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Freitag, 09.02.2018

Nach vegan kommt jetzt pegan

Der neue Trend mixt Veganes mit der Paleo-Ernährung. Wie geht das – und vor allem: Wie gesund ist das wirklich?

Von Katja Wallrafen

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Pegane Version von Ceasar Salad: 1 Bund Grünkohl, 1/2 TL Salz, 1 EL Olivenöl, 1 x 10 cm-Stück Salatgurke, 2 getrocknete Nori-Algenblätter, 1–2 glutenfreie Cracker und fürs Dressing: 2 EL weiße Misopaste, 2 TL Kapern, 1 EL Hefeflocken, frisch gepresster Zitronensaft, 60 g eingeweichte Nüsse nach Geschmack. Kohl in Stücke rupfen und den Strunk aus der Mitte entfernen. Kohlblätter mit Salz und Olivenöl in Schüssel geben, Blätter mit den Händen weich massieren, Gurkenscheiben zugeben. Dressing-Zutaten mit 2 EL Wasser im Standmixer pürieren, über den Salat gießen, mit Algenstückchen und Crackern bestreuen.
Pegane Version von Ceasar Salad: 1 Bund Grünkohl, 1/2 TL Salz, 1 EL Olivenöl, 1 x 10 cm-Stück Salatgurke, 2 getrocknete Nori-Algenblätter, 1–2 glutenfreie Cracker und fürs Dressing: 2 EL weiße Misopaste, 2 TL Kapern, 1 EL Hefeflocken, frisch gepresster Zitronensaft, 60 g eingeweichte Nüsse nach Geschmack. Kohl in Stücke rupfen und den Strunk aus der Mitte entfernen. Kohlblätter mit Salz und Olivenöl in Schüssel geben, Blätter mit den Händen weich massieren, Gurkenscheiben zugeben. Dressing-Zutaten mit 2 EL Wasser im Standmixer pürieren, über den Salat gießen, mit Algenstückchen und Crackern bestreuen.

© dpa-tmn

Craft Bier, Detox oder Superfood – bald fällt es schwer, den Überblick über Foodtrends zu behalten. Einer der jüngsten Mitspieler auf dem Markt ist die pegane Ernährung. Pegan ist ein Hybrid aus Paleo und Vegan – eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, denn Menschen, die sich der Paleo-Ernährung verschrieben haben, orientieren sich an den Ernährungsgewohnheiten der Steinzeitmenschen, und dazu gehört Fleisch.

Der Begriff Paleo leitet sich ab vom Zeitraum des Paläolithikums, der Zeit der Jäger und Sammler. Da zur Steinzeit kein Ackerbau betrieben wurde, gilt es, Reis, Kartoffeln, Nudeln und Brot – selbst in der gesunden Vollkorn-Variante – vom Speiseplan zu streichen. Sogar pflanzliche Öle (außer Olivenöl) und Hülsenfrüchte werden gemieden. Bei der veganen Ernährung steht rein pflanzliche Kost im Fokus. Die rund sechs Millionen Menschen in Deutschland, die sich vegan ernähren, verzichten auf jegliche Produkte vom Tier. Das heißt, auch auf Milch und Eier.

Der amerikanische Arzt Mark Hyman kam auf die Idee, die Konzepte zu fusionieren. Das heißt kurz gesagt: viel Gemüse, möglichst wenig Zucker, keine pflanzlichen Öle außer Olivenöl, keine Milchprodukte, keine Hülsenfrüchte, kein Gluten, keine Zusatzstoffe. Fleisch ist erlaubt, soll auf dem Teller aber die Beilage sein und nicht die Hauptrolle spielen.

„Beide Food-Bewegungen setzen auf einen Mix aus möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln, den Verzicht auf raffinierte Kohlenhydrate und auf viel frisches Gemüse“, erklärt Lisa Hapke von der Initiative ProVeg. Da der Konsum von Fleisch lediglich reduziert wird, sei die pegane Ernährung für Veganer keine Option. Für sinnvoll hält ProVeg allerdings die Empfehlung, sich auf Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu fokussieren.

Der glykämische Index gibt an, wie sich kohlenhydrathaltige Lebensmittel auf den Anstieg des Blutzuckerspiegels auswirken, erläutert Olaf Lenzen, Leiter des Zentrums für Ernährungsmedizin am Berliner Vivantes Klinikum. „Es geht darum, möglichst Produkte zu essen, die einen lange satt machen.“ Der Begriff wurde vor mehr als 30 Jahren in der Diabetes-Forschung eingeführt und ist nicht unumstritten.

„Dennoch ist der Ansatz, Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index zu vermeiden und grundsätzlich viel frisches Gemüse und Obst zu essen, absolut begrüßenswert – jenseits aller Trends in der Ernährung“, sagt Lenzen. Möglichst wenig Fleisch, frische Produkte und das am besten in Kombination mit regelmäßiger Bewegung seien der beste Garant für gesundheitliches Wohlbefinden.

