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Donnerstag, 14.09.2017

Lücke am Berzdorfer See ist Geschichte

Ab Mitte September führt ein Asphaltweg über die Pließnitz in Tauchritz. Gebaut wird am See aber noch mehr.

Von Sebastian Beutler

Lückenlos: der Rundweg am Berzdorfer See bei Tauchritz. Über das letzte Stück wird noch Asphalt gelegt.
Lückenlos: der Rundweg am Berzdorfer See bei Tauchritz. Über das letzte Stück wird noch Asphalt gelegt.

© Bernd Gärtner

Die Lücke ist weg. Wo bis vor wenigen Wochen Radfahrer entweder absteigen oder Querfeldein-Qualitäten beweisen mussten, ist der Rundweg am Berzdorfer See nun geschlossen. Der Bergbausanierer LMBV hat, wie zugesagt, einen Rohrdurchlass für die Pließnitz am Südufer des Sees geschaffen, anschließend wurde das Gelände aufgeschüttet. Auf den 3,50 Meter breiten Weg kommt nun noch Asphalt. Der Weg als Teil des Wirtschaftsweges der LMBV, der rund um den See führt und gewöhnlich von den Bürgern als Rundweg bezeichnet wird, ist so gebaut, dass auch Rettungsfahrzeuge darauf fahren können.

Bis dahin war es ein langer Weg, weil über Monate das Planungsrecht gegen einen kurzfristigen Bau stand. Dann fand der Bergbausanierer eine Möglichkeit und kündigte den Bau schon für dieses Frühjahr an. Doch Gerd Richter von der LMBV hatte schon im vorigen Dezember im Planungsverband gesagt: „Manchmal dauern kleine Dinge an großen Bauwerken.“ Das scheint auch für andere Projekte der LMBV am See für dieses Jahr der Fall zu sein. Die SZ fasst zusammen, was sich rund um den Berzdorfer See derzeit tut und was noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen wird.

Straße Nordstrand: Statt Eröffnung im November, Baustart an diesem Freitag

Noch Ende 2016 war die LMBV optimistisch, am 17. November die neue Straße von der S 111 zum Nordstrand zu eröffnen. Tatsächlich wurde noch im Februar für die neue Straße eine Fläche von 0,6 Hektar Wald über die Nordkuppe eingeschlagen. Doch der Straßenbau schloss sich nicht an. Warum nicht, dafür gibt es keine Angaben vom Bergbausanierer. Erst am vergangenen Freitag feierten Stadt, LMBV, der Landrat, Vertreter der Baufirmen und Planer den Baustart für die 1,1 Kilometer lange Asphaltstraße mit einem ersten Baggeraushub. Mit der Straße werden auch Leitungen für Trink- und Schmutzwasser verlegt. Kostenpunkt rund 1,8 Millionen Euro, von denen die Stadt etwa 360 000 Euro trägt. Stefanie Klein sagt: „Die Baumaßnahmen werden bis in das kommende Jahr andauern.“

Hafen: Beleuchtung ist installiert, Fingerstege kommen nächste Woche

Ebenso bereits bis zum Mai dieses Jahres sollte die Infrastruktur des Hafens aufgerüstet werden. Nicht zuletzt die Einbruchsserie im vorigen Jahr, als reihenweise nächtens Außenbordmotoren der Boote gestohlen wurden, hatte den Ruf nach einer Beleuchtung der Liegeplätze laut werden lassen. Die Beleuchtungssäulen stehen nun am Hauptsteg, auch die Stromversorgung der Liegeplätze ist installiert. Als „einen Riesengewinn“ bezeichnet das Hafenmeister Siegfried Hoche. Nun müssten die Segler nicht mehr die schweren Akkus abends aus- und morgens wieder einbauen. Um die Anlage zu vervollständigen, werden in dieser Woche die Fingerstege für den Hauptsteg angeliefert und schrittweise eingeschwommen, teilt die LMBV-Projektverantwortliche Petra Hinkelmann mit. Dann hätten im Hafen am See je nach Größe rund 150 Boote Platz.

Die Arbeiten sollen rund 105 000 Euro kosten, 80 Prozent werden mit Geld zur Sanierung der Bergbaufolgelandschaft von Freistaat und Bund finanziert. In dieser Saison lagen im Schnitt 40 Boote im Hafen, sagt Hoche. „Wie in der vergangenen Saison.“ Zuletzt waren auch Bautzener Segler am Berzdorfer See, die für den abgelassenen Stausee Bautzen ein Ersatzrevier benötigten. „Sie waren vom See und der Landschaft begeistert“, sagt Hoche.

