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Dienstag, 14.11.2017

Mehr Wohnungslose in Deutschland

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Ein obdachloser Mann schläft in Berlin auf einer Parkbank (Symbolfoto).
Ein obdachloser Mann schläft in Berlin auf einer Parkbank (Symbolfoto).

© dpa

Berlin. Nach einer neuen Schätzung ist die Zahl der Menschen ohne Wohnung in Deutschland deutlich angestiegen. Im Jahr 2016 gab es geschätzt rund 422 000 Wohnungslose, teilte die Bundesarbeits-gemeinschaft Wohnungslosenhilfe am Dienstag mit. Im Vorjahr seien es 367 000, im Jahr 2014 rund 335 000 gewesen.

Dazu kamen 2016 nach Angaben des Verbands rund 436 000 anerkannte Flüchtlinge, die ohne eigene Bleibe in Gemeinschaftsunterkünften lebten. Rechnet die Arbeitsgemeinschaft beide Gruppen zusammen, kommt sie für das Vorjahr gerundet auf 860 000 Menschen ohne eigene Wohnung. Seit 2014 sei dies ein Anstieg um rund 150 Prozent, sagte Geschäftsführer Thomas Specht. Ohne ein Umsteuern könne die Zahl der Wohnungslosen bis 2018 auf 1,2 Millionen wachsen, warnte er.

Die Ursachen für die negative Entwicklung bundesweit sieht Specht nicht nur im starken Anstieg der Mieten. Seit 1990 sei der Bestand an Sozialwohnungen um rund 60 Prozent auf 1,2 Millionen gesunken. Zusätzlich hätten Kommunen, Bundesländer und der Bund eigene Wohnungsbestände an private Investoren verkauft. „Damit haben sie Reserven bezahlbaren Wohnraums aus der Hand gegeben.“ Die Zuwanderung habe die Gesamtsituation verschärft, sei aber keinesfalls alleinige Ursache der neuen Wohnungsnot, betonte Specht.

Nach der Statistik der Arbeitsgemeinschaft leben in Deutschland rund 52 000 Menschen ohne jede Unterkunft auf der Straße. 2014 habe ihre Zahl bei rund 39 000 gelegen. Die Straßenobdachlosigkeit werde inzwischen von Migranten aus EU-Ländern maßgeblich mitgeprägt. Die meisten anderen Menschen ohne Wohnung leben zumeist in Sammelunterkünften, ein knappes Drittel mit Partner oder Familie.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, deren Eltern keine Wohnung haben, schätzt der Verband auf rund 32 000. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Martin

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde die Situation für die Betroffenen wesentlich verbessern!

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