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Mittwoch, 03.01.2018

Mehr als nur die Tochter vom Hoppe

Josephine Hoppe hat zumindest den gleichen Hang zur Sprache wie ihr berühmter Vater.

Von Julia Vollmer

Sie übt, bis alles sitzt: Sprechtrainerin Josephine Hoppe hilft Erwachsenen bei der richtigen Aussprache.
Sie übt, bis alles sitzt: Sprechtrainerin Josephine Hoppe hilft Erwachsenen bei der richtigen Aussprache.

© Sven Ellger

Wenn die Stimme gesund ist, ist es auch der Mensch. Nach diesem Motto unterrichtet Josephine Hoppe ihre Schüler. Diese Schüler sind aber nicht etwa Kinder in der Grundschule, sondern Erwachsene. Denn Josephine Hoppe ist Stimmtrainerin für Schauspieler und Sänger, aber auch für „ganz normale“ Menschen. Lehrer, Manager, Sekretärinnen, Telefonistinnen, Führungskräfte – alle, die in ihrem Beruf ihre Stimme benutzen.

Josephine Hoppe – alle, die jetzt an den berühmten Schauspieler Rolf denken, haben recht: Sie ist seine Tochter. Aber eben nicht nur. Sie ist Diplom-Sprechwissenschaftlerin. Wirst du auch Schauspielerin wie dein Vater? Das wurde sie immer wieder gefragt. „Nein, das habe ich jedem gesagt, sobald ich sprechen konnte, aber da kam wohl eher das kleine Böckchen durch“, erzählt sie heute. Sie machte erst mal ihr Abitur mit Ausbildung zur Feinmechanikerin und arbeitete dann, um die Zeit zum Studienbeginn zu überbrücken, als Garderobenfrau im Kulturpalast. Heute unterrichtet sie als freiberufliche Stimmtrainerin unter anderem die Schauspieler am Theater Junge Generation (TJG).

Und sie weiß, wovon sie spricht, wenn es um deutliche Sprache und Bühnenpräsenz geht. Denn obwohl sie ja eigentlich nie Schauspielerin werden wollte, spielt sie auf der Bühne des Hoftheaters in Weißig, war lange Moderatorin beim Dresden Fernsehen. Seit vielen Jahren betreut sie die Inszenierungen am TJG, der Intendantin Felicitas Loewe ist das besonders wichtig. Josephine Hoppe sitzt in den Proben, notiert sich, wo es Verständnisprobleme gibt, wo die Schauspieler lauter oder leiser sprechen sollten. Hat sie einen Tipp, wenn die Stimme mal nicht so will? Klar, Ingwer und Honig seien immer gut. Singen und Einsprechen helfe auch immer. Einige ihrer Kunden kommen auch und wollen sich ihren sächsischen Dialekt „aberziehen“ lassen. „Viele erzählen mir, dass der Dialekt immer dann durchkommt, wenn sie besonders aufgeregt sind“, so Hoppe. Wenn sie einen wichtigen Vortrag halten müssen oder auf ein Symposium fahren, wenden sie sich Hilfe suchend an die Sprechtrainerin. Auf die richtige und unverkrampfte Atmung kommt es an, erklärt sie.

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