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Montag, 04.12.2017

N4 Pharma sorgt für neue Sildenafil-Formulierung -

könnte es bald ein verbessertes Viagra geben?

Bildautor: Kazejin / PL
Bildautor: Kazejin / PL

In nahezu allen Marktbereichen laufen Produkt-Kopien. Ob Elektronik-, oder Lebensmittelbranche. Auch die Pharmazie hat sich längst diesem Trend angeschlossen. Hier ist jedoch nicht die Rede von Produkt-Kopien, sondern von Generika. Allein die Vielfalt verfügbarer Schmerzmittel mit denselben Inhaltsstoffen zeigt eindrucksvoll, wie beliebt Generika sind.

Auch Präparate wie Potenzmittel haben so ihre Anhänger gefunden. Viagra-Generika sind im Grunde wirkstoffgleiche Kopien des Originalmedikaments. Vorsicht ist jedoch geboten, sofern angepriesene Viagra-Kopien frei käuflich sind. In diesem Fall handelt es sich in aller Regel um eine reine Fälschung, die oftmals mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Anders sieht das aus, wenn große Pharmakonzerne auf den Zug der Zeit aufspringen. Wie derzeit N4 Pharma (N4P). Der Clou, das Produkt von N4 Pharma soll laut eigenen Angaben eine verbesserte Version des bekannten Viagra sein.

Allgemeine Unterschiede zwischen Generikum und original Viagra kurz erklärt

  • Generika gleich welcher Art unterscheiden sich stets im Detail vom Originalmedikament. Dies gilt ebenso für Viagra wie auch für andere Medikamente. Viagra stammt eigentlich aus dem Hause Pfizer. Dessen Patent ist allerdings im Jahr 2013 abgelaufen. Seit dem kommen immer mehr Generika auf den Markt. Generell enthalten die Generika denselben Wirkstoff: Sildenafil. Auf den ersten Blick dürfte es keine Unterschiede zum Original geben. Allerdings werden Wirkstoffe stets mit Hilfsstoffen kombiniert. In aller Regel unterscheiden sich die Generika vom Original aufgrund der enthaltenen Hilfsstoffe, aufgrund des Preises und natürlich aufgrund des Namens.

  • Hilfsmittel: Das Original und das Generikum enthalten stets denselben Wirkstoff, können aber andere Hilfsmittel enthalten. Infolgedessen können sich die Nebenwirkungen und Gegenanzeigen unterscheiden. Auch allergische Reaktionen sind möglich.

  • Preis: Generika sind zumeist deutlich günstiger als Originalmedikamente. Generikahersteller müssen in der Regel keine Investitionen für Patente etc. aufbringen. Wird ein neues Medikament entwickelt, wird dieses zumeist vom zuständigen Pharmaunternehmen patentiert. Mithilfe dieser Patentierung können die Entwickler das Medikament alleine auf den Markt bringen und vorübergehend auch alleine führen. Ferner decken die höheren Preise des Originals die Kosten für Entwicklung, Untersuchungen, Werbung und Marketing. Generikaunternehmen haben diese Kosten nicht zu tragen, weshalb sie ihre Medikamente teils um ein Vielfaches günstiger vertreiben.

  • Name: Ein abschließender Unterschied zwischen Original und Generika ist der Name. Pfizer brachte Viagra 1998 auf den Markt. Generika dürfen nicht denselben Namen tragen. Dies bezüglich sind auch die Packungen, Formen etc. meist unterschiedlich.

N4 Pharma plant verbessertes Viagra

Auch der Pharmakonzern N4 Pharma plant ein Viagra-Generikum. Allerdings spricht das Unternehmen von einer deutlich verbesserten Wirkung. Diesbezüglich hat der Konzern bereits ein Patent angemeldet. N4 strebt eine Aktualisierung des Sildenafil-Wirkstoffes an. Demnach soll das spätere Produkt länger, andauernder und schneller wirken als das ursprüngliche Viagra. Geht man nach einer Marktanalyse von Black Swan, würden 12 bis 25 Prozent aller Kliniker im Vereinigten Königreich auf das N4 Medikament als Alternative zu Viagra umsteigen. Weitere 19 bis 28 Prozent der Kliniker innerhalb der USA würden ebenfalls einen Umstieg in Erwägung ziehen.

