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Montag, 12.06.2017

Mobbing: Wenn die Arbeit zur Tortur wird

Meinungsverschiedenheiten sind auch im Beruf nicht zu vermeiden.

Foto: ©Alexas_Fotos - pixabay.com
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Problematisch wird es jedoch, wenn daraus Mobbing wird. Die Opfer können neben psychischen Schäden auch physische Krankheiten davon tragen und sollten sich früh genug zur Wehr setzen.

Was ist Mobbing?

Wenn ein Mitarbeiter schlechte Laune hat oder durch einen Konflikt das Arbeitsklima über einen kurzen Zeitraum angespannter ist, handelt es sich nicht gleich um Mobbing. Zufällige Ereignisse können den Anschein von Mobbing erwecken. Jemand wird tatsächlich gemobbt, wenn über einen längeren Zeitraum und systematisch diese Person belästigt und ausgegrenzt wird. In der Regel handelt es sich um ein halbes Jahr mit wöchentlicher Schikane, damit von Mobbing gesprochen wird. Häufig ist dabei das Ziel, jemanden aus dem Betrieb zu drängen. Dies kann neben schwerwiegenden psychischen Problemen auch starke gesundheitliche Schäden wie Herz-Kreislauf-Probleme zur Folge haben.

Mobbing am Arbeitsplatz kann jeden treffen und von jedem durchgeführt werden. Dennoch gibt es zwei Sonderfälle mit eigener Bezeichnung. Wenn es sich um Mobbing durch den Arbeitgeber handelt, spricht man vom sogenannten Bossing. Hierbei muss zwischen konstruktiver Kritik und Destruktivität unterschieden werden. Andererseits können sich Mitarbeiter zusammentun, um ihren Vorgesetzten von seiner Stellung zu vertreiben. Dies wird Staffing genannt.

Mobbing äußert sich nicht immer gleich. Es lassen sich trotzdem ein paar allgemeine Merkmale nennen, um dem Mobbing auf die Spur zu kommen. Es wird eine bestimmte Person angefeindet, obwohl es dafür keine ersichtliche Begründung ergibt. Außerdem wird diese Abneigung und Respektlosigkeit offen präsentiert, selbst wenn das Opfer bereits psychisch leidet. Auch wenn Mobbing durch den psychologischen Terror gekennzeichnet ist, kann dies häufig darüber hinausgehen. Manipulation der Arbeitsergebnisse des Opfers, Beschädigungen des Arbeitsplatzes oder des Eigentums, sowie sexuelle und körperliche Gewalt müssen manche Opfer ertragen.

Wer kann Mobbing zum Opfer fallen?

Es sind längst nicht mehr die stereotypen Eigenschaften von Charakter und Aussehen die zu Mobbing führen. Auslöser können hingegen die Religion, Sexualität, Geschlecht und die ethische Herkunft sein. Wer zum Opfer von Mobbing werden kann, ist jedoch nicht dadurch begrenzt. Streng genommen, kann es jeden treffen, denn meist sind ein schlechtes Klima im Betrieb oder ungelöste Konflikte der optimale Nährboden. Daher tritt Mobbing am Arbeitsplatz auch nicht nur in bestimmten Branchen auf.

Was kann man dagegen tun?

Wenn man von Mobbing betroffen ist, sollte man sich früh genug zur Wehr setzen. Es zu ertragen wird das Mobbing nicht beenden. Ein sachliches und klärendes Gespräch mit den Mobbern kann das Problem lösen, muss es aber nicht.

Die Chefetage ist bei Mobbing immer involviert. Auch wenn diese nicht der Mobber ist, ist sie dafür zuständig, Mobbing im Betrieb vorzubeugen und zu unterbinden. Daher sollte in der Regel eigentlich für ein gutes Betriebsklima gesorgt werden. Sollte dennoch jemand zum Opfer werden, ist ein Gespräch mit dem Arbeitgeber unerlässlich. Dieser ist per Gesetz dazu verpflichtet, die Mobber zurechtzuweisen. Dies kann durch Abmahnungen, Ermahnungen, Versetzungen oder sogar Kündigungen erfolgen. Dafür sind jedoch klare Beweise von Nöten, die das Opfer unbedingt sammeln sollte.

Auch wer gerichtlich dagegen vorgehen möchte, sollte alle Beweise sammeln, die er kriegen kann. Ein Tagebuch über die einzelnen Vorfälle zu führen und belastendes Material wie E-Mails oder beschädigtes Eigentum sind für den Erfolg eine Notwenigkeit. Dennoch ist Mobbing selbst laut Gesetz nicht strafbar. Es bietet sich jedoch bei gesundheitlichen oder finanziellen Schäden die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen. Handelt es sich jedoch darum, dass die Vorgesetzten weggesehen und nichts unternommen haben, liegt hier ein Verstoß gegen die Fürsorgepflicht vor. Um weitere Möglichkeiten abzuklären, sollte der Rat eines Rechtsanwalts hinzugezogen werden.

Opfer von Mobbing müssen sich immer Hilfe suchen. Der Rückhalt von Familie und Freunden kann ein erster Schritt sein. Außerdem sollten Selbsthilfegruppen, Seelsorge oder eine Mobbingberatung in Anspruch genommen werden.

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