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Samstag, 30.12.2017

Nach acht Jahren geht es weiter

2018 wird für die evangelischen Schwesterkirchgemeinden ein Baujahr. Nicht nur in Technitz rücken die Handwerker an.

Von Jens Hoyer

Kontrastprogramm an der Kirche in Technitz: Während der Turm und der der größte Teil der Fassade schon neu verputzt und angestrichen wurden, bröckelte die Nordfassade noch vor sich hin. Seit 2010 kämpft die Kirchgemeinde um Fördergeld, um die Außensanierung abschließen zu können.
Kontrastprogramm an der Kirche in Technitz: Während der Turm und der der größte Teil der Fassade schon neu verputzt und angestrichen wurden, bröckelte die Nordfassade noch vor sich hin. Seit 2010 kämpft die Kirchgemeinde um Fördergeld, um die Außensanierung abschließen zu können.

© André Braun

Döbeln. Zweimal hatte wegen Bauarbeiten an der Nicolaikirche das Weinfest vom Lutherplatz verlagert werden müssen. Jetzt ist klar: Ein drittes Mal wird der Platz wohl nicht durch eine Baustelle blockiert. An der Seitenkapelle der Kirche, der Marienkapelle, ist schon ein Gerüst aufgestellt worden. So schnell wie möglich wird das Dach neu eingedeckt, sagte Pfarrer Lutz Behrisch. Bis September sollen die Arbeiten lange beendet sein. „Wir hoffen, dass es keinen Wintereinbruch gibt, der die Arbeiten zum Erliegen bringt“, sagte Behrisch.

Es wird ein turbulentes Baujahr für die evangelischen Schwestergemeinden Döbeln und Technitz-Ziegra. An gleich drei ihrer Gotteshäuser sind mehr oder weniger große Bauvorhaben geplant. Für die Marienkapelle hatte es ganz kurzfristig im November noch eine Zusage für Denkmal-Fördermittel gegeben. Es kostet rund 65 000 Euro, das Dach mit Naturschiefer einzudecken. Auch ein paar kleinere Reparaturen am Dachstuhl sind nötig, sagte Behrisch. „Richtig sieht man das aber erst, wenn das Dach runter ist.“ Vor zwei Jahren hatte die Kirchgemeinde schon das große Dach der Kirche instandsetzen lassen.

Weitergehen soll es ab kommendem Jahr auch an der Technitzer Kirche. Dort gab es eine sehr lange Baupause. 2010 war der vorerst letzte Abschnitt der Kirchenfassade neu verputzt worden. Jetzt hat die Kirchgemeinde eine Zusage über 100 000 Euro sogenannte ILE-Fördermittel für die Dorfentwicklung bekommen. „Das Landratsamt muss das Vorhaben noch bestätigen“, sagte Behrisch. Rund 180 000 Euro wird es kosten, die Nordfassade zu verputzen und die Kirchenfenster zu erneuern. Anfang des Jahres soll die Ausschreibung des Bauvorhabens erfolgen, sagte Behrisch. Der Technitzer Kirchenbau-Förderverein hatte über Jahre Geld für die Sanierung gesammelt. Er und die Gemeinde geben 31 000 Euro dazu.

Seit 2004 läuft nun in Abschnitten die Außensanierung der Technitzer Kirche. Und es gibt noch viel zu tun. Wenn außen alles fertig ist, müsste es im Innenraum weitergehen. Vor allem der Steinfußboden ist in einem schlechten Zustand, sagte Behrisch. Auch Wasserschäden sind zu reparieren. Er hält es für sinnvoll, die Renovierung der Kirche abzuschließen, ehe die Gemeinde das Restaurieren der Kirchenorgel angeht, was alleine schon mit 60 000 Euro veranschlagt wird. „Durch die Renovierung würde wieder Feuchtigkeit und Staub in die Orgel kommen“, so Behrisch.

Ein Problem mit den drei Glocken hatte die Gemeinde schon mit „kleinem Besteck“ gelöst. Die gerissene Aufhängung der großen Glocke war geschweißt worden. Die Klöppel der Glocken wurden mit Bronzebolzen aufgerüstet, um die Abnutzung beim Abschlagen zu verringern. Bei einer Glocke wurde ein schonender elektrischer Antrieb eingebaut.

Auch an der kleinen Dorfkirche in Simselwitz hat die Kirchgemeinde in diesem Jahr Großes vor. Dort gibt es Probleme mit der Kirchendecke. Im Dachboden ist noch eine alte Fachwerk-Balgkammer für die Orgel eingebaut, die auf die Balken drückt. Zu DDR-Zeiten war das vom Schwamm befallene Gebälk mit Eisenträgern verstärkt worden. „Wir werden zusätzliche Deckenbalken unter der Balgkammer einbauen“, sagte Behrisch.

Das Dach der Kirche wird bei dieser Gelegenheit von den schweren Zementziegeln befreit und mit sogenannten Biberschwänzen eingedeckt. Außerdem seien noch Ausbesserungsarbeiten am Putz und ein Anstrich vorgesehen. Die Kosten betragen reichlich 200 000 Euro. Zur Hälfte kann die Kirchgemeinde das Vorhaben mit ILE-Fördermitteln des Klosterbezirks Altzella finanzieren. Einen Teil steuert die Landeskirche bei.

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