Deutliche Kritik übt Lenzen allerdings an der peganen Ernährungsempfehlung, auf Getreide und Hülsenfrüchte zu verzichten: „Dafür spricht aus ernährungswissenschaftlicher Sicht absolut nichts – die daraus gewonnenen Ballaststoffe und Mikronährstoffe sind ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung.“

Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, blickt generell skeptisch auf neue Ernährungskonzepte. „Trends kommen in Mode und fallen aus der Mode“, sagt sie. Die Menschen bewegten sich immer weiter weg von den Ursprüngen der Ernährung. Sie wissen nicht mehr, wo ihr Essen herkommt, was gerade Saison hat und wie sie beispielsweise traditionelle Gemüsesorten zubereiten oder kombinieren sollen. „Wer sich beim Essen suchend bewegt, lässt sich leicht eine Orientierung vorgeben“, warnt Hudson: Iss keine Kohlenhydrate mehr! Vegan ist super gesund! Hudson rät zu Gelassenheit.

Wie lange noch von der peganen Ernährung die Rede sein wird, vermag auch Lisa Hapke nicht zu sagen. Sie erkennt aber eine Tendenz bei den Ernährungstrends: „Der Verzicht auf Fertigprodukte, der Einsatz frischer Lebensmittel und auch das Bewusstsein dafür, wenn schon nicht ganz, dafür aber immer öfter auf fleischfreie Speisen zu setzen – da hat sich in den vergangenen Jahren viel getan.“

So sieht es auch Jenna Zoe, die in ihrem Kochbuch „Pegan“ Rezepte vorschlägt, die Veganes mit der Idee der Paleo-Ernährung kombinieren. Sie möchte Spaß am Kochen mit frischen Zutaten vermitteln und hat die Rezepte so angelegt, dass jeder sie nach Lust und Laune den eigenen Vorlieben anpassen kann. Ihre Version des Caesar Salads – normalerweise mit Parmesan-Käse zubereitet – enthält Grünkohl und Nori-Algenblätter, das Dressing Misopaste und Nüsse.

Chili Rellenos – gefüllte Paprikaschoten – kommen aus Mexiko und enthalten normalerweise Fleisch und Käse. Zoe füllt sie mit einer Mischung aus Tomaten, Champignons und Walnüssen, die der Konsistenz von Hackfleisch nach ihren Angaben recht nah kommt. Für ein schnelles Mittagessen schlägt die Autorin eine Suppe aus Grünkohl, Gurke, Avocado, Paprika, Tomate und Ingwer vor. Sie wird mit einigen Gewürzen und Kokoswasser einfach püriert und erhitzt. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 32 Kommentare

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  1. Günther

    Lasst mich in Ruhe mit diesem Zeug... immer wird die neue Sau durchs Dorf getrieben. Früher gab es noch ordentlich Eisbein mit Schwarte und Borsten... sind auch alle groß geworden.

  2. Der echte jk

    Wurstgulasch mit Spirelli Tote Oma Jägerschnitzel Senfeier Würzfleisch Böhmische Semmelknödel Falscher Hase (Hackbraten) Gefüllte Paprikaschoten Gurkensalat Krautgulasch Rahmspinat Rinderroulade Schaschlik Steak au four Strammer Max Szegediner Gulasch Thüringer Brot Thüringer Klöße Toast Überbacken Letscho Soljanka Eierschecke Fleischsalat ohne Gurke Bienenstich vegan, pegan - geh weg!

  3. mausi

    Ich kann auch nicht auf Fleisch verzichten,kaufe aber nur dort wo ich nachvollziehen kann wo es herkommt.Von Vegan und dem anderen Zeug halte ich gar nichts.

  4. Georg

    Ich kann den Meinungen von 1) und 2) nur zustimmen. Der Irrsinn ist wohl inzwischen grenzenlos. Die abartigsten Ideen kommen in die Medien und dann gibt es genug "eigenartige" Leute, die jeden Mist mitmachen ohne sich selbst zu fragen, ob dieser Fraß überhaupt gesund ist. Notwendige Vitamine, Mineralstoffe und andere wichtigen Inhaltsstoffe bekommt man bekanntlich nur mit einer natürlichen, ausgewogenen Ernährung. Dafür reicht es, die in unserem Gebiet wachsenden und aufgezogenen Tiere und Pflanzen zu essen. Die laufend postulierte Gesundheit von irgendwas kann man getrost ignorieren, das hat sich oft Einer mit einer Geschäftsidee ausgedacht mit ein wenig Recherche im Internet. Aber wer sowas braucht.....

  5. Marc Brossmann

    @2. "Paprikaschoten Gurkensalat Kraut... Rahmspinat " Geben Sie's zu, Sie haben schon eine Tendenz zum Veganer.:-) Keine Angst, Sie können sich auch weiterhin völlig ungestört durch die Ressourcen dieses Planeten schnetzeln und noch mit vollen Schaschlikbacken auf radfahrende, Arte-schauende, gutmenschelnde, warmduschende Veganer milde lächelnd herabsehen - machen wir doch alle hier.

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