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Mittwoch, 06.12.2017

„Nach 15 Jahren ist es Zeit zu renovieren“

Die Christian-Weise-Bibliothek in Zittau wird 2018 modernisiert. Leiterin Carola Becker verrät, was geplant ist.

Von Mario Heinke

Die Leiterin Carola Becker in den Räumen der Christian-Weise-Bibliothek im Zittauer Salzhaus.
Die Leiterin Carola Becker in den Räumen der Christian-Weise-Bibliothek im Zittauer Salzhaus.

© Bernd Gärtner

Vor 15 Jahren ist die Christian-Weise-Bibliothek von der Bahnhofstraße ins Salzhaus auf der Neustadt gezogen. Diplom-Bibliothekarin Carola Becker leitet die Einrichtung seit 2000. Sie spricht mit der SZ über die geplante Modernisierung der Bibliothek, den Generationswechsel im Haus und aktuelle Entwicklungen.

Frau Becker, im kommenden Jahr soll die Christian-Weise-Bibliothek renoviert werden und neue Technik erhalten. Welche Verbesserungen erwartet die Nutzer?

Nach 15 Jahren im Salzhaus ist die Umgestaltung des Eingangsbereiches geplant. Neben einem Selbstverbuchungsterminal, wie sie beispielsweise in der Hochschulbibliothek stehen, sind neue Taschenschränke und eine Sicherungsanlage vorgesehen. Das Terminal erfasst Bücher oder Medien stapelweise und berührungslos mithilfe elektromagnetischer Wellen. Bei der Ausleihe und Rückgabe müssen Bücher, Zeitschriften und audiovisuellen Medien nicht mehr einzeln aufgelegt und gescannt werden. Nach dem Umbau ist es an der Zeit die Räume zu renovieren, auch wenn unsere Räumlichkeiten auf den ersten Blick noch relativ schön aussehen. Es ist notwendig, den Fußbodenbelag zu reinigen und die Wände zu streichen.

Was passiert, wenn jemand mit der neuen Technik nicht klarkommt?

Es werden weiterhin Mitarbeiter an der Ausleihe und Rückgabe arbeiten und den Nutzern mit Rat und Tat zu Seite stehen. Die Selbstverbuchungsterminals sind ein erweitertes Angebot, sie sparen Zeit, ermöglichen eine selbstbestimmte Ausleihe und vermeiden Warteschlangen.

Wie sieht der Zeitplan aus und wann wird die Bibliothek geschlossen?

Die Umsetzung der Pläne kann erst beginnen, wenn die beantragten Fördermittel aus dem Strukturfonds des Kulturraums fließen. Einen genauen Termin kann ich noch nicht nennen, ich gehe bislang von der zweiten Jahreshälfte 2018 aus. Für den Einbau der Terminals und die Renovierung der Räume haben wir fünf Wochen Bauzeit veranschlagt. In der Zeit bleibt die Bibliothek geschlossen.

In der Bibliothek fallen viele neue Gesichter auf. Was ist passiert?

In den vergangenen Jahren hat der Generationswechsel in unserem Haus begonnen. Sechs junge Kolleginnen, zum Teil bei uns im Haus ausgebildet, bringen frischen Wind und neue Ideen in die Bibliotheksarbeit.

Wie werden die neuen Ideen für die Nutzer spürbar?

Durch zusätzliche Angebote, wie beispielsweise der Treff junger Eltern am Vormittag oder die Onleihe-Sprechstunden, bei denen unsere Mitarbeiterinnen interessierten Nutzern bei der Online-Recherche, dem Herunterladen von E-Books oder der Arbeit mit Datenbanken helfen. Ein Kreativtreff erweitert dieses Angebot seit 2017.

Haben sich die Besucher des Hauses in den vergangenen 15 Jahren verändert?

Die Menschen sind viel spontaner geworden. Wir haben mehr Veranstaltungen als früher, aber es ist schwierig, diese langfristig zu planen. So passiert es, dass im Vorverkauf drei Karten verkauft wurden, aber zur Veranstaltung am Abend stehen 40 Menschen vor der Tür. Oder es kommt nur einer. Außerdem beobachten wir, dass immer mehr Entleihungen den Freizeitbereich betreffen, weniger den fachspezifischen Bildungsbereich.

Wann kommen die meisten Besucher und wie hoch ist der Anteil der Online-Ausleihe?

Im vergangenen Jahr hatten wir 76 000 Besucher mit rund 210 000 Entleihungen, davon 14 000 online. In den Wintermonaten ist der Andrang am größten und seit einigen Jahren nutzen viele Zittauer auch in den Sommerferien verstärkt die Bibliothek. Die meisten Besucher kommen am Freitag und Sonnabend.

Werden Sie die Öffnungszeiten anpassen, am Sonnabendnachmittag öffnen?

Langfristig geht der Trend sicher in Richtung kundenfreundliche Öffnungszeiten in der Freizeit. Sonnabendnachmittag zu öffnen ist allerdings nur sinnvoll, wenn die Geschäfte im näheren Umfeld auch geöffnet sind. Wenn alle Läden am Sonnabend um 12 Uhr schließen, bringt es nicht viel, wenn wir allein unsere Tür offen halten.

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