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Mittwoch, 13.09.2017

Mehr Geld für Wohnungen

Die Wohnungsbaugesellschaft Niesky hat 2016 viel investiert und einen Überschuss erzielt. Den braucht das Bürgerhaus.

Von Steffen Gerhardt

Dem Bürgerhaus soll der Überschuss der Wohnungsbaugesellschaft Niesky zugutekommen.
Dem Bürgerhaus soll der Überschuss der Wohnungsbaugesellschaft Niesky zugutekommen.

© Jens Trenkler

Viel geworden ist im vergangenen Jahr“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Fischer und blättert in einer dicken weiß-blauen Broschüre im A4-Format. Worte, Zahlen und Tabellen, die sich im Ganzen als Geschäftsbericht 2016 der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Niesky lesen. So eine Broschüre liegt auch auf dem Tisch von Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Die Stadt Niesky ist 100-prozentiger Gesellschafter der GWG. Im Stadtrat spricht sie von einer „stabilen Ertragssituation“ für das vergangene Jahr. Die Wohnungsbaugesellschaft schließt 2016 mit einer Bilanzsumme von knapp 36 Millionen Euro ab. Trotz höherer Aufwendungen erzielt die GWG einen Jahresüberschuss von rund 288 500 Euro. Da ist der Zuschuss für das Bürgerhaus bereits rausgerechnet.

Die Bürgerhaus GmbH als Tochterunternehmen der GWG ist auf den Zuschuss ihrer Mutter angewiesen. Rund 190 000  Euro steckt die Wohnungsbaugesellschaft jährlich in das Haus, zu dem auch ein Hotel gehört. Wilhelm Fischer betont, dass das Bürgerhaus ein Zuschussgeschäft bleiben wird, trotz Einsparungen, die sowohl beim Personal sowie im Energieverbrauch vorgenommen wurden. „Unterm Strich bleibt davon aber nicht viel, weil höhere Preise die Betriebskosten wieder nach oben drücken“, betont der Geschäftsführer. Den Betrieb des Bürgerhauses aufrechtzuerhalten, ist politischer Wille der Stadt Niesky – weil das Haus mit seinem großen Saal gebraucht wird. Nicht nur für öffentliche Veranstaltungen, auch für Vereine, Betriebe, private Feiern und Einrichtungen. Im Vergleich zu 2015 konnte das Bürgerhaus seinen Umsatz im vergangenen Jahr mit 1,13 Millionen Euro stabil halten. Dieser wäre noch um 20 000 Euro höher ausgefallen, wenn nicht die Versorgung bei den Eishockeyspielen wegen der Sanierung des Eisstadions weggefallen wäre. „Wir verzeichnen einen positiven Trend über die Jahre“, fasst der Geschäftsführer die Entwicklung zusammen. Diese macht sich besonders beim Hotel bemerkbar – mit einer sehr guten Auslastung der 24 Zimmer.

„Für die Instandhaltung von Wohnungen und an Investitionen haben wir 2016 über zwei Millionen Euro ausgegeben“, erläutert Wilhelm Fischer das Zahlenwerk. Konkret flossen fast 1,3 Millionen in den Erhalt des Wohnungsbestandes, und knapp 863 000 Euro investierte die Gesellschaft. „Hauptsächlich in neue Balkone beziehungsweise in die Dachsanierung der Ödernitzer Straße 2 bis 6“, so der Geschäftsführer. Das heißt, dass im Durchschnitt in jede Wohnung rund 1 500 Euro gesteckt wurden. Die Gesellschaft hat einen Bestand von rund 1 400 Wohnungen, dazu kommen noch 300 Wohnungen in Verwaltung sowie 88 Gewerbeeinheiten.

Für die GWG haben sich die Aufwendungen für die Wohnungen im Vergleich zu den Vorjahren erhöht. Grund dafür sind nicht nur erhöhte Ansprüche der Mieter, sondern auch der eigene. „Jedem neuen Mieter möchten wir eine komfortable Wohnung anbieten“, erklärt der Geschäftsführer. Groß ist die Nachfrage nach Ein- bis Drei-Raum-Wohnungen. „Der Trend, dass die Zahl der Zuzüge nach Niesky steigt, setzte sich im vergangenen Jahr fort“, berichtet Wilhelm Fischer. Zum einen sind es junge Leute, meist alleinstehend, die in Niesky Einraumwohnungen suchen. Zum Anderen aber auch Senioren, die in Niesky ihren Lebensabend verbringen wollen. In Niesky treffen sie auf eine gute Infrastruktur – vom Arztbesuch bis zum Einkaufen. Das bringt der GWG neue Mieter. Dennoch, nicht alle Wohnungen sind so gefragt. Wilhelm Fischer spricht von den Drei- und Vier-Raum-Wohnungen in den oberen Etagen, die schwerer zu vermieten sind. Somit haben große Familien in Niesky derzeit eher eine Chance, geeigneten Wohnraum zu bekommen. Auch wenn er mit Treppensteigen verbunden ist.

Barrierefrei wohnen, das will die Wohnungsbaugesellschaft ihren Mietern mehr ermöglichen. Dazu wird das Dewog-Haus saniert und umgebaut. Ein Vorhaben, welches im Frühjahr 2016 begann und im kommenden Jahr vollendet werden soll. Acht Wohnungen sind fertig und dieses Jahr bezogen. 15 weitere werden derzeit hergerichtet und mit einem Fahrstuhl versehen, der bis in den Keller reicht. „Somit haben gehbehinderte Menschen Zugang zu allen Etagen“, sagt der Geschäftsführer und ergänzt, dass in diesem Jahr insgesamt 23 Wohnungen in Niesky barrierefrei werden. Denn sicher ist: Auch dieses Jahr wird die GWG wieder rund zwei Millionen Euro für ihren Wohnungsbestand ausgeben. Nicht nur das wird nachzulesen sein in dem Geschäftsbericht von 2017, der in einem Jahr vorliegt.

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