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Montag, 20.03.2017

Polizisten am Rande des Nervenzusammenbruchs

Im ZDF-Krimi „Nord, Nord, Mord“ sucht Kommissar Clüver den Mörder und auch die Leiche.

Von Fabian Nitschmann

Die Kommissare Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk, v.l.), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Theo Clüver (Robert Atzorn) beobachten einen von vielen Verdächtigen.
Die Kommissare Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk, v. l.), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Theo Clüver (Robert Atzorn) beobachten einen von vielen Verdächtigen.

© ZDF

Meist müssen Kommissare im Fernsehen „nur“ einen Täter finden. In der neuen Ausgabe von „Nord, Nord, Mord“, die am Montag im ZDF gezeigt wird, reicht das nicht aus. Denn auch von der Leiche fehlt lange jede Spur. Doch eine Putzfrau ist sich sicher: Sie hat sie im Gartenteich gesehen – und daher die Polizei alarmiert. Als die vor Ort eintrifft, ist die Leiche nicht mehr da, von einem Verbrechen keine Spur. Ermittelt wird dennoch. Und das ist auch gut so.

Denn mit jeder Minute von „Clüver und die tödliche Affäre“ wird deutlich: In der Idylle von Sylt ist jeder mit jedem verbandelt und Motive für Straftaten gibt es genug. Den Ermittlern rund um Theo Clüver eröffnet sich ein komplexes Netz, in das der Kommissar plötzlich selbst verstrickt ist. Denn Sylt-Rückkehrerin Bernadette Kipling (Annette Frier) verdreht dem Kommissar den Kopf und ist zugleichdie Hauptverdächtige. Ein Hinweis lässt vermuten, dass es sich bei dem Toten um Bernadettes vermissten Mann handeln könnte.

Der Bildhauer sei ein halbes Jahr zuvor mit einer Segeljacht vor der dänischen Insel Römö gekentert, glaubt man auf Sylt. Die Geschichte gerät ins Wanken, als Clüvers Kollegen Hinnerk Feldmann und Ina Behrendsen für Ermittlungen nach Dänemark fahren. Doch erst, als das Team die Verdächtigen gegeneinander ausspielt, nähert es sich der wahren Lösung des Falls.

Immer mehr Verstrickungen, mehr Intrigen, viele Themen: Clüvers neuer Fall ist bis zum Ende schwer zu durchschauen. Ganz souverän wirken auch die Ermittler dabei nicht. Ihnen fällt es schwer, alle möglichen Alternativen in jeder Situation durchzuspielen. Doch genau das – eine nicht perfekt ermittelnde Polizei – verhilft dem Krimi zu Spannung und Charme.

Sicher wäre nicht jede Wendung nötig, die Handlung ließe sich auch in weniger als 90 Minuten erzählen. Aber der Film schafft es so, viele verschiedene Stimmungen abzudecken. Spannend, romantisch, lustig, berührend, das alles steht harmonisch nebeneinander, weil die Schauspieler gut in ihre Rollen passen. (dpa)

„Nord, Nord, Mord – Clüver und die tödliche Affäre“, 20.15 Uhr, ZDF

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