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Mittwoch, 15.11.2017

Löws Baustellen

Der Bundestrainer muss bis zur Fußball-WM noch einige Probleme lösen – von Neuers Fuß bis zur Wahl des Hotels.

Von Arne Richter und Jens Mende

Vier, die häufig bis immer spielen: Matthias Ginter, Toni Kroos, Joshua Kimmich und Mats Hummels (v. l.).
Vier, die häufig bis immer spielen: Matthias Ginter, Toni Kroos, Joshua Kimmich und Mats Hummels (v. l.).

© dpa

Für Joachim Löw beginnt nach dem Länderspielabschluss gegen Frankreich, der bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch andauerte, die nächste Stufe der WM-Planung. Trotz des erfolgreichen Jahres mit Konföderationen-Pokal-Erfolg und Rekord-Qualifikation muss er bis zum Turnierstart am 14. Juni in Russland noch einige Fragen klären. Auf manche hat der Bundestrainer Einfluss, beispielsweise die erneut schwierige Entscheidung fürs Quartier. Bei anderen, etwa die ersehnte Genesung von Stammtorhüter Manuel Neuer, muss er hoffen. Erste Antworten für die Fußball-Nationalmannschaft auf ihrem Weg zur Titelverteidigung gibt es am 1. Dezember bei der Gruppenauslosung in Moskau.

Wird Stammtorhüter Manuel Neuer fit für die Weltmeisterschaft?

Hat ausgerechnet Deutschland plötzlich ein Torwart-Problem? „Was ich von ärztlicher Seite weiß, lässt mich nicht unruhig schlafen.“ Diese Aussage von Löw zum Genesungsprozess von Manuel Neuer lässt hoffen. Doch Signale aus München geben zumindest Anlass zum Zweifeln. Nach dem zweiten Fußbruch fehlt Löws Nummer eins wohl beim Rückrundenstart. Reicht die Zeit für den 31-Jährigen, um in Bestform zu kommen? Seine letzten Länderspiele bestritt er im Oktober 2016. Vor dem WM-Sieg 2014 wurde Neuer nach einer Schulterblessur gerade noch rechtzeitig fit. Hinter dem Münchner ist Marc-André ter Stegen als erster Ersatz etabliert. Bernd Leno schwächelte gleich zweimal. Kevin Trapp braucht Spielpraxis in Paris, um eine WM-Alternative zu sein.

Welche Alternativen existieren auf den Außenverteidigerpositionen?

Joshua Kimmich spielt immer. Dieses geflügelte Wort hat einen simplen Hintergrund. Es gibt auf der defensiven rechten Außenbahn keinen adäquaten Ersatz für ihn. Ein WM-Ausfall des 22-Jährigen würde Löw in die Bredouille bringen. Auf der linken Seite sieht es nicht viel besser aus. Die Verletzung von Dauerbrenner Jonas Hector zwang Löw zum Experimentieren. Marcel Halstenberg gab in Wembley eine ordentliche Bewerbung ab. Marvin Plattenhardt scheint nur eine Notlösung zu sein. Immerhin: Löw hat Erfahrung mit unkonventionellen Lösungen. Beim WM-Triumph 2014 wurde Benedikt Höwedes für die Außenbahn umgeschult.

Wer spielt neben Toni Kroos in der defensiven Mittelfeldzentrale?

In der defensiven Mittelfeldzentrale hat Löw ein Luxusproblem und Toni Kroos einen WM-Freibrief von Löw bekommen. Doch wer darf neben Kroos auf der Sechser-Position ran? Sami Khedira, Sebastian Rudy, Ilkay Gündogan, Emre Can sind alle Kandidaten. Leon Goretzka hat das Plus, auch offensiver spielen zu können. Julian Weigl hat nur noch Außenseiterchancen. Löw hat „harte“ Personal-Entscheidungen bei seiner finalen Kader-Wahl im Mai angekündigt. Bleibt er bei seinem Prinzip, alle Positionen für die WM doppelt zu besetzen, trifft es mindestens einen Sechser.

Wo ist die beste Unterkunft für den Titelverteidiger?

Sotschi oder Moskau? Die Frage nach dem Quartier scheint leicht zu beantworten zu sein, wären da nicht viele logistische Details. Das Konföderationen-Pokal-Hotel in Sotschi liegt weit ab vom Schuss. Enorme Reisezeiten könnten in Russland zum Problem werden. Auch ist die Infrastruktur mit Trainingsplatz, Medienzentrum und Hotelangeboten für den sonstigen Tross kompliziert. Moskau wäre zwar weniger schön, aber praktisch. Löw und der verantwortliche Teammanager Oliver Bierhoff entscheiden das erst nach der Auslosung.

Wer sind die ersten Gegner des Weltmeisters?

Deutschland ist bei der Zeremonie im Kreml im ersten Topf gesetzt. Maßgeblich war der Weltranglistenplatz im Oktober. Eine Garantie für eine einfache Gruppe ist das nicht. Spanien und England sind im zweiten Topf. „Spanien zählt immer zu den Favoriten. Sie sind mit den allerbesten Fähigkeiten ausgestattet“, sagt Löw. Im dritten Topf befinden sich Island und Schweden. Allerdings können nur zwei europäische Mannschaften in einer Staffel landen. Möglich ist auch eine leichtere wie exotischere Konstellation mit Peru, Iran und Panama als Vorrunden-Kontrahenten. (dpa)

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