• Einstellungen
Donnerstag, 04.01.2018

Muskeln kurbeln Stoffwechsel an

Fördert Wassertrinken die Gewichtsabnahme? Wie man zum guten Futterverwerter wird.

Von Sophia Weimer

Symbolfoto
Symbolfoto

© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Ob jemand schnell Fett ansetzt oder nicht, hat oft etwas mit dem Energiestoffwechsel zu tun. Der ist zwar teils genetisch bedingt, lässt sich aber auch beeinflussen. Fachleute erklären, wie es geht und was schadet.

Wie lässt sich der Stoffwechsel ankurbeln?

Jede Zelle hat ihren eigenen Stoffwechsel. Stoffe werden zu Zellen im Körper transportiert, verwertet und wieder abtransportiert. Je weniger er gefordert ist, desto weniger arbeitet er auch, erklärt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Das Wichtigste ist Bewegung, die Muskulatur ist das größte Stoffwechselorgan. Energie wird durch Bewegung verbraucht, und starke Muskeln verbrauchen auch im Moment der Ruhe mehr, sagt Professor Matthias Weber von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. „Früher hat man viel Ausdauertraining empfohlen, heute raten wir eher zu einer Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining.“

Was schadet dem Stoffwechsel?

Fehlende Bewegung. Und es gibt noch einen Feind, den viele nicht auf dem Zettel haben: Radikale Diäten bringen ihn auf Dauer zum Erliegen. Sie versetzen den Körper in eine Art Notzustand, der Stoffwechsel fährt herunter.

Was ist der Grundumsatz?

Das ist die Energiemenge, die der Körper im Ruhezustand verbraucht. Normalerweise sollte der Grundumsatz bei etwa 1600 bis 2500 Kilokalorien liegen, sagt Froböse. Und jeder kennt sie: Die guten Futterverwerter, die immer gut essen und schlank und fit bleiben. Diese Menschen haben wahrscheinlich einfach einen guten Grundumsatz. Sie ernähren sich ausgewogen, versetzen den Körper aber nicht in Hungersnot und geben ihm Arbeit durch regelmäßigen Sport. Den eigenen Grundumsatz kann man mit einer Atemgasanalyse bei manchen Fitness-Instituten oder Sportärzten messen lassen.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Froböse empfiehlt, auf die Tageszeit zu achten. Morgens wird ordentlich Energie getankt, also Fett und Kohlenhydrate. Mittags stehen vor allem Nährstoffe auf dem Programm und abends Eiweiß. Energie brauche der Körper kurz vor dem Schlafen nicht mehr. Und der Sportwissenschaftler rät, dem Stoffwechsel Pausen zu gönnen zwischen den Mahlzeiten. „Es ist wichtig, auch mal vier bis fünf Stunden nichts zu essen“, sagt er. Wie der eigene Körper darauf reagiert, das sei individuell unterschiedlich, sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Entscheidend sei die Energiebilanz.

Kurbelt Wasser den Stoffwechsel an?

Dass es wichtig ist, genug zu trinken, steht außer Frage. Wissenschaftlich belegt sind ein stoffwechselanregender Effekt oder ein großer Einfluss auf das Körpergewicht aber nicht, wie die Experten bestätigen. Trotzdem sei es ein altbekannter Trick, dass Abnehmwillige vor dem Essen oder auch zwischendurch Wasser trinken, erklärt Restemeyer. „Denn die Flüssigkeit füllt den Magen, und das Sättigungsgefühl tritt eher ein.“ (dpa)

Buchtipp: Kluge Muskeln – Wie Muskeln Ihre Gesundheit fördern und Sie um 20 Jahre verjüngen; A. Strippler/N. Regitnig-Tillian, Delta X Verlag, 17,90 Euro.