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Freitag, 21.04.2017

Mehr Platz fürs Dippser Museum

Fünf Ideen für einen Anbau haben die Planer vorgestellt. Aber nur zwei sind wirklich gut.

Von Franz Herz

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Museumsleiter Thomas Klein steht auf dem Gelände hinter dem Dippser Museum, wo ein Anbau geplant ist. Mit seinen Armen zeigt er, wo das künftige Foyer und das Schaudepot einmal stehen könnten. Die Planer rechnen jetzt einmal durch, wie viel das kosten wird.
Museumsleiter Thomas Klein steht auf dem Gelände hinter dem Dippser Museum, wo ein Anbau geplant ist. Mit seinen Armen zeigt er, wo das künftige Foyer und das Schaudepot einmal stehen könnten. Die Planer rechnen jetzt einmal durch, wie viel das kosten wird.

© Frank Baldauf

Der Innenhof des Museums ist bisher nur für Besucher zugänglich. Ein zweiter Hof ist geplant, der dann öffentlich sein soll.
Der Innenhof des Museums ist bisher nur für Besucher zugänglich. Ein zweiter Hof ist geplant, der dann öffentlich sein soll.

© Frank Baldauf

Wer genau hinsieht, kann schon auf dem Dach des Museums bauliche Probleme erkennen wie schadhafte und fehlende Ziegel.
Wer genau hinsieht, kann schon auf dem Dach des Museums bauliche Probleme erkennen wie schadhafte und fehlende Ziegel.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde. Das Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum in Dippoldiswalde besteht seit Mitte der 1970er-Jahre. Seitdem ist der Bau in die Jahre gekommen und benötigt eine Sanierung. Außerdem haben die Museumsmitarbeiter fleißig gesammelt. Nun platzt das Haus aus den Nähten.

Deswegen verfolgt die Stadt Dippoldiswalde schon seit Langem den Plan, das Museum zu erweitern und zu sanieren. Derzeit arbeiten die Architekten des Planungsbüros „Vetter - von Berg“ in Pirna und der Partnerschaft „H.e.i.z.haus Architektur.Stadtplanung“ an den ersten beiden Phasen der Planung. Die ersten Ergebnisse haben Silke Grombach und Thomas Schindler am Mittwoch in der Ortschaftsratssitzung vorgestellt.

Die beiden Büros haben eine Arbeitsgemeinschaft gebildet und von der Stadt den Auftrag für zwei Planungsphasen bekommen. Das sind die Grundlagenermittlung und die Vorplanung. Zur Vorplanung gehört auch eine Kostenschätzung. Besonders dieser Punkt ist für die Stadt entscheidend. Sie hat dann eine Grundlage, um angesichts ihrer knappen Finanzen zu entscheiden, wie es mit dem Anbau und der Sanierung des Museums weitergeht.

Die Architekten haben fünf mögliche Varianten betrachtet. Drei davon scheiden aus, weil das Grundstück dafür nicht ausreicht oder weil sie nicht zu den Förderbedingungen passen. Zwei Lösungen, die sich stark ähneln, werden weiter verfolgt. Thomas Schindler erklärte sie mit Handskizzen. Dabei soll in beiden Fällen ein Anbau errichtet werden. Ein schmaler Flügel soll an das Torhaus neben dem Museum angebaut werden. Daran schließt sich im rechten Winkel das Hauptgebäude des Neubaus an. Damit umfassen die beiden neuen Flügel zusammen mit dem vorhandenen Museumsbau einen neuen Innenhof. Durch diesen verläuft auch der öffentliche Fußweg, der von der Freiberger Straße in Richtung Friedhof führt. Die Unterschiede zwischen beiden Varianten liegen in architektonischen Details wie der Dachform, die nicht näher erläutert wurden.

Das Museumsfoyer und das Depot mit 800 Quadratmeter Fläche sollen in diesem Anbau eingerichtet werden, erklärte Schindler. Vorgesehen ist ein Schaudepot, wo die Stücke nicht nur eingelagert werden, sondern auch einige zu sehen sind. Hier will Museumsleiter Thomas Klein beispielsweise Stücke aus der Gemäldesammlung zu Menschen und Landschaften des Osterzgebirges zeigen, die derzeit im Dippser Schloss zu sehen ist, aber in Zukunft der Bergbauausstellung weichen muss.

Nun wollen die Planer weiter Daten sammeln, den Bauuntergrund erkunden und die Hölzer im Dachgebälk untersuchen lassen. Derzeit sind Vermesser im Museum, die alle Räume digital erfassen, damit dann Ende des Monats Pläne für die weitere Arbeit vorliegen. Bis Mai soll die Vorplanung abgeschlossen werden.

Dann zeigt sich, ob die Stadt mit ihrer geplanten Finanzierung hinkommt. Im Rahmen des Förderprogramms für die Dippser Unterstadt sind insgesamt 2,7 Millionen Euro für das Museum eingeplant, informierte Jens Sähmisch, der im Bauamt der Stadt für das Museumsprojekt verantwortlich ist. Für 1,1 Millionen Euro soll der Anbau errichtet werden. 1,6 Millionen Euro soll die Sanierung und der Umbau des vorhandenen Museumsgebäudes kosten. Teilweise ist hier die Bausubstanz schadhaft. Beispielsweise zeigt ein Holzgutachten, dass im Dachstuhl des Torhauses eine Reihe von Balken repariert werden müssen. Ähnliches wird im Hauptgebäude befürchtet. Dafür liegt noch kein Gutachten vor.

Außerdem soll das Museum auch entsprechend den heutigen Regeln für öffentliche Gebäude barrierefrei gestaltet werden. Die Planer machen sich also Gedanken, wie sie in das denkmalgeschützte Haus geschickt einen Aufzug einbauen können. Dabei arbeiten sie mit Museumsleiter Thomas Klein zusammen, um die Planungen für den Umbau mit dem Ausstellungskonzept abzustimmen.