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Donnerstag, 14.09.2017 TV-Tipp

Wortgefechte am Bratspieß

In „Kebab extra scharf!“ mischen ein türkischer General und ein schwuler Prinz Eugen die Wiener Nachbarschaft auf.

Von Ulrike Cordes

Ziehen nur vermeintlich an einem Strang: Johann Stanzerl (Andreas Vitasek, l.) hilft im Döner-Imbiss seines Vermieters Mustafa Ötztürk aus und geht dessen Gehilfen (Michael Fuith) zur Hand.
Ziehen nur vermeintlich an einem Strang: Johann Stanzerl (Andreas Vitasek, l.) hilft im Döner-Imbiss seines Vermieters Mustafa Ötztürk aus und geht dessen Gehilfen (Michael Fuith) zur Hand.

© dpa

Der Waffenstillstand ist vorbei. Mitten im 16. Wiener Bezirk zoffen sich der Ur-Österreicher Johann Stanzerl (Kabarettist Andreas Vitásek) und sein Erzfeind mit türkischem Migrationshintergrund, Mustafa Ötztürk (Tim Seyfi), wieder. Dabei hatten sie am Ende des 2012 auf Arte gelaufenen Fernsehfilms „Kebab mit Alles“ eigentlich das Kriegsbeil begraben.

Inzwischen betreiben die Streithähne Seite an Seite Lokale im Haus, das Ötztürk gekauft hat: Stanzerl sein schlecht laufendes Traditions-Café „Prinz Eugen“ und der neue Grundbesitzer einen besser florierenden Döner-Imbiss. Doch im Fortsetzungsfilm „Kebab extra scharf!“ führt Regisseur Wolfgang Murnberger weitere satirisch überzeichnete Reibereien zwischen Mitteleuropäern und muslimischen Zuwanderern vor. Und das offensichtlich wieder mit dem Ziel, Feindbilder mithilfe von Humor zu überwinden. Die sympathischen Hauptdarsteller tragen das Ihre dazu bei. Die Geschichte beginnt mit einer Schlappe für den Wirt „Schani“: Monatelang ist er die Miete schuldig geblieben und erhält deshalb vom sauber Wienerisch sprechenden Mustafa die Räumungsklage. Doch schnell wendet sich das Blatt. Denn die Familie Ötztürk lebt vom Kredit des Vaters der Ehefrau Sabrie. Dem konservativen General hat das Paar vorgegaukelt, an der Donau ein feines Restaurant zu betreiben. Als der alte Herr seinen Besuch ankündigt, kommt Panik bei den Ötztürks auf. Und der Plan, Stanzerl seine Schulden zu erlassen, wenn er seinen Vermietern für eine Woche seine Kaffeehausräume überlässt.

In den Trubel mischen sich zudem Traumsequenzen: Darin steigt Prinz Eugen von Savoyen, der „Türkenbezwinger“ von 1697, samt seiner Lockenperücke aus einem im Café hängenden Gemälde zu Stanzerl herab. Doch statt einer kernigen Unterhaltung zweier Osmanengegner kommt es dabei nur zu einer Anmache des verbürgt schwulen Savoyers gegenüber dem sexuell erschlafften Gastwirt. So originell all diese Ideen erscheinen, so flau zieht sich die Handlung dahin, und der Wortwitz bleibt mäßig. (dpa)

„Kebab extra scharf!“, 20.15 Uhr, Arte

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