppe. Auch das Mittagessen machen sie selber. Es gibt viele Freiwillige, die Kräuter für den Kräuterquark sammeln wollen. Auch die Kartoffeln dazu grillen sie sich selbst an der Feuerstelle.

Die Kinder sind jedes Mal begeistert und kommen bei Wind und Wetter gern nach Waltersdorf. Das Konzept kommt so gut an, dass es aufgrund der großen Nachfrage ab nächsten Monat eine zweite Gruppe geben wird. Die ist aber für Jüngere von fünf bis sieben Jahren.

Das alles kann Sigrun Löffler natürlich nicht alleine schaffen. Sie arbeitet eng mit Aline Lischke-Förster vom Naturparkverein Zittauer Gebirge zusammen. Der Verein hat sich das Thema Umweltbildung auf die Fahnen geschrieben. Am Sonnabend hatten sie noch einen dritten Partner. Die Naturschutzstation des Landschaftspflegeverbandes „Zittauer Gebirge und Vorland“ spendete die Bäume für die Pflanzaktion. Ziel des Vereins ist unter anderem, naturnahe Lebensräume zu erhalten und neu zu schaffen, sagte Vereinsvorsitzender Andy Paul. Dafür haben sie extra weniger bekannte Sorten wie portugiesische Birnenquitte oder Nelkenapfel gewählt. Die waren früher noch oft zu finden und sollen heute dazu beitragen, die Artenvielfalt im Gebirge zu erhöhen. Wenn die Obstbäume wie gehofft anwachsen, können vorbeikommende Wanderer in ein paar Jahren von den Früchten naschen.

Desktopversion des Artikels