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Dienstag, 02.01.2018

Lebendiger Biologieunterricht

Schüler aus Zittau und Bogatynia erfahren im Tierpark im Rahmen eines neuen Projektes mehr über Klimawandel, Wetter und verschiedene Tierarten.

Von Jan Lange

Die Schüler kommen den Kamelen im Zittauer Tierpark ganz nah, dürfen sie sogar füttern.
Die Schüler kommen den Kamelen im Zittauer Tierpark ganz nah, dürfen sie sogar füttern.

© Rafael Sampedro

Den Schülern ist anzumerken, dass sie Respekt vor dem Kamel haben. Vorsichtig legt ein Mädchen etwas Futter in die Schale. Der Besuch der Jugendlichen bei den Kamelen ist Teil des Projektes „Grenzüberschreitender lebendiger Biologieunterricht“, das der Tierpark Zittau mit zwei Schulen realisiert. Beteiligt sind die Weinauschule aus Zittau und die Grundschule Nummer 1 aus Bogatynia.

Im Rahmen des Bildungsprojektes, das von der Euroregion Neiße gefördert wird, erfahren die Schüler mehr über Klimaschutz, Klimawandel und den Zusammenhang zu Veränderungen in der Fauna. Damit wird der Bezug zum Tierpark hergestellt. So lernen die Jugendlichen, dass der Humboldt-Pinguin, von dem es auch im Tierpark Exemplare gibt, zu den bedrohten Tierarten gehört. Dazu trägt die Erwärmung der Meere und die Einschränkung ihrer Lebensräume bei. Das Projekt wird aber nicht nur lebendig, wenn die Schüler die Tiere füttern. Sie bekommen auch Tipps, was sie im eigenen Alltag für den Klimaschutz tun können. Das Wissen sollen die Schüler in ihre Schulen weitertragen und somit als Multiplikatoren fungieren.

Die polnischen Schüler besuchen bereits seit 2002 regelmäßig den Tierpark, berichtet Projektleiterin und Zoopädagogin Doris Schwetz. Bis zu sechs Mal sind sie jedes Schuljahr in die Einrichtung gekommen. Nun werden sie erstmals in ein Projekt eingebunden. Die Weinauschule ist wiederum eine Klimaschule in Sachsen. Im Rahmen dieses Pilotprojektes werden verschiedene Aktionen und Veranstaltungen zum Klimaschutz und Klimawandel organisiert. Die Schüler aus beiden Ländern treffen sich sechs Mal in diesem Schuljahr. Eine Fahrt ins Bildungszentrum Ruszow in Polen im Juni bildet den Abschluss, so Doris Schwetz. Mit neuen Schülern gibt es dann eine Wiederholung im nächsten Schuljahr. Zwischen den Schulen sollen sich auch Freundschaften bilden, die nach dem Projektende weitergeführt werden, hofft die Tierparkmitarbeiterin. Bei einem Vorgängerprojekt mit deutschen und tschechischen Kitas sei das aufgrund bürokratischer Hemmnisse nicht so einfach gewesen, berichtet Frau Schwetz.

Zwischen den Schülern und den Kamelen gibt es am Ende keine Hemmungen mehr. Und die Jugendliche erfahren auch, dass Wildkamele vom Aussterben bedroht sind – vor allem durch Wassermangel in den Wüsten, aber auch durch Probleme, die von Menschen erzeugt wurden.

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