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Mittwoch, 06.12.2017

Liebe im Belastungstest

Sido trifft in der ARD-Komödie „Eine Braut kommt selten allein“ als antriebsloser Dauerkiffer auf eine quirlige Roma-Familie.

Von Anna Kristina Bückmann

Johnny (Paul Würdig alias Sido) muss eine Entscheidung treffen. Sophia (Michelle Barthel) spricht kein Deutsch, ist scheinbar von ihrer Hochzeit geflüchtet und bittet ihn um Asyl.
Johnny (Paul Würdig alias Sido) muss eine Entscheidung treffen. Sophia (Michelle Barthel) spricht kein Deutsch, ist scheinbar von ihrer Hochzeit geflüchtet und bittet ihn um Asyl.

© RBB

Er versucht sich nicht zum ersten Mal vor der Kamera. Nach „Blutsbrüdaz“ und „Halbe Brüder“ ist der Berliner Rapper Paul Sido Würdig schauspielerfahren. Mit seiner Rolle in der Tragikomödie „Eine Braut kommt selten allein“, die das Erste am Mittwoch ausstrahlt, wagt sich der 36-Jährige aber auf neues Terrain. Der Rapper spielt in dem Film den antriebslosen, von der Liebe enttäuschten Hartz-IV-Empfänger Johnny, der schlecht Nein sagen kann.

Johnnys Leben ändert sich schlagartig, als er auf die temperamentvolle Romni Sophia trifft. Die sitzt eines Morgens in rotem Brautkleid und abgelaufenen Turnschuhen in seinem Hausflur. Sophia ist gerade von ihrer Hochzeit in Serbien davongelaufen.

Die beiden verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch die romantische Zweisamkeit währt nicht lange. Als Sophia Heimweh nach ihrer Familie plagt, zögert Johnny nicht lang – und lädt die Verwandtschaft spontan in seine Dreizimmerwohnung ein. Die folgt seiner Einladung gern und bringt auch noch Sophias Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Geschwister und Cousinen mit. Schnell hat es sich die zwölfköpfige Roma-Familie beim gutmütigen Johnny gemütlich gemacht. Noch dazu haben sie ihn als Beschützer auserkoren. Er soll ihnen helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. In Johnnys Leben wird es turbulent.

Doch wer denkt, in dem TV-Film geht es nur um die Einwanderungsprobleme einer Roma-Familie, irrt. Die Macher wollten sich weniger an einer politischen Debatte über Flüchtlinge aus Osteuropa beteiligen. Vielmehr wird eine Geschichte über zwei kulturell völlig unterschiedliche Menschen erzählt, die sich alltäglichen Fragen stellen müssen: Liebst du mich? Liebe ich dich? Vertraust du mir? Kann ich dir vertrauen?

Der Film erntete harsche Kritik. Er transportiere laut Zentralrat Deutscher Sinti und Roma „rassistische und antiziganistische Stereotype“. Die Deutsch-Türkin Alakus sagt über ihren Film: „Wir erzählen eine Liebesgeschichte.“ Und ergänzt: „Man kann über alle Kulturen mal lachen, gerade in schweren Zeiten. Das gilt für Deutsche oder Türken, Sinti und Roma.“ (dpa)

„Eine Braut kommt selten allein“, 20.15 Uhr, ARD

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