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Dienstag, 21.03.2017 Gut zu wissen

Mehr als Erste Hilfe

Ein neuer Kurs des DRK Pirna macht normale Bürger zu Sanitätshelfern. Wer den Kurs besucht, muss Verantwortung übernehmen.

Von Mareike Huisinga

Jane Schenk packt schon mal ihren Rettungsrucksack aus. Die Mitarbeiterin vom DRK Kreisverband Pirna bietet im November eine Ausbildung zum Sanitätsdiensthelfer an.
Jane Schenk packt schon mal ihren Rettungsrucksack aus. Die Mitarbeiterin vom DRK Kreisverband Pirna bietet im November eine Ausbildung zum Sanitätsdiensthelfer an.

© Kristin Richter

Pirna. Nachmittags auf der A 17 am Abzweig Pirna. Es ist mächtig was los. Trotz Nässe rasen die Fahrer, um möglichst schnell nach Hause zu kommen. Plötzlich gerät ein Pkw ins Schleudern, durchbricht die Leitplanke und landet schließlich im Graben. Der Nachfolgende hält sofort an, sichert die Unfallstelle und eilt dann zum Unfallauto. Was er sieht, schockiert ihn: Der Fahrer ist blutüberströmt, eine tiefe Platzwunde klafft an seiner Stirn, er steht unter Schock. Was muss der Ersthelfer jetzt tun, um Leben zu retten?

Antwort gibt der neue Kurs „Ausbildung zum Sanitätsdiensthelfer“, der ab November vom Deutschen Roten Kreuz in Pirna angeboten wird. „Ziel der Ausbildung ist es, kompetente Sanitäter für die Unterstützung der Bereitschaften sowie für die Unterstützung des Rettungsdienstes im Notfall zu qualifizieren“, erklärt Jane Schenk, Ausbildungsbeauftragte beim DRK Pirna.

Jeder ab 16 Jahren kann an diesem Kurs teilnehmen, vorausgesetzt er hat eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert, die nicht länger als ein Jahr zurück liegt. Vereinfacht gesagt ist die Ausbildung zum Sanitätsdiensthelfer also eine Vertiefung des Erste-Hilfe-Kurses. „Viele Bürger wollen in einer Extremsituation helfen, sind aber nicht immer genügend geschult und deshalb unsicher, was sie machen sollen. Aus diesem Grund bieten wir diesen Kurs an“, so Jane Schenk.

Vermittelt werden unter anderem solchen Kompetenzen wie das Anwenden eines Defibrillators, Vorbereitungen einer Infusion sowie das korrekte Schienen von Knochenbrüchen mittels einer Vakuum-Matratze. Außerdem lernen die Kursteilnehmer, wie sie effektiv und kompetent bei Schock, Atemstörung und Herz-Kreislaufstillstand handeln können. Der Kurs umfasst 56 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten, die auf fünf Wochenenden verteilt werden. Am Schluss steht eine Prüfung.

Umsonst ist der Wissenszuwachs für Extremsituationen nicht. Das DRK erhebt eine Gebühr, die momentan noch kalkuliert wird. „Aber sie wird nicht höher als 500 Euro liegen“, verspricht Schenk.

Ganz offensichtlich schreckt der Kostenfaktor nicht ab. Die maximale Teilnehmerzahl für den Kurs ab November ist auf 15 begrenzt. Bereits jetzt gibt es nur noch wenige freie Plätze. „Männer und Frauen, die Interesse an Medizin haben, haben sich angemeldet. Aber auch Eltern, die im Ernstfall ihren Kindern und Mitmenschen helfen wollen, zeigen Interesse an dem Kurs“, erläutert Jane Schenk.

Wer die Ausbildung zum Sanitätsdiensthelfer besucht, muss wissen, dass er das nicht nur zum Privatvergnügen tut. Absolventen willigen ein, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Im Katastrophenfall, wie etwa bei einem Hochwasser, können die Sanitätsdiensthelfer zur Unterstützung des Rettungsdienstes herangezogen werden – eine Freistellung vom Arbeitgeber vorausgesetzt. Zudem müssen sie nach ihrer Ausbildung alle zwei Jahre an einer Fortbildung teilnehmen.

Jane Schenk ist überzeugt von dem neuen Kurssystem. Die gelernte Physiotherapeutin arbeitet seit fünf Jahren für das DRK Pirna als Ausbildungsbeauftragte. „Ich habe gemerkt, dass es nicht reichte und ich mehr wollte. Deshalb habe ich an einem Kurs zum Sanitätsdiensthelfer teilgenommen. Dieses Wissen möchte ich jetzt gerne weitergeben“, sagt die 29-Jährige und fügt hinzu: „Es ist ein gutes Gefühl, zu helfen.“

Anmeldung: j.schenk@drkpirna.de