• Einstellungen
Donnerstag, 17.05.2018

Lampertswalde zählt zu Internet-Schlusslichtern

Nur 2,5 Prozent aller Haushalte verfügen über eine zeitgemäße Datenübertragung.

Von Jörg Richter

© Symbolbild/dpa

Lampertswalde. Was bedeutet „schnelles Internet“? Darauf kann Sachsen Wirtschaftsminister Martin Dulig auch nur eine ungenügende Antwort geben. „Mit Blick auf die Schnelllebigkeit der fortschreitenden Digitalisierung ist eine Definition dieses Begriffs immer nur eine Momentaufnahme“, sagt er. Der Freistaat habe vor zwei Jahren das Ziel ausgegeben, dass alle sächsischen Haushalte bis Ende 2018 auf Datenübertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s zurückgreifen können. Ab 2025 sollen mindestens 100 Mbit/s Standard sein. Einige sächsische Gemeinden sind von diesem Anspruch zurzeit noch Lichtjahre entfernt.

Zu ihnen zählt auch die Gemeinde Lampertswalde. Hier verfügen nur 2,5 % aller Haushalte die angestrebten 50 Mbit/s. Und das in einer Gemeinde, in der mit dem Laminathersteller Kronospan einer der größten Arbeitgeber der Region angesiedelt ist. Zusammen mit Strehla (ebenfalls 2,5 %) bildet Lampertswalde das Schlusslicht im kreisweiten Vergleich für schnelles Internet. Es folgen die Gemeinden Stauchitz (3 %), Zeithain (3,4 %), Schönfeld (3,6 %), Priestewitz (4 %), Ebersbach (4,2 %), Nossen (5 %) und Lommatzsch (8,3%) mit einstelligen Quoten.

In 17 sächsischen Gemeinden ist der Anteil der Haushalte mit schnellem Internet noch geringer als in Lampertswalde und Strehla. Vor allem im Erzgebirgskreis, in der Sächsischen Schweiz und rund um Görlitz träumen die Leute von zeitgemäßen Datenübertragungsraten. Doch die absolut rote Laterne im Freistaat trägt die Gemeinde Elstertrebnitz bei Leipzig. Hier besitzen nur 0,9 % aller Haushalte die anvisierten 50 Mbit/s.

Spitzenreiter beim Breitbandausbau im Landkreis Meißen ist die Stadt Radebeul mit 93,5 % vor Meißen mit 92,9 % und Coswig mit 87,2 %. Großenhain landet im vorderen Mittelfeld. Hier verfügt etwas mehr als jeder zweite Haushalt einen schnellen Internetzugang.

In den ländlichen Gemeinden der Großenhainer Pflege gibt es also noch allerhand Nachholbedarf. Laut einer Prognose aus dem vergangenen Herbst müssen in der Gemeinde Lampertswalde rund 750 000 Euro investiert werden, um die Internetgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s zu erreichen. Seitdem klar ist, dass der Bund und der Freistaat sich in die Kosten reinteilen und die Gemeinden keinen Eigenanteil leisten müssen, dürfte die Vorfreude auf den Breitbandausbau nicht nur in Lampertswalde groß sein. Die Frage ist nur, ob er bis Ende 2018 realisiert werden kann. Denn die Baufirmen haben auch nur begrenzte Kapazitäten.