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Donnerstag, 17.08.2017

Mustertribüne im DDV-Stadion genehmigt

Das Fußballstadion von Dynamo Dresden soll aufgestockt werden. Jetzt soll getestet werden, ob der beabsichtigte Anbau möglich ist.

Von Ralf Hübner

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Durch die aufgesetzten Tribünen - hier auf ersten Visualisierungen vom Mai - würde das DDV-Stadion noch steiler werden.
Durch die aufgesetzten Tribünen - hier auf ersten Visualisierungen vom Mai - würde das DDV-Stadion noch steiler werden.

© BAM Sports GmbH/phase10

Dresden. Die Pläne zu Erweiterung des DDV-Stadions nehmen immer mehr Gestalt an. Wie die Stadt bestätigte, hat das Bauaufsichtsamt genehmigt, eine Mustertribüne zu errichten. Die Kosten dafür beliefen sich laut Antrag auf etwa 80 000 Euro.

Mit der Erweiterung soll die Kapazität des Stadions von jetzt 32 000 Zuschauern auf etwa 45 000 steigen. Es wäre damit auch für Spiele der Nationalmannschaft geeignet. Weil es um das Stadion kaum freie Flächen gibt, muss in die Höhe gebaut werden. Und auch das an nur drei Seiten. Am Großen Garten soll die Stadionhöhe nicht verändert werden.

Plänen zufolge sollen an den aufgesetzten Tribünen die Sitzplätze jedoch noch steiler angeordnet werden, als sie es im DDV-Stadion ohnehin schon sind. Möglicherweise wird es damit der steilste Fußballtempel Europas, was vor allem bei vollem Stadion die Atmosphäre weiter befeuern könnte. Und weil es einen solch steilen Tribünenbau offensichtlich nirgendwo gibt, wird jetzt getestet, „wie sich das anfühlt“, wie Ronny Erfurt vom Architekturbüro Phase 10 sagte. Neben der Steilheit gehe es dabei unter anderem um die Anordnung der Sitzplätze sowie die Gestaltung der Zugänge für die Zuschauer, die sogenannten Mundlöcher.

Die Mustertribüne ist nur 16 Sitzplätze breit und 4 Reihen hoch. Mit deren Aufbau soll schon in wenigen Wochen begonnen werden, sagt Erfurt. Sie kann dann bis Ende nächsten Jahres begutachtet werden. Erfurt zufolge gibt es Interessenten auch aus anderen Städten, die sich das Bauwerk ansehen wollen.

Mit der Mustertribüne könnte sich entscheiden, ob der angedachte Stadionausbau so überhaupt genehmigt werden kann. Zu dessen möglichen Kosten konnte Erfurt nichts sagen. Unbestätigte Angaben, die kursieren, schwanken zwischen 25 Millionen Euro bis 40 Millionen Euro. Ebenso unklar ist, wie eine Finanzierung aussehen könnte. Dynamo und die Stadt werden sich daran vermutlich kaum beteiligen wollen.

Der Ausbau des Stadions könnte sich für die Betreibergesellschaft womöglich dennoch lohnen. Denn neben höheren Einnahmen durch mehr Zuschauer kann sie mit zusätzlichen Erlösen durch die Aufstockung teurer VIP-Plätze für die prominenteren Besucher rechnen. Zudem könnte es weitere Einnahmen durch zusätzliche Werbeflächen geben, die dann auch entstehen würden.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 30 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Rob

    25 bis 40 Millionen..? Könnte man dafür nicht irgendwo ein komplettes Stadion für gut 40.000 Besucher bauen?

  2. Singsang

    Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld. Der Bürger wirds bezahlen, mit Steuern und Entgeld.

  3. die Susi

    Da muß Nummer 1 Recht geben. Für so einen Betrag würde ich ernsthaft über einen Neubau im Stadtgebiet nachdenken. Es gibt genug Ecken wo dafür Platz ist und man hätte ein zweites vollwertiges Stadion in Reserve. Für 25 Millionen könnte man auch das Steyer Stadion so richtig (40000+) ausbauen. DSC hin oder her, das ist in dem Fall wurscht. Die freuen sich sicher auch über ne anständige Spielstätte.

  4. Größenwahn!

    Klarer Fall von Größenwahn! Beschwert sich Dynamo nicht immer mal wieder über die hohe Stadionmiete? Wer soll ggf. in der 3. Liga das Stadion füllen? Und das Steyer-Staion wird kleckerweise ausgebaut, da ist kein Geld da! Armes Dresden!

  5. RG555

    @1: ja und, was hat das mit dem Dynamo-Stadion zu tun & nein, für 40000 Zuschauer werden heute kaum noch 40 Mio reichen. @2: Wir sind des Lesens mächtig? "Dynamo und die Stadt werden sich daran vermutlich kaum beteiligen wollen." Immer diese imaginäre Angst, man könnte direkt oder indirekt für Ausgaben der öffentlichen Hand "bluten", obwohl man damit nix zu tun hat. Kapiert es endlich - Steuern sind nicht zweckgebunden. Oder können Sie sich auch von einem Teil der Steuern befreien, wenn Sie kein Schulkind mehr haben und somit keine Schulbauten mehr bräuchten? @3: Auch das hat wenig mit dem Dynamo-Stadion zu tun. Und NUR darum geht es. Was nützt es Dynamo, wenn es ein zweites mittelgroßes Stadion gibt? Spielen wir dann die erste Halbzeit im einen und die zweite im anderen? Leider hat die Stadt die gigantische Chance im Zuge der WM2006 verspielt. Da hätten wir an der Radeburger Str. ein 60tausender Stadion mit 2/3 Förderung bekommen. Aber DD ist ja "Kulturstadt" - danke noch an den OB!

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