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Dienstag, 02.01.2018 TV-Tipp

Nostalgische Reise

Vor 40 Jahren lief zum ersten Mal die Krimiserie „Soko 5113“. Zum Jubiläum zeigt ZDFneo die ersten sechs Folgen.

Von Cordula Dieckmann

Der Autor und Erfinder der „Soko“-Krimireihe Dieter Schenk, weiß, dass Polizeiarbeit meist gar nicht so spektakulär ist, wie sie in Fernsehkrimis gezeigt wird.
Der Autor und Erfinder der „Soko“-Krimireihe Dieter Schenk, weiß, dass Polizeiarbeit meist gar nicht so spektakulär ist, wie sie in Fernsehkrimis gezeigt wird.

© dpa/Andreas Gebert

Die Hosen hatten Schlag, die Hemden waren eng, die Haare lang, und die Männer trugen gerne Schnauzer. Willkommen in den Siebzigerjahren, als die Luxusstadt München noch viele abgewohnte Ecken hatte und Zigaretten zum Lebensgefühl gehörten. Für Nostalgiker gibt es jetzt eine Zeitreise auf ZDFneo mit sechs Folgen der Krimi-Serie „Soko 5113“, die auf den Tag genau 40 Jahre zuvor TV-Premiere feierte. Die Geschichten um die Münchner Ermittler sind die älteste Serie im deutschen Fernsehen. Wegen des Erfolgs wurde das später in „Soko München“ umbenannte Format auf andere Städte übertragen. Auch in Wien, Köln, Leipzig, Stuttgart, Kitzbühel und Wismar gibt es Soko-Teams.

Den Anstoß zu der Krimireihe gab Dieter Schenk, damals Leiter der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Gießen, weil er unzufrieden war mit „Derrick“ und Co. „Als Fachmann habe ich mich öfter über Fernsehkrimis geärgert, weil die so gar nicht mit der Praxis übereinstimmten“, erinnert sich der 80-Jährige. „In erster Linie ging es damals darum, dass eine Leitfigur wie Derrick alles Wichtige selber bestimmte und auch die Erfolge erzielte.“ „Aber Polizeiarbeit ist Teamwork“, sagt Schenk, der die Macher der Serie bis heute berät.

Also schrieb er ein Buch über einen jungen Polizeianwärter mit realistischem Anspruch. Schenk brachte Probleme mit ein, den Personalmangel, unzureichende Ausrüstung oder der ungeheure Verwaltungsaufwand, der auch im wahren Leben absurde Blüten treiben konnte. Einmal habe die Poststelle einen Brief in einer Mordsache an den Absender zurückgeschickt, weil der Brief nicht ausreichend frankiert war. Das Problem: „Der Brief enthielt den ausschlaggebenden Hinweis zur Klärung des Mordes“. So müssen sich auch die Beamten der „Soko 5113“ in ihrer ersten Folge „Einsatz: 22 Uhr“ mit Alltagsproblemen rumärgern. Es gibt keinen Dienstwagen. Alle Ermittler sind überarbeitet und schieben Berge von Überstunden vor sich her, während die Verwaltung Punkt 15.30 Uhr den Stift fallen lässt, das Nachtlicht am Büro-Aquarium einschaltet und nach Hause geht. Auf der Frankfurter Buchmesse 1975 hatte Schenk Glück: Ein Verleger interessierte sich nicht nur für sein Buch, er leitete es auch ans ZDF weiter. Und der Titel? Schenk leitete damals eine Sonderkommission im Frankfurter Bahnhofsviertel. Seine Telefonnebenstelle damals: 5113. 1978 lief die erste Folge von „Soko 5113“ (dpa)

„Soko 5113“, 14 Uhr (Doppelfolgen), ZDFneo

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