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Samstag, 30.12.2017

Major von Wehlen verabschiedet sich

Er war Stadtführer, Historiker und auch an der Stadtpolitik interessiert. Vor Kurzem ist der Stolpener Bernd Bochow gestorben.

Von Anja Weber

Der Major von Wehlen, alias Bernd Bochow, gab spannende Geschichten an Stolpen-Besucher weiter.
Der Major von Wehlen, alias Bernd Bochow, gab spannende Geschichten an Stolpen-Besucher weiter.

© Archivfoto: Dirk Zschiedrich

Stolpen. Wenn Bernd Bochow seine Uniform angelegt hatte, war er ganz der Festungskommandant Major von Wehlen. Er kannte sich aus in der Geschichte der Burg Stolpen, wusste von Mythen und Geheimnissen um die Gräfin Cosel. Viele Besucher der Führungen lauschten gespannt seinen lebhaften Ausführungen. Bernd Bochow war auch als Stadtführer unterwegs. Als diese Führungen vor vielen Jahren einzuschlafen drohten, war er es, der mit einigen weiteren engagierten Stolpenern die Stadtführungen neu belebte. Und Bernd Bochow war auch bei vielen öffentlichen wie auch privaten Feiern als Stolpener Original unterwegs und überraschte so manchen.

Vor Kurzem ist Bernd Bochow gestorben. Stolpen verliert mit ihm nicht nur einen Stadtführer, sondern einen Menschen, der sich für die Stadtpolitik interessierte. Denn er war einer der wenigen Einwohner, die fast keine Ratssitzung verpassen, wenn es ihm gesundheitlich gut ging, war er immer anwesend. Sein Platz im Ratssaal bleibt nun leer, auch der auf der Burg. Stolpener, die ihn gekannt haben, trauern um ihn, um einen liebenswerten Menschen, der sich für die Geschichte der Stadt eingesetzt hat. Für Stolpen sei sein Tod ein großer Verlust, sagen ihm nahestehende Historiker. Sein Wirken wird der Stadt erhalten bleiben. Denn seine letzte große Aufgabe, die Vorbereitung auf das Fest Stolpen 800, wird auch über seinen Tod hinaus Bestand haben. Bernd Bochow hatte mit einigen Geschichtsinteressierten die Idee, insgesamt 51 Tafeln an Stolpener Häusern anzubringen, in denen sich um 1900 Handwerker und Gewerbetreibende angesiedelt hatten. Mitten in den Vorbereitungen ist er gegangen. Doch eben jenes Projekt wird ihn in Stolpen für immer lebendig halten.

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