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Dienstag, 17.04.2018

Musikschule feiert 25-jähriges Jubiläum

Von Mirko Kolodziej

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André Bischofs allererster Schüler war Siegfried Gebhard.Foto: privat
André Bischofs allererster Schüler war Siegfried Gebhard.Foto: privat
Seit 25 Jahrenbetreiben André Bischof und seine Frau nun gemeinsam eine private Musikschule.Zudem harmonieren sie aber auch als musikalisches Duo. Ende der nächsten Woche wird das Jubiläum im Bürgerzentrum Braugasse 1 sogefeiert, wie es sich gehört: also mit Musik.Foto: MK
Seit 25 Jahren betreiben André Bischof und seine Frau nun gemeinsam eine private Musikschule. Zudem harmonieren sie aber auch als musikalisches Duo. Ende der nächsten Woche wird das Jubiläum im Bürgerzentrum Braugasse 1 so gefeiert, wie es sich gehört: also mit Musik.Foto: MK

© Mirko Kolodziej

Der erste Schüler? André Bischof von der gleichnamigen Musik- und Kunstschule an Hoyerswerdas Bautzener Allee und seine Frau Jana erinnern sich recht genau. Siegfried Gebhard, einst ein Spitzen-Mathematiklehrer an der Polytechnischen Oberschule „German Titow“ im WK III, wollte Keyboard spielen lernen.

Es war der April 1993. „Zu dieser Zeit war Keybordboom“, sagt André Bischof. Damals eröffneten er und seine Frau als Franchise-Nehmer der Instrumentensparte des japanischen Konzerns Yamaha ihre Musikschule, und zwar in zwei kleinen Räumen in der Altstadt. Von Beruf Instandhaltungsmechaniker und Gebrauchswerberin hatten sich die beiden in Ortrand in einer Band namens „Die Tornados“ kennengelernt. André Bischof verließ für den Sprung in die Selbstständigkeit einen gut bezahlten Job beim weltweit tätigen Unternehmen Unilever. Er sollte nach Karlsruhe, aber seine Frau wollte gern in der Lausitz bleiben. „Und wenn man das Gefühl hat, man muss etwas machen“, dann macht man das“, sagt André Bischof über den Einstieg ins freie Unternehmertum.

Die Musik stand im Fokus, hatte Bischof doch zuvor nebenher am Konservatorium in Cottbus einen Berufsabschluss als Sänger und Chorleiter gemacht. Blieb die Standortfrage. Eigentlich hatten die beiden Neuunternehmer Senftenberg im Blick. Jedoch galt bei Yamaha Gebietsschutz. Es bot sich aber Hoyerswerda an. Am 17. April 1993, einem Sonnabend, ging es in der Senftenberger Straße los. „Dort wurde es aber bald zu eng“, erinnert sich André Bischof. Also gab es zwei Jahre später den Umzug in die einstige Polizeimeldestelle neben dem Hochhaus am Knie.

Dort sitzen die Musikschulinhaber und blicken aufs nun 25-jährige Bestehen zurück. Es fühle sich, sagt André Bischof, gar nicht so an: „Im Bewusstsein sind Wende- und Nachwendezeit noch gar nicht so lange her.“ Aber da sind die zahllosen Fotos, die Zeugen für das Vergehen der Zeit. Eines zeigt Bischof im bunten Pullover neben Siegfried Gebhard, ein anderes den ersten Lehrer der Musikschule neben Bischof, Ray Schulz. Er lebt inzwischen seit Jahren in der Schweiz, hat aber versprochen, aus Luzern anzureisen, wenn Ende des Monats das Silber-Jubiläum gefeiert wird. Die Fete am 28. April im Bürgerzentrum findet sich auch im offiziellen Festprogramm zu Hoyerswerdas 750-Jahr-Feier. Im Café „Auszeit“ wird es eine Art offene Bühne geben, im Ballsaal ein vorbereitetes Programm.

Das Haus an der Schlossstraße ist André Bischof sehr vertraut. Hier übt er nämlich mit dem Bürgerchor, einer Kooperation zwischen Musikschule und KulturFabrik. Es ist eines jener Projekte, die mit der Schule und aus der Schule gewachsen sind. Es gibt Kooperationen mit der Kita „Kinderstube“, der Lindenschule oder dem Lessing-Gymnasium. Musical-Produktionen in der Lausitzhalle sind inzwischen fast eine Tradition. Und die Ausbildung an der seit 2012 ohne Yamaha als „Musik- und Kunstschule“ firmierenden Einrichtung war die Grundlage für Musiker unter anderem in den Bands Nachspiel, Klangspiel sowie ART. Nicht zu vergessen lag auch die Basis für die Kinderband „Paralleluniversum“ im Würfelbau an Hoyerswerdas Bautzener Allee 83.

„Unsere Philosophie ist, dass Musik Spaß machen muss. Dann hält das auch ein Leben lang an“, sagt Andre Bischof. Wettbewerbe sind aus seiner Sicht weniger wichtig als die Freude am Musizieren innerhalb einer Familie oder vor anderen Menschen. Er und seine Frau zum Beispiel treten auch als Duo auf. Und so ist das Keyboard inzwischen im Alltag der Musikschule ein wenig in den Hintergrund getreten. „Wir nutzen es eher für die Früherziehung“, erzählt André Bischof. Viele der derzeit 380 Schüler üben sich im Gesang, auf der Gitarre oder auch am Klavier. Wichtige Säulen sind neben der Früherziehung die Erwachsenen-Ausbildung sowie der Bereich Pop und Rock. Hier kommt der Musik- und Kunstschule auch das eigene Tonstudio zugute.

Pünktlich zum Jubiläum gab es zuletzt einige Umbauten in den Räumlichkeiten, die von der städtischen Wohnungsgesellschaft gemietet sind. Denn es soll hier schon noch ein paar Jahre weitergehen.

Das Jubiläums-Konzert am 28. April beginnt um 17 Uhr im Bürgerzentrum. Der Eintritt ist frei.