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Samstag, 07.10.2017

Psychospiele mit tödlichem Ausgang

„Sanft schläft der Tod“ ist ein packender Thriller mit Matthias Brandt als fiesem Entführer.

Von Marco Krefting

Der scheinbar völlig gefühllose Kindesentführer Bernd Peters (Matthias Brandt) spielt abgründige Spiele mit einer Familie.
Der scheinbar völlig gefühllose Kindesentführer Bernd Peters (Matthias Brandt) spielt abgründige Spiele mit einer Familie.

© ARD Degeto

So ruhig, so abgeklärt, wie der Entführer spricht, wirkt sein Vorgehen noch brutaler. „Ich bin eine treue Seele“, sagt er. „Und du, bist du eine gute Mutter?“ Die Mama der gekidnappten Kinder, Anja Mendt, ist verzweifelt. Anzünden will er den sechsjährigen Finn und die elfjährige Leila. Ihre Mutter soll entscheiden, welches Kind sie lieber hat. Es ist eine grausame Situation. Und durch das perfekt abgestimmte Spiel von Matthias Brandt als kalt wirkendem Kindesentführer und Marleen Lohse als Mutter voller Angst wird „Sanft schläft der Tod“ zum packenden Psychodrama.

Die Urlaubsidylle der Familie Mendt wird jäh zerrissen, als plötzlich ihr Segelboot samt der Kinder verschwunden ist. Die örtliche Polizei auf Rügen nimmt schleppend die Arbeit auf, bis das Landeskriminalamt sich einschaltet. Der Chef der Ermittler, Werner Kempin, tritt als arroganter Beamter auf, der sich seiner Sache sicher ist. Eine Einstellung, die er noch bereuen wird. Und dann taucht auch noch Herbert Winter auf, der Vater von Frank Mendt, dessen Kinder entführt wurden.

Die beiden haben seit Jahren nichts mehr miteinander zu tun. Mendt hat seinen Vater als Ex-Stasi-Spitzel angezeigt und seiner Familie erzählt, der Opa sei tot. Doch Winter lebt – vorzugsweise von Alkohol. Und meldet sich zu Wort, als er die Fahndungsplakate mit den Fotos seiner Enkel sieht: Die Entführung zweier Kinder erinnert ihn an einen mehr als 25 Jahre zurückliegenden Fall, bei dem er selbst ermittelt hatte.

Fünf Parallelen zur aktuellen Entführung zählt Winter auf. Sein Ex-Kollege Kempin wischt sie rechthaberisch vom Tisch. Weil für die Eltern aber jeder Funken Hoffnung zählt, wird fortan in zwei Richtungen ermittelt. Das Vater-Sohn-Gespann geht alten Fällen von Kindesentführung nach, Mutter Mendt bleibt mit dem LKA-Stab in Binz. Dabei kommt ihr der Kidnapper ihrer Kinder immer, immer näher.

Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Marco Kreuzpaintner inszeniert das fesselnde Werk von Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt kurzweilig und spannend. Luftaufnahmen vom Ostseebad wechseln sich mit Unschärfen ab. Und das Psychospiel, das der Entführer treibt, endet gleich für mehrere Figuren tödlich. (dpa)

„Sanft schläft der Tod“, Samstag, 20.15 Uhr, ARD

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