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Mittwoch, 11.10.2017

Mehr Sprotte, weniger Hering

Wie viel Fisch darf ins Netz, wie können die Bestände in der Ostsee bewahrt werden? Die EU-Minister suchten eine Antwort.

Hering aus der Ostsee.
Hering aus der Ostsee.

© dpa

Luxemburg. Deutsche Fischer dürfen 2018 deutlich weniger Hering aus der westlichen Ostsee ziehen. Die dort erlaubte Fangmenge werde um 39 Prozent gesenkt, wie der estnische Minister Siim Kiisler am Dienstagmorgen in Luxemburg nach der Entscheidung der zuständigen EU-Minister mitteilte. Estland hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne. Die Fangquoten für den für Deutschland ebenfalls wichtigen Dorsch in der westlichen Ostsee bleiben demnach unverändert. Umweltschützer nahmen die Einigung mit gemischten Gefühlen auf. Beim östlichen Dorsch verständigten sich die Minister darauf, die erlaubte Fangmenge 2018 um acht Prozent zu senken. Einschränkungen gibt es auch bei Scholle (–10 Prozent) sowie bei Lachs (–5 Prozent) in der gesamten Ostsee. Erhöht werden hingegen die erlaubten Fangmengen für Hering in der zentralen Ostsee um 20 Prozent und für Sprotte in der gesamten Ostsee um ein Prozent.

In jedem Jahr legen die EU-Fischereiminister die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen fest. Die EU-Kommission gibt dafür vorab Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Gutachten, in denen der Zustand der einzelnen Bestände untersucht wurde. In den Verhandlungen geht es dann darum, Kompromisse zwischen den Interessen der Fischfangindustrie und dem Schutz der Fischbestände zu finden. In diesem Jahr hatte die EU-Kommission zudem ein Aalfangverbot in der Ostsee gefordert. Dies nahmen die Minister allerdings nicht an. (dpa)

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