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Dienstag, 17.04.2018

Mehr Schulstunden müssen gestrichen werden

Das erste Halbjahr hat mit viel Ausfall und Vertretungsstunden begonnen. Nächstes Jahr soll es besser werden.

In Dresdens Klassenzimmern wird weniger gelernt.
In Dresdens Klassenzimmern wird weniger gelernt.

© Jens Kalaene/dpa

In Dresdens Klassenzimmern wird weniger gelernt. Zwischen August und Februar sind knapp 69 000 Unterrichtsstunden außerplanmäßig ausgefallen – zusammengerechnet fast sechs Jahre. Die meisten mussten an den Oberschulen der Stadt gestrichen werden. Dort fielen im Schnitt sechs Prozent aller Stunden aus. Spitzenreiter waren die 107. Oberschule in Pieschen-Nord/Trachenberge sowie die 101. Oberschule in der Johannstadt. In beiden fehlten für über 1 000 Stunden Lehrer.

Damit hat der Unterrichtsausfall an Dresdens Schulen noch einmal zugenommen. Im Gegensatz zum ersten Schulhalbjahr davor mussten diesmal etwa 600 Stunden mehr gestrichen werden, wie aus den Zahlen des sächsischen Kultusministeriums hervorgeht. Ein Grund dürfte die heftige Grippewelle gewesen sein, die kurz vor den Winterferien an Schwung gewann. Auch Lehrer-Weiterbildungen sind mit verantwortlich.

Den Rest ihrer Unterrichtszeit haben die Schüler allerdings nicht immer in der Schule verbracht. Denn ganz planmäßig fielen weitere 9 015 Stunden aus, wegen Lehrer- und Platzmangels zum Beispiel. Das sind rund 1 600 Stunden mehr als letztes Jahr. Betroffen waren hier vor allem die Förderschulen. Seit Jahren klagt der Freistaat über einen Mangel an Pädagogen für diese Schulart. An anderen Schulen sind viele Seiteneinsteiger aufgrund ihrer Ausbildung erst gegen Ende des Jahres in das Klassenzimmer geschickt worden. An den Gymnasien war planmäßiger Ausfall dagegen kaum ein Problem.

Auch der Vertretungsplan war im ersten Schulhalbjahr voller als im Jahr davor: Fast 30 000 Stunden wurden die Kinder in einem anderen Fach unterrichtet, als eigentlich auf dem Plan stand. Das ist ein Anstieg um gut 1 600 Stunden. Als Ausfall wird das vom Kultusministerium allerdings nicht gewertet. Zum Start des nächsten Schuljahres soll immerhin ein Problem gelöst sein. Seiteneinsteiger sind dann von Anfang an einsatzbereit, so der Plan. (SZ/sr)

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