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Mittwoch, 16.05.2018

Mehr Unfälle, mehr Verletzte

Motorradfahrer sind im Landkreis besonders gefährdet, sagt die Unfallstatistik. Die Polizei will stärker kontrollieren.

Von Christian Eissner

Anfang April wurde bei Mühlbach im Müglitztal ein Motorradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Auto schwer verletzt.
Anfang April wurde bei Mühlbach im Müglitztal ein Motorradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Auto schwer verletzt.

© Marko Förster

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sechs Menschen starben im Jahr 2017 bei Verkehrsunfällen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, drei von ihnen waren mit dem Motorrad unterwegs. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Verkehrsunfall-Statistik der Polizeidirektion Dresden hervor.

Insgesamt ist die Zahl der an Verkehrsunfällen beteiligten Motorradfahrer deutlich gestiegen: von 101 im Jahr 2016 auf 128 im Jahr 2017. Aufgrund dieser Tatsache kündigt die Polizeidirektion an, ihre Kontrollen von Motorradfahrern zu verstärken. „Die Diskrepanz zwischen selbsteingeschätztem Fahrkönnen und tatsächlicher Fähigkeit ist nicht selten die Ursache für schwerste Verkehrsunfälle“, schätzt Polizeirat Gerald Baier, Leiter der Dresdner Verkehrspolizei, ein. „Mit Blick auf die Motorradunfälle wird die Polizei weitere Kontrollen im Bereich des Müglitztals sowie der Hocksteinschänke durchführen.“

Hauptursache: Zu schnell fahren

Nicht nur bei den Motorradfahrern, sondern ganz allgemein hat die Polizei im Landkreis mit mehr Unfällen zu tun. Die Zahl der erfassten Verkehrsunfälle stieg 2017 erstmals seit 2013 über die Marke von 6 000. Zu den sechs Todesopfern, die diese Unfälle forderten, kommen 262 Schwerverletzte – ein Anstieg um mehr als 13 Prozent im Vorjahresvergleich – und 782 Leichtverletzte. Unter den Verletzten waren insgesamt 100 Kinder, ebenfalls deutlich mehr als im Jahr zuvor. Dementsprechend sieht die Polizei auch hier die Aufgabe, besser zu kontrollieren. „Der erneute Anstieg der Zahl verletzter Kinder fordert die Polizei“, sagt Gerald Baier. „Vor diesem Hintergrund werden wir Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen verstärken. Gleichzeitig werden wir aber auch die Sicherung von Kindern in Kraftfahrzeugen konsequent überwachen.“

Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden waren nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fehler beim Abbiegen oder Wenden und die Missachtung der Vorfahrt.