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Freitag, 12.01.2018

„Mit dem Schulumbau gehen wir an unsere Grenzen“

Bannewitz wird 2018 die 11 000 Einwohner-Marke überschreiten. Bürgermeister Christoph Fröse sagt, wie sich die Gemeinde dafür wappnet.

Er blickt zuversichtlich in die Zukunft. Christoph Fröse (parteilos) ist seit 2008 Bürgermeister von Bannewitz und freut sich, mit den Investitionen in den Schulstandort das größte Projekt zu begleiten, das sich die Gemeinde bisher vorgenommen hat.
Er blickt zuversichtlich in die Zukunft. Christoph Fröse (parteilos) ist seit 2008 Bürgermeister von Bannewitz und freut sich, mit den Investitionen in den Schulstandort das größte Projekt zu begleiten, das sich die Gemeinde bisher vorgenommen hat.

© Andreas Weihs

Herr Fröse, das Jahr 2018 war gerade einmal sechs Stunden alt, da waren Sie bereits am brennenden Haus einer Familie in Hänichen gefragt. Auch ein Jahr zuvor war der Start ins neue Jahr von einem Schicksal geprägt gewesen, Ihrem eigenen. Für etwa drei Monate konnten Sie wegen schwerer Krankheit die Geschäfte in Bannewitz nicht leiten. Wie geht es Ihnen jetzt?

Wenn ich daran zurückdenke, ist mir noch etwas mulmig zumute. Ich weiß, ich hatte Glück. Die Hirnblutungen damals hätten auch anders ausgehen können. Mittlerweile geht es mir gut. Ich denke, ich habe meinen Rhythmus gefunden. Und obwohl ich ein Viertel des Jahres nicht im Rathaus war, können wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das ist vor allem auch der Verdienst aller Mitarbeiter im Rathaus und derer, die mich vertreten haben. Ich glaube, dadurch sind wir hier alle etwas näher zusammengerückt.

Was ist Ihr persönlicher Höhepunkt im vorigen Jahr gewesen?

Mein persönlicher Höhepunkt ist natürlich, dass ich die Krankheit gut überstanden habe. Für Bannewitz war die größte Freude für mich der 22. Dezember. Wir bekamen vom Freistaat den Fördermittelbescheid über rund 2,4 Millionen Euro überreicht, um die neue Dreifeldhalle am Bannewitzer Schulstandort bauen zu können. Das war das größte Geschenk so kurz vor Weihnachten. Es ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir dieses Jahr mit dem gesamten Projekt weiterkommen.

Wie sehen denn die weiteren Baupläne an der Grund- und Oberschule in Bannewitz aus?

Mit Beginn des neuen Schuljahres im Sommer soll das neue Fachkabinettzentrum für die Oberschüler fertig werden. Außerdem wollen wir dieses Jahr noch die Heizung im Schulhaus erneuern, die übrigens auch für die neue Dreifeldhalle genutzt werden kann. Ziel ist es auch, bis Ende des Jahres das Fundament für die neue Halle zu setzen, die künftig nicht nur dem Schulsport dient, sondern auch für die Sportvereine wichtig ist. In den Folgejahren wird auch die alte Turnhalle saniert und teilweise zur Mensa umgebaut. Auch das alte Schulhaus soll noch modernisiert werden. Der Plan ist, bis zum Jahr 2021 insgesamt elf Millionen Euro in den Schulstandort zu investieren. Es ist definitiv das größte Projekt, an das sich Bannewitz bisher herantraut.

Könnte das Projekt eine Nummer zu groß werden für die Gemeinde? Vor einigen Jahren noch war man sich im Ministerium nicht sicher, ob der Schulstandort Bannewitz überhaupt eine Perspektive hat. Und nun muss investiert werden, weil die vorhandenen Kapazitäten nicht reichen.

Es ist schon Wahnsinn, wenn man sich diese Entwicklung vor Augen hält. Da staune auch ich … Klar, als Gemeinde gehen wir mit dem Projekt an unsere Leistungsgrenze. Speziell für die Dreifeldhalle nehmen wir dieses Jahr einen Kredit von zwei Millionen Euro auf. Wir planen, die weitere Finanzierung des Projektes durch Grundstücksverkäufe und eigene Mittel zu sichern, sodass keine zusätzliche Verschuldung notwendig wird. Die Investition in den Standort aber ist unumgänglich und wichtig für die Zukunft von Bannewitz.

Wie sehen Sie denn die Zukunft von Bannewitz?

Absolut positiv. Wir gehören zu den Kommunen, die sich über immer mehr Zuzüge freuen können. Mit Stand 31. Dezember 2017 sind exakt 10 933 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Bannewitz gemeldet. Dieses Jahr werden wir definitiv noch die 11 000-Einwohner-Marke knacken. Auf dem Baufeld an der Boderitzer Straße werden dieses Jahr viele ihr neues Eigenheim beziehen können. Auch die Mietwohnungen in den Mehrfamilienhäusern werden fertig. Bannewitz wächst.

Mehr Einwohner bedeutet aber auch mehr Bedarf in Kindertagesstätten und Schulen. Kann Bannewitz diesem Bedarf gerecht werden?

Ja. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits viel dafür getan. Die Grundschule in Possendorf ist saniert, zuletzt wurde die Kita „Windmühle“ in Possendorf modernisiert und erweitert. Mit der Thüringer Sozialakademie als freier Träger ist auf dem neuen Areal an der Boderitzer Straße im September vorigen Jahres eine neue Kita für über hundert Kinder in Betrieb gegangen. Mit den nun geplanten Investitionen in den Schulstandort Bannewitz werden auch 14 neue Unterrichtsräume entstehen. Wir sind gewappnet. Eines ist aber auch klar: Sollten die Einwohnerzahlen weiter steigen, werden wir nicht umhin kommen, irgendwann eine weitere Schule zu bauen. Das wird aber nicht mehr in meiner Amtszeit geschehen.

Was mit der Entwicklung der Gemeinde einhergeht und von einigen Bannewitzern seit Längerem gefordert wird, ist ein Konzept, das vorsieht, wohin und wie sich Bannewitz entwickeln soll. Bisher fehlt ein Ortsentwicklungskonzept.

Ich weiß, dass es gewünscht ist. Wir werden weiter daran arbeiten. Damit im Zusammenhang steht auch der Flächennutzungsplan, den wir noch dieses Jahr abschließen möchten. Wir bleiben also dran.

Welche Pläne können Sie den Bannewitzern für dieses Jahr noch verraten?

Im Frühjahr wollen wir mit dem Neubau des kommunalen Bauhofes auf der Horkenstraße beginnen. Dieses Jahr werden sicher seitens des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr auch die Arbeiten zum Ausbau der B 170 weitergehen. Parallel dazu planen wir den Radwegbau. Der Straßenbau wird nicht ohne Behinderungen vonstattengehen. Wir versuchen aber, die Belastungen für den Verkehr und die Bannewitzer so gering wie möglich zu halten.

Das Gespräch führte Verena Schulenburg.

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