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Mittwoch, 22.11.2017 Niesky feiert 275. Geburtstag

Mein Niesky lob’ ich mir

Über die Stadt gibt es mindestens so viele Meinungen wie Einwohner. Alle sind spannend.

Öffentliches Leben in Niesky? Damit die Stadt weiter wächst und gedeiht, ist bürgerliches Engagement gefragt.
Öffentliches Leben in Niesky? Damit die Stadt weiter wächst und gedeiht, ist bürgerliches Engagement gefragt.

© André Schulze

Wenn ein junger Mensch Niesky als ruhig beschreibt, dann muss das kein Kompliment sein. Wer sich nach Diskotheken und Trubel sehnt, der wird in der Kleinstadt nicht fündig. Der Jugend ist Niesky daher oft zu ruhig. Wer sich aber nach einem anstrengenden Arbeitstag oder gar einem ganzen Arbeitsleben nach Ruhe sehnt, dem muss Niesky wie ein Paradies erscheinen. Denn abgesehen vom gelegentlichen Trubel auf dem Supermarktparkplatz herrscht in Niesky eine nahezu himmlische Ruhe.

November: Was Nieskyer über ihre Stadt denken

Die Stadtväter, die vor 275 Jahren den Grundstein für Niesky gelegt haben, wären sicher zufrieden mit der Entwicklung, welche die Siedlung genommen hat. „Nachdem wir einig waren worden, diesen Platz, darauf nun Niesky sehet, zu nehmen, [...] so fielen wir auf unsere Knie und beteten laut, und unter einem Gnadengefühl weiheten wir diese Stelle unserem lieben Herrn“, beschreibt Augenzeuge und Nieskys erster Vorsteher Johann Raschke die Anfänge des Ortes.

Ist Niesky heute noch immer anbetungswürdig? Das hängt von der Perspektive ab. Die knappen Baugrundstücke und der geringe Leerstand im Ort beweisen aber, dass die Nieskyer sehr heimatverbunden sind. Viele schätzen, dass hier Anonymität und Hektik ein Fremdwort ist. Also alles angenehm ruhig? Stille ist schön, aber eine Totenstille kann sich niemand für Niesky wünschen. Es ist den Kirchen und den vielen Vereinen der Stadt zu verdanken, dass Kultur in der Kleinstadt noch heute groß geschrieben wird. Doch ausgebuchte Turnhallen und volle Gotteshäuser sind nicht alles. Wieso schafft es das kleine Rietschen etwa ein Kino zu erhalten, nicht aber der „große“ Nachbar Niesky?

Die Nieskyer müssen selbst den Unterschied machen. Eine Stadt lebt von ihren Bürgern und gleiches gilt für das Städtchen. Mein Niesky lob’ ich mir? In Großstädten existieren von Programmkinos bis hin zu veganen Cafés unzählige Angebote, die man bequem nutzen kann. In Niesky gibt es noch unendlich viele Gebiete, auf denen man Pionier sein könnte. Ist das nicht eigentlich die spannendere und lohnenswertere Aufgabe? Pioniere müssen auch gar nicht jung sein, sie sollten nur geistig jung geblieben sein. Das große Nieskyer Geburtstagsjahr ist ein guter Grund, Neues zu wagen.

Was kann eine Zeitung beisteuern? Im besten Fall ist sie ein Forum, das die Nieskyer manchmal aufregt, aber immer anregt. Doch das geht nur, wenn Sie selbst zu Wort kommen. Darum werden wir in diesem Jahr 275 Menschen fragen, wie Sie über Niesky denken. Was zeichnet die Stadt aus und wo hat sie noch Luft nach oben? Diskutieren Sie mit uns via Mail, auf Facebook oder direkt am Zinzendorfplatz.

Alexander Kempf (34) arbeitete von 2013 bis Ende August 2017 in der Nieskyer Lokalredaktion.

Das sind die Meinungen vom Januar, Februar und März.

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