Straße zur Blauen Lagune: Kreisel und Straße am 6. November fertig

Am Südwestufer hat Schönau-Berzdorf Großes geleistet: neue Versorgungsleitungen für Gas, Trinkwasser, Telefon, Straßenbeleuchtung, neue Parkplätze und vieles mehr. Nun sind die Bauarbeiten an die Berzdorfer Straße vorgerückt. An der Kreuzung zur Blauen Lagune entsteht gerade ein neuer Kreisverkehr. Er wird bepflanzt, sagt Bürgermeister Christian Hänel. „Ganz viele Blumenzwiebeln werden eingesetzt, die Blüten sollen in den kommenden Jahren gleich ein Willkommensignal am See aussenden“, sagt Hänel. Insgesamt kosten Kreisel und der Bau der Tauchritzer Straße rund 1,5 Millionen Euro. Am 6. November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Rettungstürme, Deutsch Ossig, Böschungen: Alles in Planung

Die LMBV wollte in diesem Jahr auch noch weitere Vorhaben am See verwirklichen. Beispielsweise zwei Rettungsstationen für den Nordstrand und in Hagenwerder. Da laufe derzeit das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, erklärt Stefanie Klein. Die äußere Erschließung von Deutsch Ossig umfasst den Bau einer 865 Meter langen Trinkwasserleitung bis zum Schiffsanleger im Restdorf. Auch 625 Meter Schmutzwasserleitung müssen verlegt sowie eine Buswendeschleife mit Haltestelle an der Zufahrtstraße gebaut werden. Ob der Bau aber noch dieses Jahr über die Bühne geht, ist ungewiss. Schließlich kümmert sich die LMBV immer noch um das Wegspülen des Sandes vom Nordoststrand. Mithilfe von Böschungssicherungen will der Bergbausanierer verhindern, dass der Sand von den Wellen am Strand abgetragen und wenige Hundert Meter entfernt im See abgelagert wird. Hier müssen aber noch die Behörden den geplanten Arbeiten zustimmen.

Schiffsanleger: Hoffen auf Fördermittel bis Ende des Jahres

Die vier Schiffsanleger im See sollen so umgebaut werden, dass alle Boote anlegen können, Segel- und Motorboote, aber auch ein Ausflugsdampfer, den ein Bernstädter Unternehmer voriges Jahr an den See bringen ließ. Ursprünglich waren die Schiffsanleger für ein typisches Schiff gebaut worden. Das hatte bereits 800 000 Euro gekostet. Doch können Segelboote nicht an den Anlegern festmachen, weil der Abstand zwischen Wasserfläche und Anleger zu groß ist. Eigentlich sollten die Anlagen bereits in diesem Jahr umgebaut werden.

Doch noch sind nicht alle Papiere bei der Landesdirektion, damit sie über eine Förderung entscheiden kann. Zudem könnte der Dampfer – wie auch Motorboote – noch gar nicht auf dem See verkehren. Dafür ist eine Allgemeinverfügung der Landesdirektion nötig, in der auf Dauer alles aufgelistet wird, was künftig am See erlaubt ist. Bislang sind Motorboote und auch größere Schiffe verboten. Das soll sich mit der Verfügung ändern, mit der aber nicht vor Mitte 2018 zu rechnen ist. Die Umrüstung aller vier Schiffsanleger soll 890 000 Euro kosten, 90 Prozent werden die Fördergelder abdecken, knapp 70 000 Euro müsste die Stadt Görlitz, weitere 20 000 Euro Schönau-Berzdorf tragen. Görlitz muss drei Anleger umrüsten, Schönau-Berzdorf nur einen. In den nächsten 14 Tagen sollen auch die letzten Unterlagen für die Fördermittel eingereicht werden, erklärt Bürgermeister Christian Hänel, der das Vorhaben auch im Görlitzer Namen vertritt. Anschließend muss für die Umrüstung eine wasserrechtliche Genehmigung beim Landkreis beantragt werden. Hänel hofft, im April über die Genehmigung zu verfügen, um anschließend mit dem Bau zu beginnen und ihn Ende 2018 zu beenden.

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