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Samstag, 07.10.2017

Sachsens Irrweg der reinen Ökonomie

Der Freistaat versteht sich als Kulturland und pflegt eine reiche Tradition. Künftig braucht es aber mehr, sagt der neue Chef des Sächsischen Kultursenats.

Der Generalintendant der Theater Chemnitz, Christoph Dittrich.
Der Generalintendant der Theater Chemnitz, Christoph Dittrich.

© dpa

Der neue Präsident des Sächsischen Kultursenats, Christoph Dittrich, fordert ein größeres Augenmerk für die kulturelle Bildung. „Das bedeutet nicht, Wissen über Kunst zu sammeln, sondern meint die Befähigung der Persönlichkeit zur Empathie“, sagte er kurz nach seinem Amtsantritt am 1. Oktober. „Es geht darum, Erfahrung zu sammeln. Wissen ohne Bedeutung bleibt immer leer.“ Dittrich, Generalintendant der Theater Chemnitz, sieht in Sachsen noch viele Ressourcen und Defizite.

Er mahnte, vom puren ökonomischen Denken wegzukommen und Gemeinschaftsräume zu schaffen. „Es ist die Aufgabe der Kultur, sehr stark daran mitzuwirken.“ Das habe auch mit der Bildung zu tun, die sei aber längst nicht mehr selbstverständlich. „Gerade dort, wo es um Empathie geht.“

Zwar seien die Frage der kulturellen Bildung im Schulgesetz verankert und mithilfe des Kulturraumgesetzes auch außerhalb der Städte lebendige Strukturen geschaffen worden. „Die Anforderungen sind gewachsen, aber die Mittel entsprechend der Möglichkeiten nicht“, so Dittrich.

So müssten auch Theater und Orchester im ländlichen Raum mehr leisten, befänden sich trotz Fusionen in Haustarifen und in teils prekärer Situation. Das sei ein typisches Beispiel für die derzeitige Situation. „Der ökonomische Erfolg wird mit einem Gelingen der Gesellschaft verwechselt“, sagte er. (dpa)

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