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Freitag, 13.10.2017

Mehr Zoll-Einsätze im Landkreis

Laut aktuellen Zahlen steigt das Risiko für Unternehmen, bei Schwarzarbeit erwischt und dafür hart bestraft zu werden.

Von Marcus Herrmann

© Symbolbild/dpa

Osterzgebirge. In seiner Halbjahresbilanz hat der Dresdner Zoll im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stärker als in den letzten Jahren nach schwarzen Schafen, also unsauber wirtschaftenden Unternehmen, gesucht. Das zuständige Hauptzollamt Dresden kontrollierte demnach im ersten Halbjahr insgesamt 959 Betriebe – 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Baugewerbe überprüften die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) 268 Arbeitgeber. Im Fokus dabei insbesondere: illegale Beschäftigung, Lohn-Prellerei und Betrug bei der Sozialversicherung. Das hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitgeteilt.

Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) an das Bundesfinanzministerium. „Es ist offenbar endlich die Botschaft angekommen, dass sich Schwarzarbeit nur durch mehr staatliche Kontrolle eindämmen lässt“, sagt der Bezirkschef der IG Bau in Dresden, Jörg Borowski.

Auch die Zahl der Kontrolleure stieg deutlich: Beschäftigte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit im vergangenen Jahr bundesweit noch 6 865 Beamte, so waren es im Juni bereits 7 211, wie aus der Zoll-Auswertung des Finanzministeriums hervorgeht. Laut Borowski seien nichtsdestotrotz bundesweit mindestens 10 000 Kontrolleure bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit vonnöten. „Solange eine Zoll-Visite die Ausnahme und nicht die Regel ist, haben Wirtschaftskriminelle zu leichtes Spiel“, so der Gewerkschafter. Dies zeige sich besonders in der Baubranche. So verhängte das Hauptzollamt Dresden allein für Verstöße gegen den Bau-Mindestlohn im ersten Halbjahr Bußgelder von 96 500 Euro.