Die bisherige Wirkung von Sildenafil

Als Potenzmittel wirkt Sildenafil ausschließlich bei sexueller Stimulation positiv. Ungewollte Erektionen sind mittels Sildenafil nicht möglich. Heißt: Solange keine sexuelle Stimulation vorhanden ist, tritt auch keine Wirkung ein. Eine genaue Zeitspanne bis zum Eintritt der derzeitigen Wirkung ist nicht festgeschrieben. Durchschnittlich muss jedoch mit 30 bis 60 Minute gerechnet werden. Wird Sildenafil relativ schnell nach einer Mahlzeit eingenommen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Zeitpunkt des Wirkungseintritts verlängert. Generell empfiehlt es sich daher, Sildenafilprodukte mindestens eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen. Sobald die Wirkung eintritt, hält diese zwischen vier bis fünf Stunden an. Während dieser Zeit findet keine Dauererektion statt. Vielmehr meint diese Zeitspanne die Zeit, in welcher eine Erektion mithilfe des Medikaments unter sexueller Stimulation ausgelöst werden kann. Sollte nach Einnahme von Sildenafil eine Erektion von mehr als vier Stunden erfolgen, und das auch ohne Stimulation, ist zwingend ärztlicher Rat notwendig. In solchen Fällen handelt es sich um eine schmerzhafte und krankhafte Dauererektion.

Würde N4 Pharma seine Pläne realisieren, wäre zum einen ein schnellerer Wirkungseintritt und zum anderen eine längere Wirkungsdauer möglich. Für Betroffene wäre das ein großer Vorteil. Sie wären freier in ihrer Entscheidung, wann sie Geschlechtsverkehr ausüben und müssten nicht penibel mit der Uhr laufen.

Die N4 Pharma Ankündigung sorgt für ordentlich Wirbel

Die Patentankündigungen von N4 Pharma sorgen für ordentlich Wirbel und Schlagzeilen. Vor allem die Aktien des Unternehmens profitieren derzeit. Investoren sind begeistert und begrüßen die Ideen mit entsprechenden Investitionen. Die Veröffentlichung der Patentanmeldung hat noch weitere Vorteile für das Unternehmen. Sie können sich jetzt freier mit Investoren und potenziellen Interessenten unterhalten. Das es einen höchst lukrativen Markt für das angekündigte Produkt gibt, steht außer Frage. Für das ursprüngliche Viagra aus dem Hause Pfizer sowie bis dato erhältliche Generika könnte die Neuformulierung von Sildenafil jedoch einschneidende Nachteile haben. Möglicherweise wird früher oder später der Zeitpunkt kommen, an dem bisher übliche Präparate vom Markt genommen werden, denn schon jetzt sprechen zahlreiche Abnehmer von einem möglichen Wechsel auf das angekündigte N4 Präparat.

Über N4 Pharma

Der Pharmakonzern N4 Pharma wurde 2014 von Nigel Theobald gegründet. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, vorhandene Medikamente und Impfstoffe neu zu formulieren und in ihrer Wirkung zu verbessern. Der Konzern hat eine Reihe verschiedener etablierter Medikamente ausgewählt, dessen Neuformulierung zu einer Verbesserung beitragen könnte. Darunter zählt das weltbekannte Sildenafil, welches weiterhin als Viagra vermarktet wird. N4 Pharma strebt die Verbesserung der Wirkungsdauer und einen schnelleren Wirkungseintritt an. Neuformulierungen von N4 Pharma sollten ungefähr drei Jahre in Anspruch nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt müssten behördliche Genehmigungen vorliegen. Unternehmen, die neue Medikamente entwickeln, müssen dagegen bis zu zehn Jahre auf eine Zulassung warten. Auch das Kosten- und Riskomodel des Unternehmens ist deutlich geringer als bei traditionellen Pharmakonzernen.

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