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Samstag, 12.08.2017

Lidl darf wachsen

Im Einkaufsmarkt an der Stolpener Straße in Anrnsdorf steigt die Verkaufsfläche – mit einem Trick.

Von Nadine Steinmann

Der Lidl an der Stolpener Straße in Arnsdorf will seine Verkaufsfläche erweitern. Ein Anbau an das bestehende Gebäude ist dafür aber nicht nötig.
Der Lidl an der Stolpener Straße in Arnsdorf will seine Verkaufsfläche erweitern. Ein Anbau an das bestehende Gebäude ist dafür aber nicht nötig.

© Thorsten Eckert

Arnsdorf. Eine moderne Einkaufsstätte mit optimalen Einkaufsbedingungen den Kunden zu präsentieren – das ist das Ziel, welches die Supermarkt-Kette Lidl in all ihren Filialen verfolgt. Diese Aufgabe gilt auch für den Markt in Arnsdorf an der Stolpener Straße, der sich deshalb in naher Zukunft ein wenig verändern wird. Geplant ist eine Erweiterung der Einkaufsfläche auf rund 1 000 Quadratmeter. Derzeit verfügt das Geschäft über weniger als 800 Quadratmeter. Mit dem Anliegen des Supermarktes hat sich nun der Technische Ausschuss der Gemeinde beschäftigt – zum zweiten Mal, wie Bürgermeisterin Martina Angermann auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung erklärt. Denn Lidl habe schon einmal einen Antrag auf Erweiterung gestellt. Dieser wurde aber damals seitens des Technischen Ausschusses abgelehnt. Es habe ein entsprechender Bebauungsplan gefehlt. Er beschreibt, was der Investor darf und was nicht. „Auch das Landratsamt Bautzen hat unsere Entscheidung damals als richtig empfunden“, so Martina Angermann.

Die Supermarkt-Kette Lidl war allerdings nicht einverstanden, klagte gegen die Entscheidung. Vor einigen Monaten gab es nun einen Termin, bei dem sowohl den Arnsdorfer Entscheidungsträgern als auch den Vertretern des Landratsamt Bautzen erklärt wurde, was Lidl konkret vorhat. „Das Gebäude selbst erweitert sich nicht“, gibt Arnsdorfs Bürgermeisterin die Kernaussagen des Treffens wieder. Stattdessen wird im Inneren eine Wand eingerissen, die bisher eine Lagerfläche von der Einkaufsfläche trennte. Somit steht anschließend mehr Verkaufsraum zur Verfügung. „Es geht Lidl auch nicht darum, das Angebot zu erweitern, sondern darum, die Regale zu entzerren, um die Gänge vor allem für eingeschränkte Menschen, beispielsweise im Rollstuhl, breiter gestalten zu können“, so Martina Angermann. Dementsprechend hatte der Technische Ausschuss dem erneuten Antrag der Supermarkt-Kette diesmal nichts entgegenzusetzen und hat dem Vorhaben zugestimmt.

Wann genau die Arbeiten an dem Einkaufsmarkt starten sollen, wie lange sie andauern und inwiefern dies Einschränkungen für die Kunden mit sich bringt, konnte Jens Köhler, Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Radeburg, auf Nachfrage der SZ nicht mitteilen. Man befinde sich derzeit noch in der Planungsphase.

Auch in Pulsnitz und Königsbrück sollten Lidl-Filialen in den vergangenen Jahren erweitern. Auch hier scheiterte das Vorhaben am fehlenden Bebauungsplan. Doch auch in diesen beiden Städten haben sich die beteiligten Parteien erneut zusammengesetzt. In Pulsnitz konnte Lidl die Verkaufsfläche am Standort im Februar dieses Jahres von 800 auf 1 000 Quadratmeter erweitern. Dafür wurde ebenfalls – so wie es auch in Arnsdorf geplant ist – die Lagerfläche reduziert. Die Arbeiten dauerten lediglich drei Tage.