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Samstag, 20.05.2017

Millioneninvestition auf Schloss Eckberg

Um gegen die sinkenden Touristenzahlen zu kämpfen, wurde das Anwesen umgebaut. Noch ist nicht alles geschafft.

Von Julia Vollmer

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Frischer Wind im Schloss: um künftig mehr Tagungsgäste empfangen zu können, wurde ein neuer Meeting-Raum eingerichtet.
Frischer Wind im Schloss: um künftig mehr Tagungsgäste empfangen zu können, wurde ein neuer Meeting-Raum eingerichtet.

© Christian Juppe

Auch die Terrassensaison wurde auf dem Anwesen bereits eröffnet.
Auch die Terrassensaison wurde auf dem Anwesen bereits eröffnet.

© Christian Juppe

Dresden. Allein von Liebespaaren und Touristen können wir nicht leben. Thomas Gaier, Geschäftsführer von Schloss Eckberg bringt sein Problem gleich auf den Punkt. Ohne Familienfeiern wie Hochzeiten und runde Geburtstage und Tagungen könnte sich das Hotel nicht halten. Nun reagiert Gaier auf diesen Trend und modernisiert sein Haus. Für rund 60 000 Euro ließ er in den vergangenen Monaten einen neuen Tagungsraum in einer Bibliothek im Schloss einrichten.

Ausgestattet ist der Raum mit der neuesten Technik und moderner Beleuchtung. „Integriert ist ein System, das Handys und Rechner verschiedener Firmen vernetzt. So können von allen Geräten Präsentationen abgehalten werden“, so Gaier. Klein ist der Raum, nur ein ovaler Tisch steht darin mit acht Stühlen. Ein Holzmaler hat in wochenlanger Arbeit das Holz mit einer künstlichen Struktur bemalt. In dem Raum sollten Besprechungen in kleinerem Rahmen stattfinden. Gut gebucht ist er jetzt schon, sagt Thomas Gaier.

Auch für die Urlaubsgäste gibt es Neuigkeiten. Alle 67 Zimmer im Kavaliershaus, das auf dem Schlossareal steht und zum Hotel gehört, werden modernisiert. Die letzte Sanierung war 1997. Ein sechsstelliger Betrag wird investiert, wie viel genau, verrät Thomas Gaier nicht. Noch bis zur Schlössernacht am 15. Juli wird gewerkelt. Alle Zimmer bekommen neue Bäder, Betten und Sofas. Die Beleuchtung wird erneuert. „Am aufwendigsten ist die Sanierung der Bäder. Hier mussten wir alles vorher rausreißen“, berichtet der Chef. Ungefähr eine Woche pro Stockwerk brauchen die Handwerker. Auch auf den Fluren installieren sie neue Lampen. Im Januar kommenden Jahres wird auch der Wellnessbereich im Kavaliershaus neu gemacht. Dabei sollen die Sauna und der Fitness-Raum einen frischen Anstrich bekommen.

Zu haben sind die Doppelzimmer im Kavaliershaus ab 100 Euro bis etwa 200 Euro, je nach Ausstattung. Im Schloss, das mit 4,5 Sternen einen mehr hat als das Kavaliershaus, beginnen die Zimmerpreise bei rund 150 Euro und gehen hoch bis 300 Euro für eine Turmsuite. Dort wohnen meist die Hochzeitspaare oder eben die Liebespaare. Denn auch viele Dresdner gönnen sich ab und an einen romantischen Ausflug hoch auf den Berg über der Elbe. Doch die Gäste aus der eigenen Stadt machen dem Geschäftsführer nicht so viele Sorgen wie die Touristen. Die kommen nach wie vor nicht so oft wie in den vergangenen Jahren. Thomas Gaier hat, wie die ganze Branche, zwei Gründe ausgemacht, warum die Gäste wegbleiben: Pegida und die Bettensteuer. „Dresden produziert zu viele negative Schlagzeilen, das schreckt auch meine Gäste zum Teil ab.“

Vor allem sein Personal an der Rezeption müsse den Unmut der Gäste über die Abgabe abfedern. Er fordert daher, die Handhabung der Steuer einfacher zu gestalten. Gleich auf dem Formular müsse man unterscheiden können, ob der Gast privat oder beruflich in der Stadt ist. Mehr als fünf Prozent Bettensteuer sollten die Gäste nicht zahlen müssen, findet er. Aktuell werden für ein Zimmer zwischen 60 und 90 Euro pro Nacht und Person fünf Euro Steuer fällig.

„Um Dresden aus den Negativschlagzeilen herauszuholen, braucht die Dresden Marketing GmbH mehr Geld“, so der Geschäftsführer. Geld, das man zum Beispiel aus den Mehreinnahmen der Bettensteuer nehmen könnte, findet er. Die Stadt hat 2016 mit der Abgabe rund 9,1 Millionen Euro eingenommen – das sind mehr als 3,1 Millionen Euro über dem, was im letzten Doppelhaushalt für das Jahr 2016 angesetzt war. Wenn wieder mehr Touristen in die Stadt kommen, steigen sicher auch ein paar mehr Liebespaare bei ihm ab, hofft der Schloss-Chef.

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